Den halben Flug verpennen, ist doch schon mal eine gute Gelegenheit, von den Weltkulturerbestätten zu träumen, die sich wie eine Perlenkette durch Ihre Reise ziehen. Wir haben dafür einen Flieger gewählt, der erst am späten Nachmittag in Frankfurt 1 startet und Sie mit einem Zwischenstopp in Doha am Morgen in Colombo 2 der Sonne übergibt. Nichts ist vertraut, alles klingt anders und sieht anders aus. Ein Kultursprung, den man langsam angehen muss, um die neue Welt zu entdecken. Das Strandhotel Anantaya Resort & Spa ist prädestiniert dafür und gibt sogleich einen Vorgeschmack auf den vorherrschenden botanischen Trend: Cocos nucifera und Phalaenopsis. Unter Urlaubern: Palmen und Orchideen. Aber Sie haben ja keinen Badeurlaub gebucht, und der Munneswaram-Tempel – immerhin der älteste der fünf antiken Shiva-Tempel – harrt etwa seit dem Jahr 1000 auf Ihren Besuch. Dann tun Sie ihm auch den Gefallen, und erfahren Sie bei dieser Gelegenheit von den Mythen und Heldenepen, seiner Zerstörung und Auferstehung, von Shivaratri und Mahashivaratri, dem höchsten Fest in der heiligsten aller Nächte. Und nehmen Sie diese kurze Einführung in die Kultur Sri Lankas als Vorgeschmack auf eine Historie, deren großartige Zeugnisse in keinem Verhältnis zu der relativ kleinen Insel stehen.
Tempel in Anuradhapuras (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Auf den beglückenden Indischen Ozean kommen wir noch einmal zurück. Heute geht es erst einmal durch die Trockenzone in die alte Hauptstadt Anuradhapura 3. Über 2.000 Jahre hat der älteste vollständig dokumentierte Baum auf der Rinde: Sri Maha Bodhi aus einem Zweig der Pappelfeige, unter der Siddhartha Gautama den Buddhismus verkündete. Dazu der alte Brazen-Palast mit seinen 1.600 Steinsäulen und der alles überragende Ruwanwelisaya-Stupa – sie ergeben zusammen das erste UNESCO-Weltkulturerbe dieser Reise.
Mönche vor der Felsenfestung von Sigiriya (© Thomas Herzog / Chamäleon)
Doch das zweite folgt sogleich: die Felsenfestung von Sigiriya 4. 200 Meter ragt sie senkrecht aus dem Wald und macht uns den Aufstieg mit Lustgärten, Wolkenmädchen und der historisch bedeutsamen Spiegelwand leicht. Aber man soll den körperlichen Einsatz nicht übertreiben, weshalb Sie mit einem Traktor aus den letzten Tagen des Eozäns durch das ländliche Leben im Bauerndorf Hiriwadunna tuckern. Und da sind dann noch die zwei anderen traditionellen Verkehrsmittel, die unserem Nachmittag einen abenteuerlichen Kick geben: Nick Knatterton auf drei Rädern und Benjamin mit dem Rüssel. Der Sri-Lanka-Elefant ist einer der drei Unterarten der Asiatischen Elefanten und sein wissenschaftlicher Name gibt eine kleine Vorstellung davon, wem Sie auf Ihrer Safari begegnen: Elephas maximus maximus. Schulterhöhe bis 3,50 Meter. Viel Vergnügen im Minneriya-Nationalpark.
Vorsichtiges Elefantenbad (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Wenn Sie immer noch glauben, Curry sei ein Gewürz, ab heute wissen Sie es besser. Denn alle Zutaten, die Sie auf dem Markt kaufen werden, ergeben am Ende duftende Currys. Die ganze Klaviatur der sri-lankischen Küche, mit tatkräftiger Unterstützung der Familie, bei der wir zum Mittagessen eingeladen sind. Lecker lecker und vor allem sauscharf. Nach dem Essen soll man ruhen oder tausend Schritte tun. Auf Sri Lanka sind das tausend Pedalumdrehungen. Sie bringen uns nach Polonnaruwa 5, die alte Königsstadt. Unser drittes Weltkulturerbe mit ihren monumentalen Stupas, den Tempeln und den haushohen Buddhafiguren von Gal Vihara.
Tempelanlage in Dambulla (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Sie werden es kaum glauben, aber das nächste Weltkulturerbe steht an. In Dambulla geht es nicht steil nach oben, sondern tief in die größte Tempelhöhle des Landes mit ihren beeindruckenden Darstellungen aus dem Leben Buddhas. Schöne alte Welt. Aber es kommt noch schöner, Sie müssen sich nur die Namen Senkadagalapura, Sri Wardhanapura und Maha Nuwara merken. Ach was, sagen Sie einfach Kandy 6, und Sie haben mit einem süßen Wort die gesamte Geschichte des »Königreichs auf dem Berg« erzählt. Übrigens Weltkulturerbe Nummer fünf. Prunk und Herrlichkeit signalisiert das goldene Dach des Zahntempels, wo der sorgsam gehütete linke obere Eckzahn Buddhas die Pilger in Verzückung versetzt. Schließlich ein königliches Finale: Tanz, Akrobatik, Feuerlauf und zur Krönung ein köstliches Curry im Hotel Kaya Residence. Aber geben Sie acht auf Ihren linken oberen Eckzahn.
