Sie wollten doch immer schon hoch hinaus, jetzt ist es so weit. Und höher geht auch gar nicht, denn mit 5.895 Metern ist der Kilimanjaro die unangefochtene Spitze des afrikanischen Kontinents. Das Springlands Hotel in Moshi 1 sammelt in seinem Garten alle Teilnehmer, aus welcher Richtung sie auch kommen. Was für den Gipfelsturm Ballast wäre, bleibt zurück, der Rest – Sie eingeschlossen – fährt zum Marangu-Tor, wo unser Aufstieg durch den Regenwald zu den Mandara-Hütten 2 beginnt. Offiziell gilt die Marangu-Route als die leichteste, aber was heißt hier leicht, wo der Abschied von jedem Blick über das faszinierende Land schwerfällt. »Pole, pole«, ermahnt der Bergführer und schwört uns darauf ein, langsam zu gehen. Wie geschrumpfte Schwarzwaldhäuser schmiegen sich die Mandara-Hütten an den Hang. Immerhin – ein festes Dach über dem Kopf.
Kilimanjarobesteigung (© Steffi Bernsee / Chamäleon)
Schon bald wird der Wald zum Hochmoor, aber einen Abstecher zum Maundi-Krater gönnen wir uns noch, dann wird der Weg unerwartet bunt, denn vor die Horombo-Hütten 3 4 hat der liebe Gott eine große Wiese Raketenblumen gesetzt. Das Zwischenziel vor Augen, balancieren die Träger unser Gepäck auf dem Kopf und nehmen die letzten paar Hundert Meter nahezu im Sprint. 3.700 Meter Höhe sind geschafft. Die Vegetation wird spärlicher, die Felsbrocken dicker, und der schemenhaft erkennbare Weg scheint geradewegs in den makellos blauen Himmel zu führen. Zeit, um sich zu akklimatisieren. Im Ausflugsmodus spazieren wir durch Felder voller Riesenkreuzkraut bis zum Mawenzi-Sattel auf 4.345 Metern und zurück zur Teestunde in den Horombo-Hütten.
Kilimanjaro Alpin Desert (© Steffi Bernsee / Chamäleon)
Von nun an geht’s bergauf, richtig bergauf durch die spärlich bewachsene Hochebene dem Kibo entgegen – »der Helle«, wie der Gipfel des Kilimanjaro auf Swahili heißt. Die Bergköche in den Kibo-Hütten 5 geben sich alle Mühe, uns mit kalorienhaltiger Kost und viel gespeicherter Flüssigkeit auf das Finale vorzubereiten. Kurz nach Mitternacht ist der Schlaf zu Ende, weil wir zum unvergesslichen Sonnenaufgang oben sein wollen: am Gilman’s Point auf 5.681 Metern, der dank seiner exponierten Lage bereits als offizielle Besteigung des Kilimanjaro gilt. Noch heftige eineinhalb Stunden an Gletschern entlang zum höchsten Punkt, dem Uhuru Peak 6, dann haben Sie sich die Gipfelurkunde verdient. Aber der eigentliche Lohn ist das erhebende Gefühl, König über Afrika zu sein. Die Horombo-Hütten 7 sind noch einmal Erholungsstation für geschwollene Füße, aber die letzte Etappe zurück zum Marangu-Tor ist nur noch ein Spaziergang zurück aus dem siebten Himmel.
Marangu-Route - 7 Tage Reisebaustein
96,5 100 1
EUR