Bis zum Nachmittag ist die Welt noch in Ordnung. Aber dann beginnt in Frankfurt 1 Ihr anderes Leben. Die Transformation führt Sie über Doha in die aufgehende Sonne Kathmandus 2. Schon auf der Fahrt zum Hotel Kantipur Temple House werden Sie anhalten wollen, um mehr von dem zu sehen, was Ihnen unglaublich vorkommt. Das Tal der Königsstädte ist schon lange UNESCO-Weltkulturerbe und war in der Legende ein See, wo sich der Urtempel Swayambhunath aus der Flamme eines Lotoskelches selbst erschaffen hat. Solche Geschichten treiben die Fantasie an, die in der Königsstadt Patan 3 und beim wichtigsten hinduistischen Heiligtum Pashupatinath immer neue Nahrung findet. Wer hier verbrannt und am Südufer des Bagmati in den Fluss gestreut wird, hat ausgezeichnete Chancen auf eine gute Wiedergeburt.
Annapurna-Panorama (© isoft, iStockphoto.com / Chamäleon)
Stellen Sie sich das einmal vor: ein Berg, statt Spitze ein Sattel, ungefähr 200 Meter breit, also gerade ausreichend für eine Straße mit ein paar Holz- oder Lehmhäusern rechts und links. Die Gärten könnte man bereits lebensgefährlich nennen, denn sie neigen sich bedenklich steil in die 700 Meter tiefen Täler. Fallobst verschwindet hier auf Nimmerwiedersehen. Wir sind in Bandipur 4. Und dennoch stehen wir auf historischem Boden, denn Bandipur war eine von den Newar, einer angesehenen Ethnie mit eigenem Kastensystem, bewohnte Station auf dem Handelsweg von Nepal nach Tibet. Das Kastenwesen hat sich bis heute gehalten und prägt immer noch die Struktur des Ortes, wo die hohen Kasten im Zentrum wohnen, die niederen am Rand und die Unberührbaren an der Fallobstgrenze. Was aber klassenlos für alle und deshalb auch für uns gilt, ist dieses erhabene Gefühl, an einem besonderen Ort der Welt zu sein. Umringt von den schneebedeckten Achttausendern des Himalaya und einem unbeschreiblichen Blick darauf.
Altenrat (© Beate Schulte / Chamäleon)
Zugegeben, das klingt ein bisschen nach dem Ende der Welt, aber das kommt erst noch, wohin wir folgerichtig nicht mit dem Auto oder anderen Errungenschaften der Zivilisation fahren, sondern wandern. Runde drei Stunden, dann kommt Ramkot 5, völlig verschont von jeglicher modernen Entwicklung. Sie brauchen gar nicht auf Ihr Smartphone zu sehen, da ist nichts mehr. In Ramkot wohnen die Magar, eine aus Tibet eingewanderte Bevölkerungsgruppe, deren Gesundheitssystem auch heute noch aus einem traditionellen Heiler und seiner Schamanentrommel besteht. Und wissen Sie was? Es funktioniert, zumindest gemessen daran, dass hier etliche Krankheiten unbekannt sind, die uns heftig zu schaffen machen. Nach einem Picknick, zu dem ein Panorama gehört, das einen das Kauen vergessen lässt, gehen wir zeitig zurück, denn auf dem Thanimai-Berg gibt der Sonnenuntergang eine Galavorstellung für uns.
Pokhara-Panorama (© Phalano, iStockphoto.com / Chamäleon)
Eine überwältigende Bergwelt begleitet uns auf der Fahrt nach Pokhara 6, denn so klein Nepal einerseits ist, so gewaltig ist seine Natur. Sie werden am Fenster kleben, bis wir am Phewa-See angekommen sind, wo die Achttausender der Annapurna-Kette förmlich aus dem Wasser ragen. Aber es geht auch andersrum: bei den magischen Davids-Wasserfällen, die wie am Schnürchen gezogen in ein Loch stürzen und spurlos verschwinden. Fünfhundert Meter weiter sind sie plötzlich wieder da. Wir sind nun auch erst mal weg und nehmen dazu den Jeep ins idyllische Bergdorf Astam, wo die Terrassen des Hana No le Resort die erste Reihe im großen Himalaya-Kino sind.
