Das All-in-Programm Südafrika beginnt am Abend in Frankfurt 1. Der Flug nach Johannesburg vergeht wie im Traum, und der kleine Hopser nach Kapstadt 2 setzt Sie am Mittag ohne Zeitverschiebung in einer anderen Welt ab. Tafelberg, Signal Hill, Lion’s Head und Devil’s Peak machen die Skyline dieses Schmelztiegels weltweit unverwechselbar. Folgen Sie uns auf einer Rundfahrt zu den Hotspots, wo Kapstadt am typischsten ist: im farbenfrohen Kap-Malaien-Viertel, im Botanischen Garten und an der unverzichtbaren Waterfront, dem Kultviertel im alten Hafen.

Fleißige Frauen bei Penduka (© EJ Langner, Fairfield Tours / Chamäleon)

Außerhalb von Kapstadt 3 reiht sich Bucht an Bucht, und die spektakuläre Brandung entlang der Küstenstraße erklärt, warum das Kap der Guten Hoffnung auch Kap der Stürme genannt wird. Die Seerobben auf Duiker Island sind das gewohnt. Sie lassen sich auch von uns nicht aus der Ruhe bringen und tun im Übrigen das Gleiche wie wir: Sie genießen dieses wildromantische Gefühl von Freiheit im Table-Mountain-Nationalpark. Noch vor dem Frühstück im The Three Boutique Hotel gilt Ihr Blick dem Wetter. Denn die phänomenale Aussicht vom 1.000 Meter hohen Tafelberg steht unter dem Vorbehalt, dass die Seilbahn uns raufbringt. Sicher ist uns hingegen im District-Six-Museum ein bewegender Einblick in die Epoche der Apartheid. Nun aber wird es Zeit für Ihre weinselige Etappe. Einstimmung in Paarl 4 in den Kellern von Laborie, wo Sie alles über die lange Tradition des südafrikanischen Weinbaus erfahren und – ganz wichtig! – welch edle Genüsse sie hervorgebracht hat. Für Nelson Mandela waren sie unerreichbar, auch wenn das Victor-Verster-Gefängnis nicht weit von hier die letzte Station seines 27 Jahre langen »Weges zur Freiheit« war. Fortsetzung in der Auberge Rozendal, wo Sie auf dem familiengeführten Weinessiggut nicht nur die Fasskeller, sondern ein himmelblauer Gartenpool und der Komfort einer glückseligen Öchsle-Nacht erwarten.

Schülerinnen in Amalienstein (© Katrin Giebe / Chamäleon)

Lektion drei rund um die segensreiche Edelrebe findet im hochgelobten Stellenbosch statt. Ein kräftigendes Frühstück verbessert das Stehvermögen für tiefe Einblicke in die geheimnisvolle Welt der Böden, Reben, Kopfnoten und Abgänge. Nun reicht’s aber auch. Was sollen sonst die Riesenvögel von uns denken, die in der Straußenstadt Oudtshoorn 5 6 auf uns warten. Man sieht ihnen ihre Freude nicht an, missmutig-beleidigt beäugen sie unsere Ankunft im Thorntree Country House. Wildblumen, Echsen, Frösche, bunte Libellen und die ganze Vogelschar zeigen uns, wo es zum Rust-en-Vrede-Wasserfall geht. Wenn das Tal enger und das Rauschen lauter wird, fällt er uns praktisch vor die Füße, aus 74 Metern Höhe ohne Umwege in ein kleines Becken. Dusche gefällig? Oder doch lieber etwas Nachhilfeunterricht im Straußezüchten? Was hält so ein Megaei aus, wie lange wird es bebrütet, hat das Junge schon Federn, in welchem Alter sind Straußensteaks am saftigsten? Auf der Zuchtfarm Mooiplaas erwartet Sie dazu ein Strauß an erstaunlichen Informationen.

Groovin? the township (© Thomas Herzog / Chamäleon)

Heute wird Ihre Reise geadelt, denn von Oudtshoorn bis zur Mündung des Storms River in den Ozean im Tsitsikamma-Nationalpark folgt sie dem schönsten Küstenabschnitt Südafrikas, der berühmten Garden Route. Es ist nun nicht mehr weit bis Knysna 7, und falls der kleine Hunger kommt: Die Waterfront bebt von lebendfrischen Austern, da fällt der Verlust eines halben Dutzends kaum auf. Können Sie nachprüfen, mit einem fantastischen Blick vom Eastern Head auf das austernfreundliche Badewasser der grandiosen Lagunenlandschaft. Aber beglückende Momente finden auch im Kleinen statt. In der Fieldband Foundation zum Beispiel, wo Kindern und Jugendlichen durch gemeinsames Musizieren und Tanzen ein stabiles Selbstwertgefühl und der Nutzen von sozialem Verhalten vermittelt werden. Und siehe da, es funktioniert: 100 Prozent der langjährigen Teilnehmer schaffen den Schulabschluss, kein Fall von HIV und keine ungewollten Schwangerschaften mehr.

