Mittags in München beginnt Ihre Reise in atemberaubende Wunderwelten, und kaum dass der neue Tag begonnen hat, landen Sie auch schon in Delhi 1 2. Im Le Méridien Gurgaon Central Park ist noch Zeit für eine verwöhnte Mütze Schlaf und ein Frühstücksbuffet vom Feinsten, dann liegt die erste Kaskade magischer Momente bereits vor Ihnen. Im alten Delhi ehrt das Gandhi Memorial Raj Ghat »die große Seele« des Landes, den Befreier von der britischen Kolonialherrschaft. Dann kommt auch schon der erste Hammer: Jama Masjid, die Freitagsmoschee, zählt zu den größten der Welt. Und kaum dass Sie diese monumentale Pracht verdaut haben, folgt mit Qutub Minar ein bewegendes Meisterwerk der Steinmetze. 72,5 Meter hoch, 1192 als Siegessäule in Auftrag gegeben und seit Langem Weltkulturerbe.

Zwei lächelnde Inderinnen (© Kurt Heller / Chamäleon)

Wissen Sie noch, wie eine Nähmaschine aussieht? Jene Einarm-Dinos mit Handkurbel, auf denen Ihre Ururgroßmutter das Bettzeug geflickt hat? Heute werden Sie diese Relikte aus grauer Vorzeit wiedersehen, denn in der Sanshil Foundation for Welfare sind sie ein Segen für die Frauen aus der untersten Schicht der Gesellschaft. Eine Ausbildung zur Schneiderin erfüllt hier die Hoffnung auf ein unabhängiges Leben. Von Pink in Stoffen zu Pink in Steinen: Pink City. Jaipur 3 ist die Hauptstadt des Bundeslandes Rajasthan und unübersehbares Kulturzentrum. Der sagenhafte Palast der Winde, der Stadtpalast Jai Singh II., die weltgrößte Sonnenuhr Jantar Mantar, die wundervollen Gärten hinter hohen Mauern und immer wieder Rosarot, denn Rosarot ist in der Tradition Rajasthans die Farbe der Gastlichkeit. Was keine leeren Worte sind, denn zum Abendessen sind wir bei einer indischen Familie eingeladen.

Detail des Spiegelpalastes Sheesh Mahal im Amber Fort (© Mathias Conze / Chamäleon)

Lassi, Orangenreis, ayurvedischer Reisbrei, Bananen-Porridge und Yoga gehören zum indischen Frühstück. Yoga können Sie zur Not weglassen, der Rest sei Ihnen zur Stärkung sehr ans Herz gelegt, denn die Festung der alten Hauptstadt Amber unweit von Jaipur 4 will eingenommen werden. Nicht auf Elefanten wie zu Zeiten der Kachwaha-Dynastie, aber die Verschwendungssucht der Rajputenfürsten wird Ihnen auch ohne die Dickhäuter den Atem verschlagen. Allein im Sheesh Mahal füllen so viele Spiegel die Wand- und Deckenornamente, dass eine einzige Lampe ausreicht, den ganzen Saal mit Licht zu füllen. Im Palast der Winde zieren 953 kleine, kunstvoll gestaltete Gitterfenster die bombastische Fassade, hinter denen die Frauen des Hofes das Treiben auf der Straße verfolgen konnten. Als wenn das nicht schon Kino genug wäre, erwartet Sie am Abend ein populäres Filmtheater inklusive Bollywoodschinken und Kirmesstimmung.

Abendstimmung in Phuskar (© Michael Staack / Chamäleon)

Sind Sie bereit für mehr? Dann bitte einsteigen, der Zug fährt ab. Jedenfalls das, was man in Indien unter einem Zug versteht. Ist ein bisschen wie Achterbahnfahren, weshalb wir für Sie die Chair Class gebucht haben, die Sie in bequemen Sesseln durch das Land der Könige ins Zentrum des Allerheiligsten bringt: Pushkar 5 und mittendrin der See sind für gläubige Hindus das Ziel einer langen Reise, um ihre Seele reinzuwaschen und um Gesundheit zu bitten. Als Zeichen der Segnung tupfen die Brahmanen den Pilgern einen roten Punkt auf die Stirn. Der Rest von Pushkar sind heilige Terrassen, Imbissbuden very spicy und kleine Cafés in verwinkelten Gassen, wo das Leben ruhig dahintreibt. Aber Pushkar ohne eine Verehrung Brahmas geht gar nicht, und wir haben Glück. In seinem Tempel über dem Basar findet die abendliche Feuerzeremonie statt. Nur die Schuhe bleiben draußen. Pushkar by night können Sie danach so lange genießen wie Sie möchten. Mit einem betörenden Blick über die Stadt vom Pushkar Palace direkt am See.

