In Frankfurt 1 beginnt am Abend Ihre Reise und führt Sie in Peking 2 ohne Umwege zu der sagenhaften Karriere der Kaiserinwitwe Cixi von einer unbedeutenden Nebenfrau zur einflussreichsten Persönlichkeit der Qing-Dynastie. Ihr verdankt die Nachwelt den wundervollen Sommerpalast am Kunming-See mit der farbenfrohen Suzhou-Straße, dem Marmorboot, dem Garten der Tugend, der Halle der Jadewellen, der Halle, wo man den Pirolen lauscht, dem Pavillon der kostbaren Wolken und so fort. Es ist nur der Beginn Ihrer Erlebnisse, aber ein sehr, sehr schöner.
Verbotene Stadt in Peking (© China Tours / Chamäleon)
Schön ist eine Dimension, die für zwei Meisterwerke der chinesischen Architektur nicht annähernd ausreicht. Versuchen wir es mit bombastisch, zauberhaft, überwältigend, dann kommen wir dem Symbol der kaiserlichen Macht schon näher. Durch das Tor des Himmlischen Friedens betreten wir die Verbotene Stadt, nationales Heiligtum und UNESCO-Weltkulturerbe. Der Palast der himmlischen Klarheit, die Neun-Drachen-Mauer, die Halle der mittleren Harmonie – Faszination und kein Ende. Aber das zweite Meisterwerk wartet noch. Bei Sonnenuntergang sind wir da, am größten Bauwerk der Menschheit, wenn es uns fast alleine gehört für eine Zeit der stillen Ergriffenheit: die Chinesische Mauer 3.
Chinesischer Markt (© Tourasia Hong Kong / Chamäleon)
Über 500 Jahre lang kamen die Kaiser der Ming- und der Qing-Dynastien hierher, um für eine gute Ernte zu beten. Heute Morgen dürfen Sie sich im Himmelstempel etwas wünschen, falls Sie Ihre Sprachlosigkeit überwinden. Doch bevor der Eindruck entsteht, diese Reise würde in eine Odyssee von Tempel zu Tempel ausarten, gibt es für den Rest des Tages Peking 4 live. Hutongs heißen die engen Gassen und Höfe, die vor nicht langer Zeit noch typisch für den traditionellen Wohnbau waren. Jetzt strahlen sie den morbiden Charme der ursprünglichen Hauptstadt aus, wo das Leben in unüberschaubaren Labyrinthen mit improvisierten Märkten und Garküchen stattfindet. Das Verkehrsmittel der Privilegierten ist hier die Rikscha und somit unseres. Lächeln heißt die Devise, und lächelnd werden wir zum Tee gebeten, um im Haus einer Familie zu spüren, wie es sich im Hutong lebt. Das nächste Lächeln dann im Schnellzug: in der 1. Klasse mit über 300 Stundenkilometer nach Xi’an.
Stadtmauer von Xian (© Jean-Francois Peron, iStockphoto.com / Chamäleon)
Um halb acht des neuen Tages empfängt Sie die alte Kaiserstadt Xi’an 5 mit einem Frühstück im Grand Dynasty Culture Hotel, unweit der alten Stadtmauern. Da sind ein paar Fahrräder für uns reserviert, die auf sehr ungewöhnliche Art bewegt werden wollen: immer der Mauer nach, zwölf Kilometer lang. Und zwar obendrauf. Sie haben richtig gelesen: auf der gewaltigen Stadtmauer einmal um den alten Kern von Xi’an, mit Glocken- und Trommelturm aus Kaisers Zeiten. Diese Runde hat noch jeden hungrig gemacht, da kommt die jeder Chaostheorie entsprechende Altstadt mit ihren unzähligen Märkten, Händlerbuden und Garküchen gerade recht. Hui ist hier kein Ausdruck kulinarischer Raffinesse, sondern der Name der nur in Xi’an ansässigen Hui-Minderheit. Stellen Sie weder hier noch auf dem Nachtmarkt die Frage nach dem Ladenschluss. Um seinen Laden hier dichtzumachen, muss man tot umfallen.
