Weltweite Freunde

Einem Original-Reiseleiter sehen Sie sein Land an.

Stefan wäre gern ein Vogel geworden.

Als er noch ein Junge war, schlich er mit seinem Bruder stundenlang auf Entdeckungsreise durch die Buschsavanne. Immer neue Pflanzen und Tiere, vor allem aber die eigenartigsten Vögel zu entdecken, wurde zu seiner Leidenschaft, an der sich bis heute nichts geändert hat. Stefan ist in Namibia geboren und nicht weit von Windhoek auf einer Farm aufgewachsen. Was kann einen jungen Menschen mehr prägen als dieser intensive Kontakt mit der Natur und ihren Rätseln? Es war so gesehen geradezu zwangsläufig, dass für Stefan nur ein Beruf in Frage kam, in dem er seine Leidenschaft pflegen und mit anderen würde teilen können. So wie früher mit seinem Bruder: Reiseleiter.

Dass er ein besonders zugänglicher, herzlicher und engagierter Mensch ist, der jedem seiner Reisegäste das südliche Afrika mit seinen Augen nahe bringen will, darf gerne als persönliche Beigabe betrachtet werden. Und wer das Glück hat, ihn ein zweites Mal zu erleben – beispielsweise auf einer unserer Reisen durch Botswana – erlebt einen erneuerten Stefan, weil er in der Zwischenzeit wieder mit Feldstecher und Bestimmungsbuch auf der Pirsch war und von neuen Entdeckungen aus seinem Spezialgebiet, der Vogelwelt, erzählen kann. Allen anderen empfehlen wir sein Buch, das bald auf den Markt kommen wird: Die Vögel Namibias. Wir erwarten einen Bestseller.

Stefan Rust is(s)t Feinschmecker (© Luisa Mentz / Chamäleon)

Stefan Rust

Die Meisterin der Anekdoten.

Man darf die Kleinen nicht unterschätzen. Und Aracelly F. Fernández schon gar nicht. Typisch für Costa Rica, ist die 45-jährige Spross einer riesigen Familie mit 7 Geschwistern und an die 200 Cousins und Cousinen. Wer lange genug im Stammbaum klettert, der findet sogar eine Verwandtschaft zur derzeitigen Präsidentin des Landes. Kein Wunder, dass sie bei diesen Wurzeln mit einer beinahe angeborenen Durchsetzungsfähigkeit ausgestattet ist.

Für Aracelly stehen in Costa Rica alle Türen offen. Sie kennt Gott und den Quetzal und führt unsere Reiseteilnehmer furchtlos zu einsamen Karibikstränden, durch das unzugängliche Regenwald-Dickicht, in traditionelle Werkstätten, die Neugierigen normalerweise verschlossen sind und auf Plantagen zu sonnengegerbten Bauern.

Ein Tourismus-Studium, die einzigartige Biodiversität ihres Landes und freiwillige Arbeitseinsätze in den Nationalparks, haben zu ihrem Entschluss geführt, fremde Menschen die Geheimnisse ihrer außergewöhnlichen Heimat schmecken zu lassen. Voilà, schnell noch deutsch gelernt, und heute spickt sie ihre Touren neben ihrem unerschöpflichen Wissen mit den gesammelten Anekdoten, die ein engagiertes Reiseleiter-Dasein so mit sich bringen. »Aracelly, was war noch mal dein verrücktestes Erlebnis?« »Das war im Regenwald, wo die Brüllaffen-Familien träge in den Bäumen hängen und Siesta machen. Bei Gefahr allerdings bricht ein höllisches Gebrüll los. Und wenn auch das nicht hilft, greifen die Männchen zum äußersten. So kam, was kommen musste: Kollektiv und zielgenau haben sie dem etwas aufdringlichen Hobbyfotografen in unserer Gruppe auf den Kopf gepinkelt.« Shampoo-Artillerie nach Dschungel Art.

Aracelly ist für jeden Spaß zu haben (© Amadeus Travel Agency / Chamäleon)

Aracelly Fallas Fernández

Die wandelnde Seele Ugandas.