Bergidylle im Himalaya (© Annegret Zychla / Chamäleon)
Natürlich können Sie sitzen bleiben und den ganzen Tag Himalaya-Kino gucken, aber den Bauern der umliegenden Dörfer Guten Tag sagen und mehr über das harte Leben in den Terrassenfeldern zu erfahren, bringt Sie näher an die nepalesische Seele. Die atemberaubende Kulisse von Manaslu, Annapurna-Massiv und Dhaulagiri läuft Ihnen nicht weg. Die ist sozusagen Ihr ständiger Begleiter beim Aufstieg auf den Hyangja Kot und zurück in das kleine Bergdorf Astam 7, wo sich Einsamkeit in Seelenfrieden wandelt.
Hindu-Frauen (© Kai-Uwe Kuechler / Chamäleon)
Jetzt gucken Sie schon seit Tagen nach oben, da sollten Sie auch mal nach unten sehen. Vom hochgelegenen Hochzeitstempel Bindabasini auf das himmlisch gelegene Pokhara 8. Aber selbst jetzt brauchen Sie nicht auf das Bild zu verzichten, das Sie seit Tagen in Atem hält. Denn nirgendwo präsentiert sich der Himalaya so umwerfend wie hier. 8.000 Meter hoch und 8.000 Meter tief. Das schafft nur das Spiegelbild im Phewa-See. Und auch das gibt es nicht alle Tage: Im Boot über den Annapurna. Berg heil.
Fröhlicher nepalesischer Mann in Tracht (© beemore, iStockphoto.com / Chamäleon)
Sie kennen Lumbini 9 nicht? Das muss sich ändern, denn hier – so sagt es die Überlieferung – wurde Siddhartha Gautama, der Begründer des Buddhismus, geboren. Unser Weg führt über Tansen, das einmal Hauptstadt des Magar-Königreiches war, und weil in Zentralnepal die Uhren etwas langsamer gehen, ist vieles so geblieben, wie es einst war. Das hat gereicht, UNESCO-Weltkulturerbe zu werden. Feste und Märkte gleichen den Mangel an Flashmobs und anderen zweifelhaften Phänomenen der Neuzeit aus, und die Pagodentempel der Altstadt darf man vor der Weiterreise ebenfalls nicht auslassen. Nun aber Lumbini und zur mentalen Einstimmung auf die bevorstehende Erleuchtung das Lumbini Garden Hotel.
Nashorn im Chitwan-Nationalpark (© Carsten Brandt, iStockphoto.com / Chamäleon)
Er lehrte »Die Vier Edlen Wahrheiten« und hat damit die Weltreligion des »Mittleren Weges« begründet. Seine Geburtsstätte gilt als heiligster Pilgerort des Buddhismus und ist – selbstverständlich – Weltkulturerbe. Wir nehmen ein der friedvollen Stimmung angemessenes Verkehrsmittel und fahren mit der Fahrradrikscha durch den magischen Park zum Maya-Devi-Tempel. Eine Minute des stillen Gedenkens am Bodhi-Baum und der Flamme des ewigen Friedens gehört zur heiligen Pflicht. Dann zeigt die Kür ihre Zähne. So hoffen wir jedenfalls, denn durch die Büsche des Chitwan-Nationalparks 10 11 streift der Bengalische Tiger. Und weil Tiere auch nur Menschen sind, hat er mal Lust und auch mal keine. Wir hoffen auf Safari-Glück im »Herz des Dschungels«. In der Temple Tiger Jungle Lodge ist das Lustprinzip keine Frage. Urwald-Bungalows am Narayani-Fluss, gleich neben dem Nationalpark und damit ideal für unsere Pirschfahrten am nächsten Tag. Mit dem Boot, dem Jeep, per Pedes und am Ende noch mit dem Ochsenkarren sind wir im Zauberland des Parks auf der Suche nach Panzernashörnern, Sambahirschen, Bengalfüchsen, Fischkatzen, Schwarznackenhasen und einer Vogelwelt, bei der nicht ganz klar ist, was sich der Schöpfer dabei gedacht hat: Schlankschnabeldrosslinge, Barttrappen, Paradiesschnäpper, Indische Schreiadler und so fort. Abends, an der Bar Ihrer Lodge, können Sie über diese Launen der Natur nur noch lächeln.