Terrakotta-Armee in Xiang (© China Tours / Chamäleon)
Die Vorstellung, dass an der Grabstätte des Kaisers Qin 700.000 Arbeiter 36 Jahre ununterbrochen gebaut haben, gibt ein Gefühl für chinesische Dimensionen. Es ist demnach nicht übertrieben, wenn wir Ihnen für heute ein paar Tausend Weltkulturerbestätten auf einmal versprechen. Xi’an 6 ist ein begnadeter Ort, zu dem es nichts Vergleichbares auf der Welt gibt. Vordergründig betrachtet, handelt es sich um eine vorchristliche Grabanlage aus dem Jahre 210 v. Chr., bei Lichte besehen um eine Armee aus 7.278 lebensgroßen Terrakotta-Soldaten, keine einzige Figur doppelt, dazu 129 vierspännige Wagen mit Pferden aus Bronze oder Ton. Alles zusammen auf bescheidenen 56 Quadratkilometern. Aber erst ein Viertel des Mausoleums ist freigelegt und der eigentliche Grabhügel bis heute unangetastet. Sie werden also noch einmal wiederkommen müssen.
Boote in Yichang (© Maciej Noskowski,  iStockphoto.com / Chamäleon)
Ahoi Wuhan 7, wobei wir aus praktischen Erwägungen zuerst das Flugzeug nehmen und noch ein Stückchen den Minibus. Dann erwartet uns in Yichang unser komfortables Flussschiff. Gegen 21 Uhr beginnt unsere viertägige Fahrt auf dem Yangtze. In einer nie gekannten Demonstration werden Sie Zeuge dessen, was die Natur schaffen und was der Mensch dagegensetzen kann. Ihre Schlangenlinienfahrt durch die himmelhohen Schluchten des Yangtze 8 ist eine ununterbrochene Kette von Gänsehaut-Attacken. Und ob dieses Gefühl überwältigender ist oder das Mammutprojekt des Drei-Schluchten-Staudamms, bei dem ganze Dörfer in den Fluten versanken, das müssen Sie selbst herausfinden.
Alte Männer beim Brettspiel (© Frank Hoffmann / Chamäleon)
Die Kraft von Worten verblasst hinter der Gewalt der Eindrücke, die auf Ihrer Gleitfahrt durch die Schluchten des Yangtze 9 auf Sie einstürzen. Wu und Qutang, die ebenfalls zu den berühmten Drei Schluchten gehören, zeigen Ihnen heute, was sie in Jahrmillionen vollbracht haben. Aber lassen Sie sich von dem träge dahinströmenden Yangtze nicht täuschen. Wenn er in das Chinesische Meer mündet, werden es 32 Millionen Liter Wasser sein. Pro Sekunde. Ein paar davon kommen aus den smaragdgrünen Seitenarmen, und auf einem von ihnen entdecken wir mit einem kleinen Boot das Leben im Abseits.
Shibao-Pagode am Yangtze (© Pavel Dvorak jr., iStockphoto.com / Chamäleon)
Fast wäre sie die weltweit einzige Unterwasser-Pagode geworden, aber dann haben sich die Baumeister des Drei-Schluchten-Dammes eines Besseren besonnen und die einzigartige Shibao-Pagode vor den Fluten des Yangtze 10 gerettet. Nun windet sich das ohne einen Nagel gebaute Meisterstück trotzig wie eh und je zwölf Stockwerke die Felswand hinauf. An der gelben Tür geht’s rein, und die Legende sagt, je höher man steigt, desto wahrscheinlicher werden Ihre Wünsche und Träume wahr. Dann steigen Sie mal schön.
Landschaft bei Yangshuo (© China Tours / Chamäleon)
Land in Sicht. In diesem Fall die größte Stadt der Welt. Chongqing zählt 29 Millionen Einwohner und der erste Eindruck fragt: Ist das noch China oder schon Utopia? Kaum, dass Sie die Antwort gefunden haben, sitzen wir auch schon im Flieger nach Guilin, um innerhalb eines Tages ein beispielloses Kontrastprogramm zu erfahren. Am Abend sind wir in Yangshuo 11, aus Wolkenkratzern in ein Wunderland von märchenhafter Schönheit gefallen. Und erst die Menschen! Ein komplett anderer Schlag, kaum inniger zu erleben als beim optionalen Impressionen-Theater mit hunderten Bauern aus den Volksstämmen des Umlandes.
