Nach dem Flug von Frankfurt 1 mit einem Zwischenstopp in Johannesburg möchten wir Ihnen von der schönsten Stadt der Welt noch so viel zeigen, wie in den Tag passt. Es genügen auch wenige Stichworte, um zu wissen, wo wir Sie abgesetzt haben: der zauberhafte Company’s Garden, das historische Kap-Malaien-Viertel, Signal Hill mit dem grandiosen Blick auf die Stadt, den tobenden Atlantik, den Tafelberg und am Ende der Rundfahrt wie zur Belohnung das pralle südafrikanische Leben an der Waterfront. Spätestens jetzt dürfte klar sein, wo Sie sind. Willkommen in Kapstadt 2. Natürlich bleiben wir noch einen Tag, denn das war ja nur die Ouvertüre. An einem Vorgeschmack soll es nicht fehlen, denn im piekfeinen Cape Riviera Guesthouse auf halber Höhe über der Stadt gehört der Blick auf die Skyline und den schäumenden Atlantik zum Zimmerservice.

Brillenpinguine am Boulders Beach (© Karin Hartwig / Chamäleon)

Diese Kurven, diese märchenhaften Buchten, dieses Brandungstheater entlang der Küstenstraße von Kapstadt 3 zum Kap der Guten Hoffnung ist Dramaturgie vom Allerschönsten, und wenn es Sie auch kaum im Sitz hält, der große Augenblick Ihrer Kamera kommt erst noch. In der Pinguinkolonie bei Simon’s Town stehen die Frackträger schon parat für ein Schwarz-Weiß-Gruppenbild in Farbe. Trinkgeld ist nicht erforderlich, also nur keine Hemmungen und gleich weiter in die T-Bag-Design-Werkstatt, wo Einwohner der Townships aus recycelten Teebeuteln wahre Kunstwerke schaffen. Das Kap verwöhnt, und zwei weitere Wohltaten sind heute noch drin, denn die gischtgeschwängerte Luft am südlichsten Punkt der Kaphalbinsel ist ebenso gesund wie der Sonnenuntergang über Camps Bay melodramatisch.

Tsitsikamma Nationalpark (© Antje Benz / Chamäleon)

Das Wetter hat immer ein Wörtchen mitzureden, wenn uns die Seilbahn auf das Plateau des Tafelberges bringen soll. Aber wenn – und die Chancen stehen gut –, erwartet Sie ein oscarreifer Blick über die Stadt bis hinunter ans wilde Kap. Aber heben Sie sich ein paar Blicke auf, für die erschütternden Bilder der Apartheid im District-Six-Museum, für einen goldgelben oder samtroten Blick in die Gläser des traditionsreichen Weingutes La Motte und einen letzten für Stellenbosch 4 beim Spaziergang über die berühmte Dorp Street mit ihren kapholländischen Häusern aus der reichen Zeit der Niederländischen Ostindien-Kompanie.

Reflexion (© Tina Bachmann / Chamäleon)

Ein wenig Glück gehört dazu, aber das ändert nichts daran, dass an keinem Platz der Erde die Wale so nah an die Küste kommen wie in Hermanus 5. Wir spazieren die malerische Küste entlang und halten immer ein Auge ins majestätische Blau gerichtet. Und wenn Sie dem Glück etwas nachhelfen wollen: Eine optionale Walbeobachtungsfahrt aufs Meer würde die Chancen glatt verdoppeln. Kein Glück brauchen Sie für unseren Spaziergang entlang der Bilderbuchküste, die macht von ganz alleine glücklich. Und das bleibt so, denn wir fahren die berühmte Route 62, die schönste Reiseroute durch Südafrika, bis nach Oudtshoorn 6. In der Grundschule Amalienstein kommt Leben in den Nachmittag, und ein Schnupper-Spaziergang zwischen den roten Felswänden der Seweweekspoort-Schlucht ist Pflicht. Allein schon, um nachzufühlen, wie es den Schmugglern ergangen ist, die sich sieben Wochen (sewe weeks) durch das Steinlabyrinth quälen mussten, um den Behörden durch die Lappen zu gehen. Sagt jedenfalls die Legende.

Zusammenhalt (© Nicol Grimmer / Chamäleon)

Zu unserem La Plume Guesthouse, das seinen viktorianischen Stil bis hin zur freistehenden Wanne mit Messingarmaturen bewahrt hat, gehört eine bedeutende Straußenfarm. Umsonst gehofft: Es steht kein Straußenei auf dem Frühstückstisch, dafür erfahren Sie aus erster Hand alles, was Sie über den Riesenvogel wissen sollten, auf dem sogar Reiterspiele ausgetragen werden. Wir verzichten freiwillig, denn hinter dem Outeniqua-Pass liegt ein wundervoller Abschnitt der Küstenstraße, die Garden Route. Eine Lagune von 20 Quadratkilometern, in die das Badewasser des Indischen Ozeans schwappt, ist das Signal, auszusteigen. Wir sind in Knysna 7, dem Eldorado der Austernliebhaber, und sollten Sie bisher wenig Neigung verspürt haben, mit der Zunge auf Perlensuche zu gehen – wenigstens eine müssen Sie hier probieren. Das Kontrastprogramm zum Austernschlürfen ist ähnlich emotional: ein Rundgang durch die Township Qolweni in Plettenberg Bay. Und wenn Melodien erklingen, ist das die Fieldband Foundation. Ein Projekt, das Kindern und Jugendlichen durch Tanz und Musik ein stabiles Selbstwertgefühl und den Nutzen von sozialem Verhalten vermitteln soll. Und siehe da, es funktioniert: 100 Prozent der langjährigen Teilnehmer schaffen den Schulabschluss, kein Fall von HIV und keine ungewollten Schwangerschaften mehr.

