Abends in Frankfurt 1 geht’s los, und eine leuchtende Vormittagssonne heißt Sie willkommen in Windhoek 2. Der erste Eindruck von Namibia ist nirgendwo leibhaftiger als auf dem Oshetu-Markt, wo alle mit allem handeln. Der Weg dorthin führt uns zum Wahrzeichen, der Christuskirche, dem Tintenpalast mit den Parlamentsgärten und einem verblichenen Glanzstück aus kolonialen Zeiten, dem historischen Bahnhof. Dann folgt die erste hautnahe Berührung. Unterstützt von der Chamäleon Stiftung, haben die Frauen von Penduka mit der Herstellung von Gebrauchsgegenständen den Weg in die Selbständigkeit geschafft. Ein herzliches Hallo lässt alle Berührungsängste vergessen und ist gleichzeitig eine Einladung zu tiefen Einblicken, afrikanischen Leckerbissen und aufrichtiger Freundschaft.
Abendfeuerwerk (© Krause Bruno / Chamäleon)
Nur wenige Stunden entfernt warten einige Hunderttausend Wildtiere auf uns. Da steht vom Afrikanischen Elefanten bis zur Zwergmanguste alles parat, was zusammen die unvorstellbare Menge von 581 Tierarten ergibt. Etwa auf halber Strecke liegt die Frans Indongo Lodge 3, mit wundervollen Plätzchen am Pool, um von morgen zu träumen, wenn wir das Tierparadies des Etosha-Nationalparks 4 betreten werden. Steppenzebras grüßen am Straßenrand. Schwarznasenimpalas wittern interessiert, wer da kommt. Der Rothalsfalke verkündet lautstark unsere Ankunft, und das Erdmännchen macht den Wegweiser in Richtung des Etosha Safari Camp, wo wir im Goldschimmer der untergehenden Sonne eintreffen. Gute Nacht in einer Welt, die Sie ab jetzt nicht mehr loslässt.
Gepard (© Norbert Hentges / Chamäleon)
Wer will, darf ausschlafen, aber wer will das schon? Packen Sie die Kamera ein, es geht ans Wasser. Denn Wasser – und sei es nur ein Tümpel – bestimmt den Lebensrhythmus im Etosha-Nationalpark 5. Die offene Vegetation gibt den Blick frei auf Elefanten, Antilopen, Giraffen, Zebras und mit etwas Glück auch auf Löwen und Leoparden, die gern das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und ein paar Liter Wasser mit einem Streifengnu hinunterspülen. Oder umgekehrt, je nachdem. Wir führen Sie zu den besten Motiven und geben Ihnen aus sicherer Distanz das einzigartige Gefühl, ein Teil der Wildnis zu sein.
Weißer Elefant (© Heike Appelhoff / Chamäleon)
Sie wären nicht der Erste, der sich von diesem Schauspiel nicht losreißen kann, also Zugabe. Wie bestellt, vollzieht sich an den Wasserstellen der Dornbuschsavanne das jahrtausendealte Ritual: Erst die Dicken, dann die Starken, dazwischen die Frechen und was übrig bleibt, den Kleinen. Und wer sorgt für unser leibliches Wohl? Das machen Deike und Harald Rust auf der Gästefarm Omandumba im Erongo-Gebirge 6 7. 170 Millionen Jahre hat die Natur gebraucht, um aus Lavaströmen eine bis zu 400 Meter hohe, zerklüftete Granitlandschaft zu zimmern. Ein Meer der Ruhe und mittendrin unsere Gästefarm mit Logenplatz für filmreife Sonnenuntergänge. Omandumba ist ein Juwel, und das hat nicht nur mit der Herzlichkeit Ihrer Gastgeber zu tun. Schon das Frühstück offenbart die Vorzüge eines echten namibischen Farmlebens. Aber was werden Sie erst zu den prähistorischen Felszeichnungen sagen, eine Art privates Twyfelfontein, und selbst die San, mit 20.000 Jahren die älteste Bevölkerungsgruppe des südlichen Afrika, sind auf dem riesigen Farmgelände zu Hause. Feuer machen ohne Feuerzeug, Fallen legen, Fährten lesen, mit Pfeil und Bogen jagen: eine Zeitreise in die Vergangenheit.
Prachtvolle Bauten in Swakopmund (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)

Egal, wie gut das Frühstück mit Wildrauchfleisch und frisch gebackenem Farmbrot schmeckt, die Atlantikküste gibt es schließlich auch noch. Und dort liegt das kolonialgeschichtsträchtige Swakopmund 8 9 mit dem alten Rathaus im Stil einer Puppenstube, dem Traum von einem Bahnhof, dem Hohenzollernhaus, dem Amtsgericht, der Kristallgalerie oder dem Brauhaus nach deutschem Reinheitsgebot. Und mittendrin Ihre Pension à la Mer, nur wenige Minuten vom Atlantik entfernt. Gehen Sie einfach der Nase nach, Sie können nichts davon verfehlen, und wenn sich ein Farbiger mit den Worten vorstellt: »Hallo, ich heiße Walter«, ist auch das völlig normal. Zwischendurch eine optionale Katamaranfahrt in das Vogelschutzgebiet der Walvis Bay, eine Living-Desert-Tour oder zur Deckung Ihrer Sensationslust noch ein Rundflug bis zu den Schiffswracks in der Conception Bay sind Eindrücke, die ein Lächeln in Ihr Gesicht zaubern.

