In Frankfurt 1 rauf und gefühlt ohne Zeitverschiebung in Windhoek 2 ankommen. Was kann schöner sein als ein Nachtflug, um dort aufzuwachen, wo Ihre Träume schon lange sind? Ein paar werden noch hinzukommen, und die beginnen in Ihrer Panoramasuite der Onjala Lodge. Weit und breit nichts als Buschsavanne in den tausend Farben der namibischen Landschaft, und mittendrin ein Pool mit Wasserfall, ein ZenSations Spa, eine der weltbesten Sternwarten und der Beginn einer wunderbaren (Gast-)Freundschaft. 1.700 Hektar Garten sind Dimensionen, die man erst mal verarbeiten muss. Wobei auch das herkömmliche Verständnis von einem Garten der Korrektur bedarf, denn wilde Tiere laufen nun mal, wo sie wollen, weshalb wir im Wildpark der Onjala Lodge 3 schon bald neue Bekanntschaften machen: Oryxantilopen, Springböcke, Kudus, Strauße und vielleicht auch Bergzebras und Giraffen.
Blick auf die Dünenlandschaft (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Man nennt sie kurz und bündig die Namib und meint die älteste Wüste der Welt. Für Sie beginnt hier das Erlebnis unbeschreiblicher Weite mit Bildern und Farben einer Landschaft, die jeden Kunstmaler zum Stümper degradieren. In der Mitte des Tages ist das Erlebnis lukullischer Art, hinter den Bergen bei einem Kudu-Steak in Conny’s Restaurant, und nach der Weiterfahrt durch das Naukluft-Gebirge 4 abends dann der atemberaubende Teil drei beim Sonnenuntergang am Pool des Tsauchab River Camp, wo Sie sich manches Mal fragen werden, ob es noch überwältigender kommen kann. Es kann, denn bereits unser nächstes Ziel ist seit ewigen Zeiten ein Naturwunder und gehört nun auch zum Weltnaturerbe der UNESCO: Sossusvlei 5. Hier hat es noch keinen im Geländewagen gehalten, und anders als zu Fuß ist dieser Tag auch nicht zu fassen. 350 Meter hohe Dünen, auf deren Gratwanderung man lernt, was Demut bedeutet. Skurrile Akazien im Dead Vlei, seit 500 Jahren tot und als surreales Skelett vor dem leuchtenden Orange der Dünen lebendig wie ein Bild von Salvador Dalí. Und wen die Füße noch tragen, einmal durch die Schluchten des Sesriem-Canyons.
Großer männlicher Löwe in der Abendsonne (© EcoPic, iStockphoto.com / Chamäleon)
Genug für heute. Morgen ist auch noch ein Tag, an dem Sie Bekanntschaft mit der Welwitschia mirabilis machen, die im zarten Alter von 1.500 Jahren im Wüstensand steckt und auf Wasser hofft. Da haben Sie es besser, denn am Ende unserer Fahrt durch die Mondlandschaft des Namib-Naukluft-Parks erwartet Sie in Swakopmund 6 7 ein gepflegtes Bierchen vom Fass, schließlich sind Sie in einer ehemaligen deutschen Kolonialstadt. Gut geschlafen im Organic Square Guesthouse? Dann können Sie sich optional mit dem Allroader im Dünengürtel zwischen Swakopmund und Walvis Bay austoben. Chris Nel lenkt, und Sie versuchen, die Kamera ruhig zu halten. Gilt auch für einen Rundflug über die Wüste zu den Schiffswracks von Conception Bay. Nur die unübersehbaren Zeugnisse der Kolonialzeit stehen unverwackelbar, und unser Reiseleiter zeigt Ihnen gerne die Ecken, wo Geschichte geschrieben wurde. Sein Lieblingsrestaurant eingeschlossen.