Die Philosophie, mit der Lamech seine Reisegäste durch Uganda führt, könnte von uns sein. »Ich will den Menschen keine Geschichten erzählen, die sie auch in Reisebüchern nachlesen können. Ich möchte mit ihnen mein Land erfahren, erlaufen, erleben, erschmecken. Es gibt so viel mehr als geschrieben wird.« Lamech tut, was er sagt, und er muss es wissen, denn er kommt aus dem Stamm der Muganda, einem Bantu-sprechenden Volk aus dem Süden des Landes, dem Baganda-Königreich mit seinen 52 Clans.

Auch ein Königreich kann einem wissenshungrigen jungen Mann zu klein werden, und so begann seine persönliche »Globalisierung« mit einem Studium der deutschen Sprache und der Religionswissenschaften an der Makerere-Universität in Kampala. Aber alles Wissen hat die Bindungen an seine Wurzeln, die Vielfalt der Kulturen und Traditionen und den Lockruf der Natur nicht lockern können. Flora und Fauna seiner Heimat waren und sind seine Leidenschaft geblieben. Also galt es, Vergangenes und Zukünftiges zusammen zu bringen. Als Reiseleiter konnte er in der Perle Afrikas bleiben und gleichzeitig seine Deutschkenntnisse entwickeln. Und damit sein Drang nach Globalisierung nicht gänzlich unter die Räder gerät, hat er sich zur Leseratte entwickelt, die das Weltgeschehen in jeder freien Minute aufsaugt wie ein Schwamm. Also immer dann, wenn seine Reisegäste schlapp und selig von den ugandischen Abenteuern in den Betten liegen und sich auf den nächsten Tag freuen.

Lamech Nsimbe (© Chamäleon)

Lamech Nsimbe

Ein zweiter Alexander von Humboldt.

Die Allee der Vulkane wurde sein Schicksal. Nicht nur, weil Marco am Fuße des Chimborazo geboren wurde, sondern vor allem in der Nachwirkung des 23. Juni 1802, als Alexander von Humboldt bis knapp unter den 6.310 Meter hohen Gipfel des heftig grummelnden Vulkans aufstieg, um den sogenannten Neptunismus zu widerlegen. Es sollte für lange Zeit der Höhenweltrekord für Bergsteiger bleiben, und das Kind Marco ließen die Abenteuer des Naturforschers bis heute nicht mehr los.

Welch ein Glück für Sie, denn Marco ist seit nunmehr 20 Jahren mit Leib und Seele Reiseleiter, und manchmal hat es den Anschein, dass er nichts anderes getan hat, als alles verfügbare Wissen über Ecuador, seine Geschichte, die Pflanzen- und Tierwelt, die Kunst und Kultur des Landes in sich aufzusaugen. Ein wandelndes Lexikon, ein zweiter Humboldt, beseelt von dem Wunsch, seine Reisegäste mit seiner Begeisterung für das Leben und Wirken des deutschen Forschers anzustecken. Wer mit Marco unterwegs ist, darf sich auf eine abwechslungsreiche Mixtur aus ecuadorianischem Leben, deutscher Wissenschaft und lokalem Witz gefasst machen. In astreinem deutsch übrigens, denn für ihn, den Perfektionisten, war klar, dass er zuvor in Bonn unsere Sprache studieren würde, damit er die Feinheiten seines Wissens verlustfrei weitergeben kann.

Marco, das wandelnde Wissenslexikon (© Alexander Sass / Chamäleon)

Marco Cepeda

LKW-fahrende Bankerin sucht Gäste.

Eine schnurgerade Karriere kann man es nicht nennen, aber wie wir wissen, ist der Weg das Ziel. Ergo begann Heidi Steinbruckner als Lehrerin, wechselte nach Wanderjahren als Lkw-Fahrerin ins Bankfach, um schließlich festzustellen, dass man auch sein Hobby zum Beruf machen kann. Sie reiste zu dieser Zeit sehr gern und suchte, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Was sie fand, wurde zu einem Volltreffer für jeden, der mehr über ein Reiseland erfahren möchte, als er googeln kann. »Ich erzähle die Geschichte durch Geschichten«, sagt sie. Die meisten davon sind wahr, andere wurden von Generation zu Generation mündlich überliefert. Zusammen ergeben sie einen unschätzbar wertvollen Einblick in die Seele des Landes.