Chinesischer Reisbauer (© jameslee999, iStockphoto / Chamäleon)
Durchatmen in der Frische der Natur und mitschweben, wenn bei einer morgendlichen Radtour die Nebel aus den Bergwäldern steigen, das ist Wellness auf Chinesisch. Gäbe es noch keine Postkarten – wegen dieser Idylle inmitten hunderter grüner Zipfelmützen müssten sie erfunden werden. Wasserbüffel sehen uns gelangweilt nach, von den Feldern winken die Bauern und in den Dorfgassen wird ein herzliches Willkommen gelächelt. Im Zeitlupentempo verbindet der Yulong-Fluss 12 eine Zauberwelt, die in China als Inbegriff von Schönheit gilt. Da bleibt uns keine angenehmere Wahl, als auf dem Bambusfloß ein Stündchen mitzuzaubern.
Reisterrassen von Longsheng (© China Tours / Chamäleon)
Neuer Tag, neues Glück. Wir gehen in Reisfelder, die bis zum Horizont reichen, kaufen bei lokalen Bauern Lebensmittel für unser Abendessen und mischen uns bei Longsheng 13 14 unter die Einwohner der Zhuang-Minderheit. Von unserem Gästehaus Longji Ping An hochoben in den Reisterrassen, ist der Panoramablick praktisch der Ape­ri­tif für die eigens für uns gekochte Spezialität der einfachen Reisbauernküche. Hausmannskost auf Chinesisch, wie Sie es aus keinem Restaurant kennen. Zum Abend in diesem Wolkenkuckucksheim gehört ein Sonnenaufgang, der die Romantik der letzten Tage in einem einzigen Bild festhält. Mit Einblicken in Alltag und Kultur der Nord-Guangxi-Region verabschieden wir uns am Nachmittag zu unserem Flug nach Shanghai.
Nächtliche Laternen in Shanghai (© iStockphoto / Chamäleon)
Shanghai 15, wow, welche Gegensätze. Hier chinesische Gartenbaukunst im Yu-Garten, dort der moderne Stadtteil Pudong. Auf der Aussichtsplattform des Jinmao-Tower heißt es: Luft anhalten. Der Blick zum Bund, der kolonialen Uferstraße, überspannt hundert Jahre Geschichte. Wir wissen auch schon, was Sie spätestens nach der abendlichen Faszinatour durch die Glitzermetropole sagen werden: Kann ich davon noch etwas mehr haben? Bitte sehr: Finale grande bei einem Cocktail in einer Bar mit der Skyline und dem Lichtermeer der Millionenstadt zu Ihren Füßen. Irgendwo da unten liegt Ihr Hotel Sunrise on the Bund. Himmlisch schlafen oder den sündigen Lichtern der Nacht verfallen, das ist hier die Frage.
Transrapid bei Shanghai (© mamahoohooba, iStockphoto.com / Chamäleon)
Kleiner Abstecher 500 Jahre zurück. Zhujiaojiao heißt der Ort, der schon die Ming- und Qing-Dynastie kommen und gehen sah. Nur ihre Brücken sind geblieben und haben dem Wasserdorf den Titel Venedig Shanghais eingebracht. Es fehlen jetzt nur noch ein paar Details für Ihren Nachweis, im echten Shanghai 16 gewesen zu sein: die unzähligen kleinen Läden, Galerien, Bars und Restaurants, die Straßenküchen der Altstadt, die kolonialen Versatzstücke, über die sich der Mantel der Geschichte legt. Ein letztes ungläubiges Staunen, ein letztes Mal Lotusblüten im Yu-Garten, dann bringt der Transrapid Sie zum Flughafen Pudong. Mittags Start, abends Landung in Frankfurt 17, und China ist jetzt genau so, wie Sie es sich vorstellen.
Yangtze - 17 Tage Wunderwelten-Reise
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