Gnuherde (© Nicole Stärk / Chamäleon)
Das Faszinosum Etosha mit seiner unüberschaubaren Vielfalt aller Großtierarten des südlichen Afrikas kündigt sich an. Hundertfache, nie gehörte Namen wie die bunt schillernde Gabelracke liegen hier nicht auf dem Rosenthal-, sondern dem Präsentierteller. Für ein Erlebnis von solcher Intensität muss man zuvor ins Trainingslager. Wir steuern die Gästefarm Gelukspoort 8 an, sagen unterwegs Hallo in dem von der Chamäleon Stiftung unterstützten Waisenhaus Ngatuve Vatere, und dann steht auch schon Frank Glöditzsch am Tor seiner 5.000 Hektar großen Ranch und schließt uns in seine gastfreundlichen Arme. Umsteigen in den offenen Geländewagen, und ein dreistündiges Safaritraining mit fachlicher Erläuterung von wild bis zahm kann beginnen. Es endet, wo der Tag seinen Höhepunkt findet: auf einer Aussichtsplattform mit unverbautem Rundumpanorama über die Wasserstellen der Tiere in die afrikanische Sonnenuntergangsoper.
Sossusvlei Deadvlei (© Harry Laub / Chamäleon)
Genug trainiert, es folgt die Belohnung. Ganz werden wir den Etosha-Nationalpark 9 10 wohl nicht schaffen, und trotzdem werden Sie am Ende ganz schön geschafft sein, denn 20.000 Quadratkilometer mit Tausenden Wildtieren von jeder Sorte und der Etosha-Salzpfanne, die in der Hitze des Mittags gern mal eine Fata Morgana produziert, sind ein überwältigendes Programm mit Szenen, die Hollywood alle Ehre machen würden. Also laden Sie die Akkus Ihrer Kamera auf, denn auch morgen stehen Giraffen, Elefanten, Löwen, Leoparden, Nashörner, Zebras, Elands, Damara-Dikdiks und mehr als 340 Vogelarten noch für ein paar Stunden auf dem Spielplan. Dann winkt uns der Kral der Fiume Lodge & Game Farm mit Bar und Restaurant, wo zum leiblichen Genuss der abendliche Blick auf die Tiere an der erleuchteten Wasserstelle gehört.
Schnitzerei (© Chamäleon)
Angeblich geht es nicht, sich in eine andere Zeit zu beamen. Ist aber Quatsch. 20.000 Jahre zurück sind ein Kinderspiel, aber ein sehr ernstes, denn im Historic Living Village der San 11 lebt die älteste Volksgruppe Afrikas wie damals, damit der Respekt vor ihrer Kultur und die Ehrfurcht vor den Göttern nicht verloren gehen. Wir kommen nicht, um zuzusehen, sondern um zu lernen, wie man Feuer macht, Schmuck und Seile herstellt, im Schatten alter Mangettibäume lebt, Fallen legt, Spuren liest und Pfeile für die Jagd präpariert. Wir kommen für Stunden als Gleiche unter Gleichen, singen, tanzen und spielen mit den San.
Robben (© Uwe Jatzkowski / Chamäleon)
Welch eine Reise. Zwei Wochen bezahlt, Jahre bekommen. Jahre lebendiger Erinnerungen an ein Land, seine phänomenale Tierwelt, seine Naturwunder, seine Kulturschätze. Auf der Gästefarm The Elegant Farmstead 12 beginnt Ihre Aufwachphase aus der Zeit der namibischen Träume. Die verbleibenden Stunden am Pool ihres exotischen Gartens sind der süße Anfang vom Ende. Auf dem Weg zum Flughafen möchten Ihnen gegen Mittag die Frauen von Penduka noch zeigen, wie sie sich als Kleinunternehmerinnen vom Kunsthandwerk bis zur Gastronomie ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut haben. Mit Unterstützung der Chamäleon Stiftung. Dann gibt es auch in Windhoek 13 kein Halten mehr. Über Nacht bringt Sie der Flieger nach Frankfurt 14. Aber der Traum bleibt.

Noch mehr Gänsehaut

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