In Kapstadt geboren, durch Europa getrampt und wieder zurück in ihrer geliebten Heimat, ist Heidi der lebende Beweis für eine beliebte Redensart in Südafrika: Einmal in Afrika, und der kleine Haken, der sich ins Herz geschlichen hat, zieht dich wieder zurück. Wohl wahr und Heidi setzt wirklich alles daran, dass es ihren Gästen genauso geht.

Heidi Steinbruckner (© Chamäleon)

Heidi Steinbruckner

Rado sagt es mit Musik.

Es war sein Kindheitstraum und sollte lange ein Traum bleiben. Rado Andriananjanirina wollte berühmt werden, ein international gefeierter Star, the Voice of Madagaskar. Am Ehrgeiz hat es jedenfalls nicht gemangelt: Er lernte Klavier, Flöte und Gitarre, er sang sich durch seine Jugend, aber ein Hit hatte nicht sollen sein. Vielleicht auch gut so, denn wer weiß, ob Rado sonst angefangen hätte, Deutsch zu studieren, angestiftet durch seinen Onkel, der ihm oft vom fernen Deutschland erzählte.

Und dann klappte es mit der Musikerkarriere doch noch, wenngleich etwas anders als gedacht. Denn seine Gitarre ist immer dabei, wenn Rado Chamäleon-Gäste durch sein Land führt und madagassisches Liedgut mit ihnen übt. »Musik ist ein zentraler Teil unserer Kultur«, pflegt er zu sagen, »erst danach kommen die Lemuren.« So verpackt Rado die Seele seiner Heimat in Noten, und alle haben ihren Spaß dabei. Und weil es so schön ist, gibt es zum Schluss nicht selten eine CD von ihm. Sein persönliches Fazit: »Also, mein Wunsch passt gut zu meiner Karriere zusammen und will immer so weiter hin.« Na bitte, geht doch.

Rado macht Musik für die Kinder (© Lena Labryga / Chamäleon)

Rado Andriananjanirina

Die Maßschneiderin neuseeländischer Träume.

Welch ein Omen: Nach bestandenem Abitur schien für Sabine nur ein Berufsleben der Himmel auf Erden zu sein: Schneiderin. Maßschneiderin, um es genau zu sagen. Aber da war auch ihre Begeisterung für’s Reisen. Per Interrail quer durch Europa, Kletter- und Radreisen durch fast alle Länder des Mittelmerraumes, nach Nordafrika, Nepal und Thailand. Und dann kamen ihre drei Reisen nach Neuseeland. Diese unbeschreibliche Natur, die Farben, das Spiegelbild schneebedeckter Berge in topfebenen Seen, der ungezwungene Lebensstil, die Menschen in ihrer grenzenlosen Freundlichkeit und Offenheit. Eine gänzlich andere Welt, wo in den botanischen Gärten zu Handlungen aufgefordert wird, die bei uns als Sakrileg gelten: »Bitte betreten Sie den Rasen. Wir laden Sie herzlich ein, an den Rosen zu riechen, die Bäume zu umarmen, mit den Vögeln zu reden und auf der Wiese zu picknicken.« Sabine blieb und dachte sich, wenn ich schon Maßschneiderin bin, kann ich auch maßgeschneiderte Reiseleitung machen, um möglichst viele Menschen für dieses sensationelle Land zu begeistern. Neusehland sozusagen.

Gedacht, getan, es folgte ein Tapeten- und Berufswechsel, und seit 2007 lebt sie im Outdor-Paradies am Lake Hawea, einem der fünf großen Gletscherseen im Southern Lake-Gebiet. Hier sind sportlich ambitionierten Urlaubern keine Grenzen gesetzt, man kann aber auch einfach nur dasitzen und sich fassungslos fragen, wer diese überwältigend zauberhafte Landschaft geschaffen hat. Am besten, Sie fragen Sabine.