Lächeln Sie einfach weiter, wenn sich zwischen Swakopmund und Walvis Bay 10 die nächsten Highlights abzeichnen: rechts das Meer, links die Dünen der Namib-Wüste und geradeaus das mit 5.000 Jahren älteste Vogelschutzgebiet Namibias, in dem sich zuweilen Hunderte Flamingos und Pelikane tummeln. Nach all diesen Eindrücken noch etwas Bewegendes – die J.-P.-Brand-Grundschule, die weitab von jeder Zivilisation den Kindern verschiedener Volksgruppen den Bildungsweg in ein gleichberechtigtes Leben ebnet. Der Ausklang des Tages spricht für sich selbst: Solitaire Guest Farm, wo uns in deutsch-burischer Manier ein familiär-namibischer Abend bereitet wird.

Düne runterlaufen, schneller als der Sand (© Silja Bohry / Chamäleon)
Schon vor Sonnenaufgang beginnt Ihre Tour in die überwältigende Namibsanddüne Sossusvlei 11, die ihrer Unversehrtheit und natürlichen Ästhetik wegen zum UNESCO-Weltnaturerbe erhoben wurde. Mit dem Allradshuttle bringen wir Sie bis an die 350 Meter hohen Sandhaufen. Aber rauf müssen Sie schon selbst. Höhenängstlichen bietet sich das Dead Vlei als Alternative, eine mausetote Pfanne mit 500 Jahre alten abgestorbenen Akazien, die ein Bild wie von Salvador Dalí abgeben. So spät es geht und um unvergessliche Eindrücke reicher, nehmen wir den Weg zurück. Erst durch den Sand, dann über Buschgras und zum guten Schluss in den Pool unserer A Little Sossus Lodge, wo vom Bett Ihres Chalets aus der atemberaubende Blick in die unendliche Ebene zu den Bergmassiven von Namib, Tsaris und Naukluft mitgebucht ist.
Jagd im Etosha (© Jürgen Maaß / Chamäleon)
Es klingt wie das Ende, dabei geht es noch mal richtig los, in Aus 12. Wüstenpferde, die im historischen Bahnhof ein schattiges Plätzchen suchen, haben den Bungalows unserer 10.500 Hektar großen Lodge den verwegenen Namen Desert Horse Inn gegeben. Noch sind wir 1.500 Meter über dem Meeresspiegel, aber bereits am nächsten Morgen sinken wir tief, denn unser Ausflug nach Lüderitz 13 führt in die Geisterstadt Kolmanskop. Tote Hose im ehemaligen Zentrum der Diamanteneuphorie, und vom Haus des Minenverwalters bis zu den Resten der Schmalspurbahn ist Kolmanskop heute ein einziges Open-Air-Museum, wo in verlassenen Häusern mitunter der Dünensand bis zur Decke steht.
Fish River Canyon (© Sybille Thimm / Chamäleon)
Als die geologischen Formationen vor Millionen Jahren in die Brüche gingen, entstand ein Naturwunder Afrikas, der Fish-River-Canyon 14. 160 Kilometer lang, 27 Kilometer breit und bescheidene 550 Meter tief. Der Blick ins Erdinnere gelingt am sichersten an der Bar des Canyon Roadhouse bzw. nach dem dritten Drink besser liegend vom Rand seines Swimmingpools. Nur zum Rundgang zwischen den 280 Millionen Jahre alten Fossilien und den »Singenden Steinen« im Mesosaurus Fossil Camp müssen Sie wieder auf den Beinen sein.
Köcherbaumwald am Mesosaurus Fossil Camp (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)
Ein Straßenschild erübrigt sich – wenn Sie nur noch Rot sehen, haben wir die Kalahari-Wüste 15 erreicht. Wo immer das unendliche Band der farbigen Steppe, die roten Dünen und das Waschbrettmuster des feinen Pulversandes ungläubiges Staunen hervorrufen, bleiben wir stehen und gehen ein paar Schritte auf rosa Wolken. Ausnahmen bestätigen die Regel, und solch eine ist der unerwartet grüne Fleck im roten Sand, wo sich um eine artesische Quelle ein klitzekleines Dorf geschart hat, das uns mit Freude, schönen Gärten, Obstbäumen, Palmen und Wurst aus eigener Produktion und einem Swimmingpool zum Des(s)ert erwartet. Allmählich wird es Zeit, das Erlebnismenü der zurückliegenden 15 Tage Revue passieren zu lassen. Wenn der neue Tag erwacht, produzieren Metzgerei, Gärtnerei und Räucherei im Selbstversorgungszentrum unseres Kalahari Farmhouse 16 bereits auf Hochtouren. Mitten in der Wüste. Probieren geht über Studieren, dann zeigt uns die Farm Krumhuk mit Kirche und Kindergarten für die Minis der Angestellten noch ein letztes Beispiel typisch namibischer Lebensart.
Kwanzaa river captive strip - deer (© Dennis Wehrmann / Chamäleon)
Ende unserer Entdeckungsreise und Beginn der Seelenbaumel-Etappe in den Verwöhnzonen der Onjala Lodge 17 18 19. Fast vollständig aus Naturmaterialien gebaut und mit einer der weltbesten Sternwarten ausgestattet, wird dieser Ort für drei Tage zum Ruhepol Ihrer Erinnerungen. Gelegentlich abgelenkt vom üppigen Swimmingpool, einer Massage im ZenSations Spa, einer geführten Safari zu Fuß oder einem letzten Besuch bei Oryxantilopen, Kudus, Bergzebras und Giraffen. Dann heißt es »Auf Wiedersehen«, und wir meinen es wörtlich. Mit Ihrer Ankunft zu Hause 20 beginnt die Vorfreude auf ein nächstes Mal, auf ein neues Abenteuer und eine neue Zeit des Glücks mit Chamäleon.

Noch mehr Gänsehaut

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