Kamele bei Sonnenuntergang (© Eheleute Mattner / Chamäleon)

Wie oft haben Sie sich schon gefragt, wie sich so ein Maharadscha-Leben angefühlt hat? Heute gibt es die Antwort. Denn die indischen Könige haben derart viele Paläste hinterlassen, dass ein paar aufregende Hotels dabei abgefallen sind. In so einem wohnen wir heute. Ob das majestätische Palasthotel Khimsar Fort in Khimsar 6 schon immer diesen wundervollen Pool hatte, ist nicht überliefert. Heute gehört er dazu, und der Blick vom himmelblauen Beckenrand auf den Palast ist wie das glückliche Ende eines Märchens. Aber das Kontrastprogramm ist bereits gebucht. Am Rand der Wüste besuchen wir Dörfer, in denen Zeit eine andere Bedeutung hat, doch das Abendessen auf den Dünen ist frisch und indisch scharf.

Die blaue Stadt Jodphur (© Tobias Helbig, iStockphoto.com / Chamäleon)

Der weiße Palast hat morgens eine andere Farbe als am Abend, also setzen Sie sich noch einmal in den Pool, wir fahren erst später zu einem spektakulären Farbwechsel. Was in Jaipur Rosarot war, ist in Jodhpur 7 Blau, weshalb sie folgerichtig die blaue Stadt genannt wird. Diesmal nicht der Gastfreundschaft wegen, sondern weil Blau die Zugehörigkeit zur Kaste der Brahmanen ausdrückt. Den schönsten blauen Blick haben Sie vom gewaltigen Fort Mehrangarh 123 Meter über der Stadt. Aber umgekehrt ist die Aussicht auch nicht übel. Vor allem im goldenen Schein der tief stehenden Sonne, nachdem uns ein Tuk-Tuk vom alten Basar in die erholsame Ruhe des privaten Landhauses Ratan Vilas gebracht hat. Indiens romantische Seite mit einem schönen Pool und einem gedeckten Tisch im Garten.

Inderin im Jain-Tempel in Ranakpur (© Heller Kurt / Chamäleon)

Superlative und kein Ende. Der Jain-Tempel auf dem Weg nach Udaipur besticht durch 1.444 Säulen, Ornamente von umwerfender Kunstfertigkeit und eine beispiellose Architektur. Trotzdem müssen Sie an diesem Tag noch eine Steigerung hinnehmen, wenn wir am frühen Abend Udaipur 8 9 erreichen, das Venedig des Ostens. Elf weiße Paläste überragen die Stadt, und am Ufer des Pichola-Sees können Sie von unserem Fateh Prakash Palace aus den ganzen Abend versuchen, sich sattzusehen. Fortsetzung am nächsten Morgen, denn für Udaipur braucht man eine zweite Chance. Zunächst mit dem Fahrrad auf Intensivtour durch die Kulturschätze der Altstadt. Die Schule für Miniaturmalerei und eine Werkstatt für die in Rajasthan charakteristische Kunst des Blockdrucks sind ein Muss, genauso wie die Insel Jag Mandir, das exzentrische Privattheater des Maharadschas und der auf der Insel gelegene Jagdish-Tempel, wo »Der Tiger von Eschnapur« und der James-Bond-Film »Octopussy« gedreht wurden. Noch eine Nacht am See? Aber gern, weil es so unglaublich schön ist.