Sabine geniest die Schönheiten Neuseelands (© Chamäleon)

Sabine Wittkopf

Vietnam ist meine große Liebe Nr. 2.

Vietnam, hier bräuchte man auf jeder Reise ein Dutzend Reiseleiter, so viel Historie, Bräuche, Traditionen und kulturelle Webmuster stürzen auf den Besucher dieses wundervollen Landes ein. Und dabei sind die einzigartigen Schöpfungen der Natur noch gar nicht mitgezählt. In ganz selten Fällen aber genügt für dieses überwältigende Programm eine einzige Person, die Ihnen die Seele dieses geschichtsträchtigen Fleckchens Erde so nahe bringt, als sei es schon immer Ihre Heimat gewesen. Nguyen Viet Lao heißt er und ist zum Glück unser Reiseleiter bzw. Ihr Reiseleiter. »Jedes Mal«, sagt er, »wenn ich Gäste durch Vietnam führe und ihnen die Kultur unseres Volkes näher bringe, liebe ich mein Land noch ein Stückchen mehr.« Und Viet Lao ist selbst immer wieder überrascht, wie viel Neues es in Vietnam noch zu entdecken gibt. Man sollte also mehr als einmal dorthin reisen, aber das ist ein anderes Thema.

14 Jahre seines Lebens hat Viet Lao in Hannover verbracht, Touristik studiert und nebenbei in einem Restaurant gejobbt. Nicht schwer zu erraten, was die Küche dort gezaubert hat: Baozi, Pho Bo, Somm Tamm, Hoisin, Bian und so weiter. Wobei man fairerweise sagen muss, dass Bian nicht Hühnchen, Lamm oder Hackfleisch bedeutet, sondern »geheimnisvoll«, und es handelt sich auch nicht um ein vietnamesisches Gericht, sondern um den Vornamen einer Frau, in die er sich schwer verliebt hatte. Bevor fortan nun alle Gerichte versalzen serviert werden würden, hat er sie geheiratet und mit zwei Kindern leben sie inzwischen glücklich in Hanoi. Und weil sie nicht gestorben sind, ist Viet Lao heute unser Reiseleiter, damit Sie sein Land in allen Facetten und vor allem in vollen Zügen genießen können.

Lao auf der Dschunke in der Halong Bucht (© Chamäleon)

Nguyen Viet Lao

Chile mit den Augen Loretos.

Es klingt vielleicht etwas verwegen, aber es ist nicht falsch, wenn wir sagen, dass Loreto praktisch als Reiseleiterin zur Welt gekommen ist. Ihre ganze Familie hat sich dem konsequenten Ökotourismus verschrieben, und das bedeutet in einem Land wie Chile viel Arbeit, weil viel Öko. Der Werterhalt und die Pflege unwiederbringlicher Natur- und Kulturschätze sind also das, womit Loreto aufgewachsen ist. Und das spüren unsere Reisegäste, die sich glücklich schätzen können, Loreto an ihrer Seite zu haben. Diese Begeisterung für ihr Land und das profunde Wissen um die historischen Ereignisse und Zusammenhänge, lassen jeden die Seele Chiles fühlen, der ihren Erklärungen und Erzählungen lauscht. Da erwachen Ruinenstätten zu neuem Leben und Wüsten werden zu blühenden Landschaften. Da hören die Gletscher auf, zu schmelzen und – haben Sie gesehen? – gerade ist Fernando Magellan an uns vorbei gefahren. Naja, so ähnlich jedenfalls, denn so ist das nun mal, wenn Geschichte lebendig wird.

Bereits mit 15 Jahren hat die in Puntas Arenas geborene Patagonierin englischsprachige Touristen durch die Sehenswürdigkeiten ihres Landes geführt. Sie lächelt, wenn sie das erzählt, denn zwischenzeitlich hat sie Tourismus studiert und an der Universität in Valparaiso ihr Diplom für deutsch-spanische Übersetzungen gemacht. Einschließlich einem Jahr in Deutschland, um unsere Kultur und die Sprache besser zu kennen. Aber das ist nur ein Mosaiksteinchen in ihrem Weltbild. Im Grunde ihres Herzens dreht sich alles um ihr Chile.