Rundgang durch die Qolweni-Township in Plettenberg Bay (© Klaus Hansen / Chamäleon)

Die Robben wissen, warum sie sich dieses traumhaft einsame Fleckchen Strand ausgesucht haben. Und wenn Sie es ebenfalls fühlen wollen, dann heißt es wandern, über Naturpfade und stufiges Gelände im Robberg-Naturschutzgebiet. Da liegen sie rum wie Gurken im Fass und haben für unseren Besuch allenfalls ein Blinzeln übrig. Die Versuchung, sich dazuzulegen, wäre verständlich, andererseits ist in der paradiesischen Lagune von Plettenberg Bay 8 Ihr Plätzchen schon vorgewärmt, und so viel sei jetzt schon verraten: Rumkugeln lohnt sich. Aber erst später, wenn die tief stehende Sonne die paradiesische Landschaft wie ein Bühnenbeleuchter in Szene setzt.

Storms River Hängebrücke im Tsitsikamma Nationalpark (© Klaus Hansen / Chamäleon)

Durch den letzten nahezu unberührten Urwald Südafrikas mit riesigen Gelbholzbäumen, wuchernden Farnen und seltenen Orchideen erreichen wir Tsitsikamma 9, den schönsten Nationalpark an der Garden Route. Hier muss man gelegentlich die Luft anhalten, so schön. Und mit Fahren ist es nicht getan. Die imposante Steilküste, den Blick in die gurgelnde Schlucht des Storms River, die wütende Brandung an den glatt gebügelten Stränden müssen wir uns erlaufen, aber es wird der aufregendste Spaziergang sein, seit Sie auf eigenen Beinen stehen können. Sie haben nun schon viel gesehen, aber nichts war so bunt wie die Addo Bush Palace Lodge im saftig grünen Krom-River-Tal. Piet Mondrian ist nichts dagegen, wenn die Ndebele und Xhosa loslegen, die Geschichten und Mythen des Ostkaps in Farben auszudrücken. Hier hat es die Gebäude der Lodge erwischt, und so bunt die Begrüßung, so edel die Gestaltung der Zimmer im afrikanischen Stil. Einer der Blautöne ist übrigens der Pool.

Family Day (© Isabella Schreieck / Chamäleon)

Mit ca. 560 Dickhäutern ist der Addo-Elephant-Nationalpark 10 das am dichtesten besiedelte Elefantenschutzgebiet Afrikas. An den Wasserlöchern stehen sie meist dicht gedrängt, und in gebührendem Abstand streifen Spitzmaulnashörner, Kapbüffel, Steppenzebras, Elenantilopen und Löwen durch das Dickicht. Abenteuer genug für einen ganzen Tag, und wer die Wildnis hautnah spüren will, kann dem König der Tiere bei einer optionalen Safari im offenen Geländewagen noch näher auf die Pelle rücken.

Strand am Oyster Box Beach House (© The Oyster Box Beach House / Chamäleon)

Fortsetzung folgt im Kariega Game Reserve 11 12, aber dazwischen liegen noch ein bis zwei Stunden der Wohltat in Kenton-on-Sea. Die endlosen Dünen an menschenleeren goldenen Sandstränden sind eine Augenweide. Und das Wasser erst! Ein bisschen Glück gehört dazu, dann sind Ihnen am Nachmittag die Big Five sicher. Elefant, Nashorn, Leopard, Büffel, Löwe und rund 20 weitere große Säugetierarten sind im 10.000 Hektar großen Kariega-Wildpark zu Hause. Sie im offenen Safariwagen zu entdecken, ist ungefähr so schwierig, wie Ostern das Ei hinter dem Sofakissen zu finden. Sobald Sie sich umzingelt fühlen, haben wir das exklusive Kariega Homestead erreicht, denn es liegt im Herzen des zauberhaften Schutzgebietes. Dass Sie von diesem gesegneten Flecken jemals wieder wegwollen, ist fraglich, zumal wir noch eine Bootssafari dranhängen, denn die Mitte des Kariega-Flusses ist ein Logenplatz für Eisvogel und Oryxweber, Witwenpfeifgans und Kräuselhaubenperlhuhn, Waffenkiebitz, Schönbürzelchen und ein paar Hundert andere, die gut versteckt an verschwiegenen Plätzen hocken. Der allerverschwiegenste wird allerdings Ihr Zimmer sein, wo Sie in vollkommener Ruhe Ihrem abendlichen Bomadinner entgegenträumen können.

Nah dran: Schönheit (© Michael Bill / Chamäleon)

Es könnte ja sein, dass sich gestern nur vier der Big Five gezeigt haben. Das ist natürlich nicht hinnehmbar. Also Safari, die fünfte, denn die wärmende Morgensonne lässt auch die stärksten der Starken leichtsinnig werden. Dann liegen die Löwen schlaftrunken auf der Lichtung und wir haben sie endlich. Ende gut, alles gut. Denn nun geht es unwiderruflich nach Port Elizabeth 13, wo am Nachmittag der Flieger via Johannesburg nach Frankfurt 14 startet. Aus All-in ist über Nacht wieder All-Tag geworden. Schade eigentlich, aber wenn das eine nicht aufhört, kann das andere nicht beginnen, und Chamäleon hat ja noch mehr wundervolle Reisen im Programm. Also dann: Bis zum nächsten Mal bei neuen Gänsehaut-Erlebnissen.

Noch mehr Gänsehaut

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