Strassenhändler in Udaipur (© Marie Böhm / Chamäleon)

Mit jeder neuen Belagerung durch die muslimischen Eroberer wuchs die Festung von Chittaurgarh 10 zum flächenmäßig größten Fort des Landes. Allein die schöne Prinzessin Padmini war für Sultan Ala ud-Din Khalji Grund genug, im Jahre 1303 seine Truppen gegen das Bollwerk anrennen zu lassen. Vergebens. Doch als es nach der Erfindung des Sprengstoffs endlich gelang, ins reiche Innere der Festung vorzudringen, starben die Männer in einem aussichtslosen Kampf und ihre Frauen wählten den Freitod. Jedes Kind in Indien kennt solche Geschichten über das sagenumwobene UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Jaina-Siegesturm, dem Mahavira-Tempel und der mächtigen Kuppel. Da geht es im Ranthambore-Nationalpark vergleichsweise entspannt zu, vor allem am Pool im Ranthambore Regency. Aber nur bis morgen früh.

Tiger im Ranthambore-Nationalpark (© Helmut Steinheimer / Chamäleon)

Da wird nicht lange gefackelt. Wenn über den Aravalli-Bergen die Sonne aufgeht, beginnt kaum zehn Minuten von unserem Hotel entfernt das Reich der Königstiger. Aber auch Leoparden, Krokodile, Axis-Hirsche, Lippenbären, Antilopen, Indische Gazellen und die farbenfrohe Vogelwelt des Ranthambore-Nationalparks 11 wissen, dass wir sie heute noch sehen möchten. Gleich nach dem letzten dankbaren Lächeln in der Schule Adarsh Manovikas Sansthan, wo sich die Chamäleon Stiftung engagiert, damit behinderte Kinder und Jugendliche nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Dort sind wir immer willkommen, und wahre Freunde rangieren noch vor Königstigern. Aber dann: Safari zweiter Teil, weil es all denen noch einen Guten Abend zu wünschen gilt, die sich am Morgen erfolgreich verdrückt hatten.

Frauen mit Kindern vor ihren Häusern (© Marie Böhm / Chamäleon)

Mit dem heutigen Tag beginnt der Traum, der allein die Reise wert wäre: das einzigartige Grabmal Taj Mahal, die aus ewiger Liebe geschaffene »Träne im Antlitz der Ewigkeit«, von dem die Legende sagt, dass nach seiner 22-jährigen Bauzeit allen Handwerkern eine Hand abgehackt wurde, damit sie nie wieder solch ein Bauwerk errichten konnten. Genießen Sie die Vorfreude, wir machen derweil noch einen Zwischenstopp in Fatehpur Sikri 12. Der Haremskomplex, die Audienzhalle, das Siegestor, das Mausoleum mit den spinnwebenfein gemeißelten Marmorfenstern und dem vielen Gold – alles UNESCO-Weltkulturerbe. Danach ist Zeit für Agra und einen ersten Blick auf das Wunder. Vom Garten Mehtab Bagh aus leuchtet der Zauber des Taj Mahal im Gold der untergehenden Sonne. Morgen gehört es Ihnen. Gute Nacht im Hotel Clarks Shiraz.

Das Taj Mahal (© Tom Andersch / Chamäleon)

Die Pferdekutsche bringt Sie zurück in die goldene Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat. »Bau mir das schönste Grabmal der Welt«, bat die sterbende Lieblingsfrau Mumtaz Mahal ihre große Liebe im Wochenbett des 14. Kindes. Der Großmogul Shah Jahan versprach es und schuf ihr zu Ehren das großartigste Bauwerk der Menschheit. Wundervoll, aber immer noch nicht das letzte Wort auf dieser mit unvorstellbaren Reichtümern gesegneten Reise. Akbar der Große ließ das Rote Fort von Agra 13 in Form eines riesigen Halbmondes bauen. Doch Shah Jahan hielt nicht so viel von Rot, und so wurden die Paläste im Inneren des Forts weiß. Aus Marmor, mit großartigen Nischen und Intarsien nach dem Vorbild unnachahmlicher islamischer Baukunst.

Vorbei, leider, keine Steigerung mehr möglich. Ein Abendessen noch im Le Méridien Gurgaon Central Park, der Rest sind Erinnerungen bis zur Landung in München 14, wo Sie für Außenstehende vielleicht etwas unverständlich von heiligen Seen, Palästen aus Edelsteinen, märchenhaften Nächten, Wüsten aus Gold, Mitmachkino, der ewigen Liebe und der Träne erzählen.

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