Loreto zeigt ihr Land den Reisegästen (© Chamäleon)

Loreto Vasquez

Wenn er fort ist, ist er da.

Man könnte sagen, er sei wie Tarzan. Kennt jeden Baum, jede Liane zum nächsten Erlebnis und alles, was im Verborgenen kreucht und fleucht. Denn wenn er seine Gästen gerade mal nicht in die unbekannten Schatzkammern seines Landes entführt, wird er unsichtbar. Dann macht er sich auf zu den Ureinwohnern Sri Lankas, um mehr über ihre Sitten und Gebräuche zu erfahren und Kontakte zu knüpfen, die zu den Highlights der nächsten Reise werden könnten und sei es nur durch authentische Erzählungen, die in keinem Reiseführer stehen und auch auf Wikipedia nicht zu finden sind.

Wandern in den Bergen, das Aufspüren versteckter Dörfern, die nicht kartografiert sind und neue Gebiete für Safari-Abenteuer suchen – da ist er, wenn er fort ist. Und wenn er wieder zum Vorschein kommt, hat er garantiert etwas gefunden, was die Reise mit ihm bereichert. Sei es ein Wasserfall, die seine Leidenschaft sind, oder ein Geheimtipp, wo sich die wilden Elefanten zum Tee treffen. Zumindest zu den frischen Blättern.

Anton Gamini (© Chamäleon)

Anton Gamini

Mit der Begeisterung eines Kindes.

Als sich Majas Eltern, eine südwestafrikanische Farmerfamilie in dritter Generation, entschlossen, in ihre Farm einen Hotelbetrieb zu integrieren, schlug Majas große Stunde. Denn sie war es, die ihre Gäste mit der Unbefangenheit eines Kindes an die Hand nahm und nicht mehr aufhörte, zu plappern. Vom Busch und allem, was da kreucht und fleucht. Sie konnte von den Big Five genauso spannend erzählen wie von den Little Five, die die meiste Zeit im Sand der Namib-Wüste hausen. Sie wusste, wie der erste Regen riecht und wann die Akazien blühen. Mit ihren Augen hat sie den Menschen einen unverstellten Blick auf die Geheimnisse ihrer Heimat ermöglicht.

Das ist lange her. Aber die Begeisterung ist geblieben und wurde schließlich zur Berufung. Reiseleiterin wollte sie werden und sie wurde eine ganz besondere. Mit allen Ausbildungsprogrammen für den historischen und kulturellen Hintergrund, vor allem aber wie damals mit dem ganzen Herzen. Oder sollten wir besser sagen: voller Leidenschaft? Darüber urteilen Sie bitte selbst, wenn Sie mit Maja auf Entdeckungsreise durch »ihr« Namibia unterwegs sind. Soviel ist jedenfalls sicher: Ihre Gäste kommen als Fremde und gehen als Freunde. Sagt sie und meint es ganz genauso.

Maja van Biljon ist immer gut drauf (© Chamäleon)

Maja van Biljon

Bewegende Geschichte aus erster Hand.

Wer seit 30 Jahren in Südafrika lebt, braucht keine Bücher zum Nachlesen, der hat Zeitgeschichte am eigenen Leibe erfahren. Ann mit dem französischen Namen kam gerade rechtzeitig von ihrer Heimat zwischen Cambridge und London über erste Berufserfahrungen in Süddeutschland nach Kapstadt, der bekanntermaßen schönsten Stadt der Welt. Und das erste, was sie erkannte, war die Not derjenigen, die ohne Chance auf eine Zukunft am Rande der Gesellschaft aufwuchsen. Von dort war es mit Hilfe ihres Mannes, einem südafrikanischen Ranger burischer Abstammung, nur noch ein kleiner Schritt zum Aufbau von Kinderheimen in den sogenannten Cape Flats.

