Da kann man den siSwati nicht widersprechen. Mpumalanga haben sie ihr Land getauft, und das bedeutet nicht weniger als »der Ort, wo die Sonne aufgeht«. Genau das tut sie, wenn Sie nach dem Direktflug ab München 1 gegen acht Uhr morgens in Johannesburg 2 aussteigen. Das schöne Land, auf das die Sonne jetzt scheint, hat paradiesisches Format, und mittendrin liegt die Gecko Lodge. Durch den Garten plätschern kleine Bäche, durch das üppige Grün schimmert ein Pool, und wenn über einem der vielen versteckten Ruheplätze ein Vogel singt, nehmen Sie es als Begrüßungsständchen. Urlaub am schönsten Ende Afrikas, behauptet die Werbung. Ja, so kann man es sagen.
Wasserfall an der Panorama Route (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Wenn wir Ihnen heute großartige Natur versprechen, dann meinen wir nur in zweiter Linie messbare Dimensionen, obgleich der zweitgrößte Canyon Afrikas zweifellos groß ist. Aber die Emotionen, die Sie heute überkommen werden, sind um ein Vielfaches größer. Was die Natur auf diesem Teil der Panorama Route an Wunderwelten zusammengepfercht hat, macht sprachlos. Also sagen Sie lieber nichts, schauen Sie still ergriffen und mit leichtem Gruseln in die 800 Meter tiefen und 26 Kilometer langen Windungen des Blyde-River-Canyons 3. Stellen Sie sich an die Seite des Schöpfers und versuchen Sie nachzuempfinden, was er sich bei God’s Window gedacht hat. Werfen Sie eine Münze in den gurgelnden Schlund von Bourke’s Luck Potholes, und sollte sie je wieder zum Vorschein kommen, was äußerst unwahrscheinlich ist, kennen Sie zumindest das Hochgefühl des Nuggetsuchers Tom Bourke, wenn er im schäumenden Wasser etwas blinken sah. Auch wenn ihm die erhoffte Goldader letztendlich nicht vergönnt war.
Gepardenjagd im Kgalagadi Transfrontier Nationalpark (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Zwei Tage müssen schon sein für den Krüger-Nationalpark 4 5, also zweieinhalb Big Five pro Tag, aber wir teilen das etwas anders auf. Zur Einstimmung eine Fußsafari durch das Guernsey Private Nature Reserve zu den Gesellen, die unsere Anwesenheit kaltlässt: Antilopen, Hippos, Nyalas und vielleicht auch ein paar Giraffen. Sie sehen zwar kurz in unsere Richtung und wundern sich, dass wir mit zwei Beinen auskommen, mehr aber auch nicht. Will heißen: Sie halten still. Das kann man im Zentrum des legendären Krüger-Nationalparks nicht generell voraussetzen. Wo Raubtiere durch die Mopanewälder jagen, hört die Gemütlichkeit auf. Andererseits macht gerade das unsere Ganztagessafari im offenen Geländewagen so spannend. Unser Picknick haben wir dabei, damit viel Zeit bleibt, die enorme Vielfalt an Tierarten in ihrem tageszeitabhängigen Verhalten zu studieren. Toll war’s und ist noch nicht ganz vorbei, weil unsere wundervolle Kubu Safari Lodge über ein gut besuchtes Wasserloch verfügt, wo sich Steppenzebras und Warzenschweine Gute Nacht sagen. Da kann Ihr Drink locker mithalten, der um diese Zeit bevorzugt ein Sundowner ist.
Bananenstaude (© Patrick Schneider / Chamäleon)
Angenommen, im Krüger haben sich nicht alle der Big Five sehen lassen, dann wird Ihnen der Rest jetzt nachgeliefert, vielleicht noch einmal alle fünf. Das Kololo Game Reserve im Waterberg-Naturreservat in der idyllischen Limpopo-Provinz 6 steht mit seinem Namen dafür ein und hält in aller Regel sein Versprechen. Wir nehmen zur Sicherheit das Welgevonden Game Reserve 7 dazu, dessen Grenze sich aus gutem Grund nicht genau ausmachen lässt. Welches Nashorn springt schon über einen Zaun? Schon gar nicht die Weißen, die im Reservat die Hauptattraktion sind, neben der filmreifen Savannenkulisse mit ihren versteckten Flussläufen und ruhenden Seen. Apropos See: Zurück in der Lodge bleibt noch Zeit für genussvolle Abschiedsstunden auf der Poolterrasse, bevor Sie möglicherweise einen Partizipanten unserer Safaris wiedersehen, in der bekömmlichen Form eines zarten Kudu-Steaks.
