Von denen, die schon einmal in Vietnam waren, sagen die meisten, dass sie nirgendwo freundlichere Menschen angetroffen haben als in diesem geschundenen Land. Und der allerfreundlichste ist Ihr Reiseleiter, der Sie nach Ihrem Nachtflug von Frankfurt 1 um sechs Uhr morgens am Flughafen Hanoi 2 zum Frühstück einlädt. Es gibt die Morgenspezialität aller, eine brüllend heiße Nudelsuppe mit Hühnchenfleisch. Die gibt Kraft, und Kondition brauchen Sie auch, denn Ihr Hotel La Siesta Trendy liegt mitten im historischen Viertel der 36 Gassen. Sie müssen nicht alle durchmachen, aber die Erfahrung lehrt, wer einmal angefangen hat, kommt so schnell nicht davon los.
Konfuzius-Schrein im Literaturtempel (© Ulla Kirchner / Chamäleon)
Aber das war ja nur die Ouvertüre, sonst werden Sie am Ende nur von der Suppe erzählen. Die fünf Innenhöfe des Literaturtempels, Weltkulturerbe und Hauptheiligtum Vietnams. Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum. Der See des zurückgegebenen Schwertes und das legendäre Wahrzeichen Hanois 3, die tausend Jahre alte Einsäulenpagode. Das sind zumindest einige der Stationen, die einem das Staunen lehren.
Bootsfahrt durch die Kalksteintunnel der Halong Bucht (© Claudia Exner / Chamäleon)
Der Name ist etwas irreführend, aber wenn man gleich mehrere Buchten hat, in denen dem Namen nach der Drache untertaucht, muss eine Unterscheidung her. Also heißt eine der faszinierendsten Landschaften Vietnams »Trockene Halong-Bucht«, obwohl sie gar nicht trocken ist. Wo sich die Kleinstadt Ninh Binh 4 unter riesige Zuckerhutberge duckt durch die sich Flussläufe mit kanaldeckelgroßen Seerosenblättern winden, nehmen wir erst das Fahrrad zur Jadegrotte und danach das Bambus-Sampan für eine gluckernde Schleichfahrt durch die Halong-Bucht der Reisfelder.
Dschunke Treasure Junk (© Treasure Junk / Chamäleon)
Nun aber zum Vergleich die echte, klatschnasse Halong-Bucht 5 6, wo im türkisblauen Wasserreich der 1.969 Zipfelmützen die Segel unserer Dschunke leuchten. Zwei Tage werden wir durch den Stein gewordenen Märchenwald gleiten und die Dschunke nicht mehr verlassen. Es sei denn, Sie springen vor Vergnügen über Bord, um in einer der Kalksteinkavernen den Drachen zu suchen. Niemand wird Sie aufhalten, das zu tun, wozu es Sie in dem Weltnaturerbe juckt. Nur zum Abendessen, wenn Sie der Koch in die Finessen der vietnamesischen Küche einweiht, sollten Sie wieder aufgetaucht sein.
Wasserpuppen hinter den Kulissen (© Claudia Exner / Chamäleon)
Unserer letzten Traumfahrt durch die idyllische Bucht folgt in Yen Duc ein Stück Nostalgie, das es nur in Vietnam gibt: Wasserpuppentheater, das seinen Ursprung in den Reisfeldern hat, denn auch die Puppenspieler stehen im Wasser und vollbringen an meterlangen Stöcken einen einzigartigen Tanz der Feen. Dann geht am frühen Abend Ihr Flieger nach Hué 7. Es reicht noch für einen erholsamen Abschluss des Tages im Pilgrimage Village Resort. Aber stellen Sie sich vorsichtshalber den Wecker, damit Sie zum Yoga bei Sonnenaufgang rechtzeitig aus dem sagenhaften Pool kommen.
Bewässerung auf Vietnamesisch (© Eva und Michael Schuster / Chamäleon)
Der Parfümfluss bringt uns zurück in jene glanzvolle Zeit, als Hué 8 9 die Hauptstadt Vietnams und die »Dame des Himmels« ihr Wahrzeichen war. Aber was heißt hier war? Was die Nachfahren der Mandarine weitergeben, ist die alte Geschichte in einem neuen Kleid. Die Verehrung aber, ob am prunkvollen Kaisergrab von Tu Duc oder der mächtigen Zitadelle in der alten Kaiserstadt, ist auch 200 Jahre danach noch ungebrochen. Mindestens so lange garantiert das unerschöpfliche Grün der Reisterrassen mehrere Ernten im Jahr. Mit Rad und Boot pflügen wir gemütlich durch Felder, Dörfer und Lagunen zu Bauern und Fischern, die uns gerne von ihrem »Reichtum« etwas abgeben.