Reisterrassen bei Namobuddha (© Andreas Schuster / Chamäleon)
Guten Morgen und auf Wiedersehen, Chitwan. Am Trisuli-Fluss, der sich wie eine Achterbahn zwischen bewaldeten Bergen hindurchschlängelt, gehen wir noch einmal auf Spurensuche der Newar und werden im Bergort Dhulikhel 12 fündig. Ungewöhnlich authentisch haben sich hier Stil und Gewohnheiten der ethnischen Minderheit gehalten. Im Müßiggang durch die Altstadt flanieren und die andere Welt auf sich wirken lassen, kommt einer therapeutischen Entschleunigung gleich. Hier – mit einem ungehinderten Blick auf die Zackenkronen des Himalaya – ist jedes Wort überflüssig. Sammeln Sie von den stillen Eindrücken möglichst viel und stecken Sie ein paar in die Tasche für zu Hause.
Bhaktapur (© Kai-Uwe Kuechler / Chamäleon)
Damit das noch ein paar Stunden so bleibt, wandern wir durch die Ehrfurcht gebietende Bergwelt nach Namobuddha 13, neben Lumbini, Swayambhunath und Bodnath der vierte heilige buddhistische Ort. Aber dann wird es Zeit, allmählich in die Gegenwart zurückzukehren. Der Wallfahrtsort Panauti ist dafür prädestiniert, denn er vereint gestern und heute zu einem Kulturmix, der vom andächtigen Leben der nepalesischen Urbevölkerung und dem Glanz der Epoche geprägt ist, als König Bhupatindra das »kleine Land« dem Ehemann seiner Schwester als Mitgift gab. Davon können Sie im Dhulikhel Lodge Resort noch ein bisschen träumen, denn Ihre Rückkehr in die »Normalität« steht bevor.
Goldenes Tor in Patan (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Ein Kulturschock soll der Abschied nicht werden. Da kommt das Weltkulturerbe Bhaktapur 14 gerade recht. Die wunderbar erhaltene Königsstadt ist beides: ein zauberhaftes Stück Mittelalter und Zentrum einer lebendigen Musik- und Kulturszene, die ihr den Namen »Hauptstadt der darstellenden Künste« eingebracht hat. Elefanten bewachen den ältesten Vishnu-Tempel des Königstals, die Herrscherresidenz Bhaktapur zeigt uns, was nepalesischer Reichtum ist, und Ihr Reiseleiter den Rest der wundervoll erhaltenen Kulturschätze aus nahezu 1.000 Jahren: den malerischen Stadtplatz Taumadhi Tole mit dem fünfstöckigen Pagodentempel Nyatapola, das Goldene Tor, den Töpfermarkt, das Priesterhaus Pujari Math mit seinen herrlichen Holzreliefs und den Durbar-Platz. Dann treten wir bei einem traditionell nepalesischen Abschiedsessen zumindest kulinarisch die Heimreise an.
Stupa von Swayambunath (© Kai-Uwe Kuechler / Chamäleon)
Das Frühstück im Hotel Heritage gehört noch zum mentalen Ausklang, dann beginnt die Rückwärts-Transformation in Kathmandu 15 via Doha nach Frankfurt 16. Sie werden nach dieser Reise beseelt sein von Naturgewalten und Gefühlen, von Menschen und Mönchen, von Kultur und Karma, von Geist und Gold wie von einem anderen Stern. Sie werden ein Land erlebt haben, das durch Ihre Erinnerungen und Träume weht, bis Sie wiederkommen.
Lumbini - 16 Tage Wunderwelten-Reise
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