Bananenverkäufer am Straßenrand (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Auch wenn Ihnen das zu Hause nicht in den Sinn käme, hier wird die morgendliche Yogastunde unter freiem Himmel zu einem inneren Felgaufschwung. Zumal ein offizieller Yogalehrer darauf achtet, dass die Energieströme dorthin fließen, wo sie gebraucht werden. Mentale Stärkung ist allerdings auch vonnöten, denn wo auch immer die singhalesischen Könige versucht haben, ihren Reichtum zur Schau zu stellen, hat die Natur noch eins draufgesetzt. Der Botanische Garten von Peradeniya wurde zum schönsten in ganz Asien. Aber der Kandy-See 7 ist auch nicht von schlechten Eltern. Einmal fahren wir Sie rundherum, mit Edelsteinmuseum, Handwerkszentrum und Basar. Dann gehört der magische Ort Ihnen allein, nichts ist mehr Pflicht, alles Kür auf der Suche nach Ihren schönsten Momenten. Erst wenn Sie Gefahr laufen, sich an den Candyman zu verlieren, fangen wir Sie wieder ein und lassen Sie im The Pub eine Nacht erleben, die dem Namen der Stadt gerecht wird.
Grüne Hügelketten der Teeplantage (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
In traumhaft gezogenen Linien, von denen man sagt, sie ergäben die schönste Bergstrecke der Welt, führt uns die Straße am nächsten Morgen durch die legendären Teeplantagen ins Hochland nach Nuwara Eliya 8. Sie wissen hoffentlich, wie der First Flush gepflegt, gepflückt, gerollt und fermentiert wird und schließlich als Flowery Orange Pekoe britische Ladys um den Verstand bringt. »Oh, my dear!«, gilt als der höchste Grad überlieferter Entzückung. Keine Ahnung? Nun, heute erfahren Sie es an der Quelle des weltumspannenden Teegenusses. Und damit sich Ihre Erkenntnisse nicht auf die Theorie beschränken, dürfen Sie selbst pflücken und Ihre Ausbeute in eine kleine Teefabrik tragen. Im Tausch gegen ein verführerisch duftendes Tässchen, versteht sich. Was liegt auf derart historischem Boden näher, als in einer alten Teefabrik zu übernachten? Keine Sorge, es ist das einzigartige Hotel Heritance Tea Factory. Mit einem Stern für die Lage, einem für die Aussicht, einem für den Luxus, einem für die Küche und – logisch – einem für den Tee.
Zugfahrt unter Palmen (© Melina Waßmer / Chamäleon)
Kein Hochland ist so hoch, dass es nicht noch höher ginge. Steile Kurven sind der Preis dafür und unsere in den Horton-Plains-Nationalpark 9 sind besonders steil. Auf 2.310 Metern wabern riesige Nebeltücher über die Landschaft, und eiskalte Bäche sorgen dafür, dass das Grün saftig ist. Wie auf Wolke sieben schauen wir vom »World’s End« herab, durchwandern anschließend unberührte Ebenen und ausgewaschene Flussbetten, die eigentlich Sambarhirschen und Schlankloris vorbehalten sind. Der Bahnhof von Pattipola ist der höchste in Sri Lanka, die eineinhalbstündige Zugfahrt nach Bandarawela das Allerhöchste, und unser Hotel Villa Perpetua müsste für seine sensationelle Aussicht eigentlich Eintritt verlangen. Aber das haben wir ja schon für Sie erledigt.
Teeernte (© Björn Ihle / Chamäleon)
Wir bleiben noch einen Tag in Bandarawela 10, wir hätten Sie sowieso nicht mehr wegbekommen. Ein Spaziergang in solch einer Luft kostet normalerweise Kurtaxe, und dass Sie bei gutem Wetter vom Little Adam’s Peak bis zur Küste sehen können, würde Fernsehgebühren rechtfertigen. Dass die Teepflücker das auch so empfinden, darf bezweifelt werden. Aber fragen Sie sie doch selbst, wenn wir sie in ihrem kleinen Dorf besuchen. Wer hier wohnt, hat eine Lebensstellung, die nicht selten vererbt wird. Pflücken, schlafen, pflücken, schlafen. Aber wenn Sie mit den überwiegend indischen Tamilen reden, werden Sie kein Wort der Unzufriedenheit hören, und das mitunter zahnlose Lächeln verrät einen Hauch von Glück. Das ist auch uns beschieden, durch den Segen vom Oberhaupt eines kleinen Hindu-Tempels, der den Rest unseres Tages unter den Schutz der Götter stellt.