Dann kam die südafrikanische »Wende«, das Ende der Apartheid, das mit der Freilassung des ikonischen Nelson Mandela nach 28 Jahren Haft als Terrorist ihren Anfang nahm und zu den bewegendsten Ereignissen ihres Lebens zählt. Gerade aus dieser persönlichen Teilhabe an den umwälzenden Entwicklungen in Südafrika, berührt sie, die seit nunmehr 15 Jahren als Reiseleiterin versucht, Geschichte lebendig werden zu lassen, die innerliche Wandlung, mitunter auch die Ergriffenheit, die ihre Reisegäste im Angesicht eines immer noch zerrissenen, aber großartigen Landes erfasst. Mach weiter so, Ann, eines Tages werden wir in der Lage sein, Südafrika zu verstehen.

Ann du Toit (© Chamäleon)

Ann du Toit

Irrfahrt zum Traumjob.

Deutsche Eltern, geboren in Guatemala, mit zwei Jahren nach Peru, glückliche Kindheit im Colca-Tal, aber dann starb der Vater. Zurück nach Deutschland? Nein, dann lieber ein deutsches Café aufmachen. Aus dem Café wurde ein Restaurant, aus dem Restaurant eine Bar, und neben der Schule passte Florian Hagemann auf seine kleine Schwester auf oder half seiner Mutter beim Kellnern. »So hab’ ich Deutsch gelernt«, gesteht er heute, »– mit Freddy Quinn, Peter Alexander und Heino täglich aus der Jukebox. Das war echt hart.«

Und danach, als die Schule beendet war? Ein bisschen Maschinenbau, ein bisschen Bäcker, Boxstudio, Gewichtheben, Archäologie. Brotlose Künste. Bis ihn die Liebe zu Peru, dessen Natur und zur Geschichte des Landes auf die Idee brachte, seine Gefühle mit anderen Menschen zu teilen. Also Reiseleitung. Drei Jahre Studium, dann hatte er seinen Traumjob gefunden – die Irrfahrt war beendet. »Den Menschen das richtige Peru zeigen, nicht nur Postkartenmotive, sondern alles erzählen, was war und ist, und zeigen, wie wir leben«, das ist sein Credo. Dafür wurde er unser Reiseleiter, damit führt er staunende Chamäleon-Gäste durch die Wunderwelten seiner Heimat.

Florian Hagemann in seinem Element (© Chamäleon)

Florian Hagemann

Haustiere waren ihm zu wenig.

Das lag nicht etwa an der Menge, denn Freddy Nickel hatte davon in seiner Pfälzer Heimat reichlich. Die begrenzte Größe der Vierbeiner war’s, die den Naturliebhaber in eine Gegend zog, wo sein Drang nach Vielfalt und Üppigkeit reicher belohnt wurde. Und so packte er nach dem Studium der Chemie und des Chemieanlagenbaus seine Koffer und folgte dem Ruf der Big Five nach Südafrika. Wenn schon, dann richtig, dachte er sich und schrieb sich auf einem College für die Ausbildung zum Wildhüter und Naturführer ein. Endlich am Ziel, aber Freddy war von dem Gedanken beseelt, dass sehr viel mehr Menschen seine Begeisterung teilen würden, wenn sie nur hautnah an die Wunder der Natur herangeführt würden.

Und so kam, was kommen musste. Nach seiner Zeit als Guide und Ranger in Südafrika wurde er Reiseleiter in Namibia. Welch ein Glück für uns. Natur, Kultur, seine Lieblinge: die Reptilien, und exotische Früchte, sind nun sein täglich Brot. Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn Freddy lässt seine Gäste alles probieren, was manchmal suspekt aussieht, aber nahrhaft ist, Mopane-Würmer eingeschlossen. Und sollten Sie sich seinem Genussvorschlag verweigern, ist das auch nicht tragisch. Er hat für alles einen Alternativplan.

Freddy Nickel mit den NatureBottles (© Peter Pack, Packsafari / Chamäleon)

Freddy Nickel

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