Garden Route (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Vor der Lust kommt die Mühe. Aber selbst eine Kletterpartie über Stock und Stein in der ungestörten Landschaft des Robberg-Naturschutzparks ist das reine Vergnügen. Am Ende unserer Wanderung, wo Meer und Bucht eine idyllische Symbiose eingehen, liegen die Namensgeber des Parks fett im sonnigen Sand. Sollten Sie den Wunsch verspüren, sich dazuzulegen, warten Sie lieber noch ein Weilchen, bis wir in der samtweichen Lagune von Plettenberg Bay 8 angekommen sind. Da können Sie getrost Ihr Handtuch werfen, denn schöner als hier kann man nicht untergehen. Was im übertragenen Sinne auch für Ihre zweite Nacht in der wundervollen kapholländischen Lairds Lodge gilt.
Seeadler (© Andrea Appelhoff / Chamäleon)

Urwald in Südafrika? Ja, warum denn nicht, im letzten fast unberührten und wohl auch schönsten Nationalpark an der Garden Route: Tsitsikamma 9. Man müsste Chamäleon sein, dann könnten Sie mit einem Auge die grandiose Steilküste und mit dem anderen die seltenen Orchideen, wahlweise die gurgelnde Schlucht des Storms River im Auge behalten. Aber eins nach dem anderen ist auch nicht zu verachten, und am Big Tree, einem Outeniqua-Baum mit 8,5 Metern Durchmesser, ist sehen nicht genug, um den müssen Sie drumrum laufen, macht nach Adam Riese 26 Meter 70. Was die Knysna-Austern auf der Zunge, ist die Oyster Bay Lodge fürs Auge. Von außen die piekfeinen kapholländischen Häuschen, von innen der sensationelle Blick auf den Indischen Ozean.

Arniston (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)

Zweite Chance für Wale. Wenn in St. Francis Bay 10 schon der historische und gleichsam höchste Leuchtturm Südafrikas steht, dann schau’n wir noch mal. Vielleicht sind es auch nur Delfine, aber der Blick die Küste rauf und runter macht’s. Größere Erfolgsaussichten auf tonnenschwere Kaventsmänner verspricht Ihnen die geballte Anwesenheit von 560 Elefanten. Wenn Sie es im Schlaf tröten hören, ist es bestimmt kein Traum, sondern das Vorspiel Ihrer Morgensafari im Addo-Elephant-Nationalpark 11. Und wenn sie uns nicht schon über den Weg laufen, finden wir sie spätestens an den Wasserlöchern, respektvoll beäugt von Spitzmaulnashörnern, Kapbüffeln und Löwen, denn die Hierarchie zu achten, kann fürs Überleben im Tierreich sehr nützlich sein. Was würden Sie sagen, wenn wir nach all diesen Höhepunkten behaupten, der höchste kommt erst noch? Entscheiden Sie es selbst, wenn wir gegen Mittag das Kariega Game Reserve erreichen. 10.000 Hektar Wildpark, der Kariega-Fluss mittendurch und die Kariega River Lodge mittendrin. Grüß Gott im Paradies.

Weinanbau am Kap (© FVA Südafrika / Chamäleon)

Der Tag der Big Five. Elefant, Nashorn, Leopard, Büffel, Löwe und rund 20 weitere große Säugetierarten betrachten das Kariega Game Reserve 12 als ihr Zuhause. Sie auf Boots-, Geländewagen- und Wandersafaris zu entdecken, ist ungefähr so schwierig, wie Ostern das Ei hinter dem Sofakissen zu finden. Schon vor dem Frühstück lüften wir den Schleier der Nacht, wenn uns ein Ranger zu den verschwiegensten Plätzen der Tierwelt führt. Der allerverschwiegenste wird allerdings Ihr Aussichtsplatz auf der Sonnenterrasse sein, die in luxuriöser Stille über das Spiegelbild des Kariega River hinausragt. Jedenfalls bis zu dem Ruf, der das abendliche Bomadinner ankündigt.

Kapstadt Malaienviertel (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Das Ende kommt gleitend. Denn mit den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages ist kein schönerer Beobachtungsposten vorstellbar als mitten im Fluss in unserem Boot. Zwei aufregende Stunden dauert die Bootsfahrt, dann heißt es Auf Wiedersehen und ist auch so gemeint. Wir bringen Sie nach Port Elizabeth 13, wo am Nachmittag der Flieger via Johannesburg nach Frankfurt 14 startet. Keine Big Five, keine zappelfrischen Austern, kein Wiegenlied aus Brandungsrauschen mehr, aber der nächste Chamäleon-Katalog kommt bestimmt.

Noch mehr Gänsehaut

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