 
Leopard (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Wo viel Feuchtigkeit ist, sind auch Wasserfälle nicht weit. Sehr dekorativ stürzt sich der Ravana-Wasserfall von einer ovalen Felsnase 25 Meter in die Tiefe. Er lohnt einen Stopp auf unserer Fahrt durch dichten Dschungel nach Kataragama zum Yala-Nationalpark 11. Axishirsche, Pfauen und wilde Elefanten sehen wir auch unterwegs schon, aber im Yala kommen bei einer Geländewagen-Safari vielleicht auch noch Leoparden, Bären, Krokos und mit Sicherheit jede Menge ausgefallene Vogelarten hinzu. Alles wild. Da muss Ihr Hypothalamus auch mal wieder zur Ruhe kommen, wofür in einer Puja-Zeremonie die Elemente des Karma-Yoga, Bhakti-Yoga, Raja-Yoga und Jnana-Yoga zusammenfließen. Falls das immer noch nicht reicht, das Wellnesscenter des Hotels Mandara Rosen gibt Ihnen bestimmt den Rest. An Wohltat.
Elefantenherde (© Melina Waßmer / Chamäleon)
Wie alle Tierkinder haben Elefantenbabys einen umwerfenden Charme. Sie vielleicht besonders, weil Größe und tollpatschige Naivität in einem zauberhaften Gegensatz stehen. Das Elephant Transit Home in Udawalawe nimmt sich derer an, die als Waisen orientierungslos durch die Regenwälder stolpern. Pflege, Aufzucht und sensible Vorbereitung auf ihre Auswilderung in die Nationalparks sind ein Fulltime-Job in der tierischen Krabbelgruppe. Dann dürfen Sie selbst ein bisschen krabbeln, denn die Rainforest Ecolodge im Sinharaja-Nationalpark 12 ist unser spektakuläres Zuhause hoch über dem Blätterdach des Regenwaldes. Ein einzigartiges Naturerlebnis mit 16 traumhaften Chalets aus alten Schiffscontainern und einem Baumkronenblick durch die raumhohen Fenster, von dem wir nur hoffen können, dass er Sie ruhig schlafen lässt.
Regenwald (© Udaya Wijesoma, Nkar Travel House / Chamäleon)
Fast hätten wir vergessen, dass der Sinharaja-Nationalpark als letztes der großen zusammenhängenden Regenwaldgebiete Sri Lankas – na was? Richtig: UNESCO-Weltnaturerbe ist. Unser sechstes. Eine ausgiebige Wanderung beschert Ihnen eine märchenhafte Atmosphäre und Geräusche, die man sonst nur träumt. Dann aber zurück zu unserem Versprechen, den Indischen Ozean wiederzusehen. Matara 13 heißt das Fischerdorf an der Südküste, und einmal abgelegt am Swimmingpool des Amaloh by Jetwing, werden Sie vermutlich nicht mehr aufstehen wollen. Es gibt aber einen sehr wirksamen Trick. Bitten Sie den Ober doch einfach, Ihr Abendessen im Garten oder am Strand zu servieren. Und Sie werden sehen: Der macht das tatsächlich.
Fischer in ihrem Boot (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Sie liegen noch oder schon wieder? Wäre durchaus verständlich, trotzdem die Frage: Wie wär’s mit einem siebten Weltkulturerbe? Galle 14, der einst portugiesische, dann niederländische und schließlich britische Seehafen, verbirgt hinter den meterdicken Mauern seiner Festung eine märchenhafte, multikulturelle Altstadt. Sie wäre es wert, sich noch einmal vom Strand zu erheben. Ein Spaziergang durch fast 400 Jahre abenteuerliche Geschichte, aus der jede der Kolonialmächte von ihrer Kultur etwas zurückgelassen hat. Nur der Fisch ist frisch, und wenn man dem Gefuchtel und Gezeter der Markthändler glauben kann, würde eine Mund-zu-Mund-Beatmung reichen und er schwimmt wieder. Sagen wir so: Er wird köstlich schmecken. Der Rest Ihrer knapper werdenden Zeit gehört nun wieder Cocos nucifera.
Relief an einem Tempel in Anuradhapuras (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Was Sie können, können Krokodile schon lange. Ein Glück, denn würden sie nicht wie Konfetti in den Lagunensümpfen liegen, hätten wir in den Kanälen des Naturschutzgebietes Madu Ganga 15 nicht soviel zu gucken. Apropos gucken: Manchmal werden Sie nicht wissen, wohin zuerst, deshalb ordnen wir Ihre Stadtrundfahrt durch die Megacity Colombo 16 in augenfreundliche Häppchen: das Nationalmuseum mit dem juwelenbesetzten goldenen Thron der Könige von Kandy, das imposante Gangaramaya-Kloster der buddhistischen Mönche und zum guten Schluss eine turbulente Zeit nach indischem Vorbild im Pettah-Basar. Mehr Stadtteil als Markt, in dem die »Kulis« hoffnungslos überladene Karren durch die überfüllten Straßen jonglieren. Danach geht es den umgekehrten Weg zurück nach Frankfurt 17, ins Land von Rittersporn und Fetthenne. Es sei denn, Sie haben den Palmen versprochen, noch einmal wiederzukommen. Für diesen Fall empfehlen wir Ihnen unser Anschlussprogramm am Indischen Ozean.
Kandy - 17 Tage Wunderwelten-Reise
96,6 100 53
EUR