Krüger Nationalpark, Familienleben (© Kirsten Vogt / Chamäleon)
Immer wenn Gold gefunden wurde, mutierten armselige Bretterbuden zu heiß begehrten Hotels. 1860 war es am östlichen Rand von Botswana so weit. Der Engländer Daniel Francis erwarb die Schürfrechte von den einheimischen Matabele und gründete Francistown 8. Ihm sei es gedankt, sonst hätten wir auf unserem Weg in die Makgadikgadi-Salzpfanne vielleicht keine so willkommene Zwischenstation wie die Dumela Lodge mit ihrem in die Buschsavanne integrierten Pool. Daniel Francis würde uns beneiden. Gweta, ein kleiner Ort am Rande der Salzpfannen, hat seinen Namen vom Klang der Ochsenfrösche, die sich hier im Sand einbuddeln und auf die Regenzeit warten, denn – wenn Sie uns die flapsige Bemerkung bitte nachsehen – ohne Feuchtigkeit läuft nix. Es ist trocken, also ist Ruhe. Man gewöhnt sich schnell daran, aber verwirrend ist es am Anfang schon, dass zu jeder Lodge etliche Hektar Wildpark gehören, durch die das Großwild spaziert, als wenn es hier zu Hause wäre. Nun ja, in gewisser Weise ist es das ja auch, weshalb wir im Planet Baobab Camp 9 erst mal schauen, ob nicht gerade eine Herde Jumbos durch den Garten rüsselt, bevor wir seinem Namen auf den Grund gehen. Der aber ist schnell geklärt, denn wer die bis zu 4.000 Jahre alten Baobabs nicht sieht, die der Sage nach verkehrt herum im Erdreich stecken, dem hilft auch keine Brille mehr.
Makgadikgadi Salzpfanne (© FVA Botswana / Chamäleon)
Makgadikgadi 10 bedeutet »ausgedehntes lebloses Land«, was angesichts der 8.400 Quadratkilometer großen Salzpfannen verständlich, aber nicht ganz korrekt ist. Denn außer uns haben noch andere den Mut, die konturlose flimmernde Wüste zu betreten. Zebras, Oryxantilopen und Springböcke versuchen das gelegentlich auch, manche schaffen es wieder zurück, andere schafft die Fata Morgana, und ihre Gerippe dienen die nächsten tausend Jahre zur Warnung. Falls Sie einen See entdecken, wo keiner ist, achten Sie auf die Erdmännchen. Die gucken immer in die Richtung, aus der was kommt, und wo ein Eingang, ist auch der Ausgang. In diesem Fall nach Gweta für ein Lehrstück in afrikanischer Kultur: die Grundschule, der Open-Air-Gerichtshof, das Leben auf dem Dorfplatz und so ziemlich das Wichtigste für die Tswana, ihr Rinderkral.
Büffel am Ufer des Chobe (© Tom Varley, Ichobezi Safariboats  / Chamäleon)
Es ist zweifelhaft, dass Sie jemals so begrüßt worden sind, aber der Schreiadler kann nicht anders. Also schreit er sich das Zäpfchen aus dem Hals, wenn wir am Chobe-Nationalpark 11 12 angekommen sind. Ein knorriges Grunz-Grunz kommt von den Büffeln, und die riesigen Elefantenherden – nun ja, das kennt man von Benjamin Blümchen – schleudern uns ein wohlmeinendes Trärää entgegen.
Die Chobe Safari Lodge liegt nahe am Nationalpark, und die Terrasse Ihres Zimmers mit Blick in den Chobe-Park ist praktisch ein Trainingslager für die Safariabenteuer, die morgen auf Sie warten. Wir starten am frühen Vormittag im offenen Geländewagen zum Fluss, weil das die Zeit ist, zu der das Großwild ans Buffet stürmt. Gnus, Kudus und andere Antilopen, Elefanten & Co. schlürfen zu Hunderten das frische Nass, und wer nicht schnell genug an die Reihe kommt, stellt sich gleich mit allen vieren ins Frühstück. Zur Freude der Krokodile. In der zweiten Reihe, bevorzugt im Schutz der Büsche, lauern die Löwen auf ihr Lunchpaket, und in den Ästen über ihnen überlegt sich der Rotschnabeltoko bereits, an welchen Resten er sich gütlich tun will. So kommt jeder auf seine Kosten, und am allermeisten wir. Eine Bootssafari durch die offene Flusslandschaft macht uns am Nachmittag praktisch zum Mitspieler der dramatischen Aufführung, denn manchmal ergibt sich ein kleines Wettschwimmen mit Elefanten.
Victoriafälle in der Morgensonne (© Chamäleon)
Das großartigste Naturschauspiel der Erde brüllt sich seit Menschengedenken die Seele aus dem nassen Leib, während es pro Sekunde 10 Millionen Liter Wasser 110 Meter in die Tiefe schickt. Völlig untypisch für Simbabwe haben seine gewaltigen Gischtwolken entlang des 1,7 Kilometer langen Duschvorhangs einen üppigen Nebelwald entstehen lassen. Willkommen im Reich der Victoriafälle 13 14. Ein UNESCO-Weltnaturerbe, was sonst, dessen Wassermusik den Schlussakkord Ihrer Erlebnissinfonie bildet. Falls Sie diesen Moment noch etwas hinauszögern möchten – einen optionalen Rundflug über die unfassbare Naturgewalt hätten wir noch in petto, danach bliebe allenfalls ein Anschlussprogramm, um Ihren Heimflug via Johannesburg nach München 15 zu umgehen. Seien Sie nett zu sich selbst, hängen Sie noch was dran. Sie wissen ja jetzt, wie toll es mit Chamäleon ist.
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