Wanderung mit den roten Dao (© Go Indochine / Chamäleon)
Wolkenlos über den Wolkenpass, das ist realistischer als es klingt und führt uns in ein von allen guten Geistern bewohntes Dorf. Einmal vertrieben reicht, hat sich das Volk der Co Tu gesagt und seine Kultur in eine abgelegene Ecke des Regenwaldes transferiert. Im Dorf Bho Hoong 10 stehen seine Häuser auf Stelzen, die Frauen sticken Perlenkleider und die Männer begnügen sich mit Lendenschurz. Aber essen müssen sie auch was, und weil sie sich in ihrer Abgeschiedenheit über Besucher freuen, sind wir herzlich eingeladen, zu bleiben.
Laternenzauber (© Wolfgang Kohler / Chamäleon)
Das Dorfleben ist zuverlässiger als ein Wecker. Und weil nach dem Co-Tu-Frühstück noch etwas Zeit bleibt, schauen wir den Handwerkern ein bisschen auf ihre geübten Finger. Der Ho-Chi-Minh-Pfad mit seinen atemberaubenden Aussichten ist unser Abschied aus dem Bergland. Kein Handelsschiff der alten Seidenstraße wurde jemals hier oben gesichtet, also müssen wir runter, was im ersten Moment schade, auf den zweiten Blick aber ein großes Glück ist. Denn unten liegt Hoi An 11.
Mit Bambusbooten durch den Wasserkokosnusswald (© Claudia Exner / Chamäleon)
Hier zeigt sich, was der Zusatz SENSE ausmacht. Denn es beginnt keine Jagd durch das sagenhafte Weltkulturerbe, sondern eine Zeit tiefer Dankbarkeit gegenüber den Wundern der Natur und denen, die der Mensch hinzugefügt hat: Die einzigartige Schönheit von Cam Thanh, die Fahrt im Bambusboot durch den Wasserkokosnusswald, die Werkstatt der Bambushäuser, das Werk der Muschelfischer. Dann folgt der unerschöpfliche Fundus an Kostbarkeiten, die Händler aus Japan und China mitbrachten. Sie bilden seit dem 17. Jahrhundert die märchenhafte Altstadt von Hoi An 12 13: Die Japanische Brücke, der Quan-Cong-Tempel, die Phuc-Kien-Pagode, das berühmte Handelshaus Diep Dong Nguyen, die Tore zu den Versammlungshallen. Weltkulturerben am laufenden Meter. Die stillen Meter kommen am Abend, wenn Sie im Boot durch die mit hunderten Lampions illuminierte Stadt in den Sonnenuntergang gleiten.
Vespatour durch Saigon (© Ulla Kirchner / Chamäleon)
»Da war doch gleich hinter der Brücke neben der Pagode ein Schneider für die eleganten Áo Dàis in zauberhaften Farben und Mustern. Da möchte ich gerne nochmal hin«. Solche Sätze hören wir oft und deshalb: gehen Sie nur, wir warten solange. Dann sollte das Fässchen der Glücksmomente aber randvoll sein, und wie Konfuzius schon sagte, kann das Neue nicht beginnen, solange das Alte nicht beendet ist. Das Neue kostet Nerven, und weil seit unserem Flug nach Saigon 14 ein paar Stunden vergangen sind, handelt es sich um die Nerven einer geräuschvollen Vespatour durch das Nachtleben der 7-Millionen-Metropole.
Mekong Eyes Classic (© Mekong Eyes Classic / Chamäleon)
Die Einheimischen haben dafür keinen Blick mehr und man weiß eigentlich auch gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll, denn was sich hinter dem Namen Mekong-Delta 15 verbirgt, ist eine Fläche von 39.000 Quadratkilometern, auf der der Mekong in ein unüberschaubares Gewirr aus Wasserwegen, Kanälchen, Gärten, Reisfeldern und Plantagen zerbröselt. Da hilft nur eins: der zum komfortablen Botel umgebaute Reisfrachter Mekong Eyes Classic, der Sie auf der Aussichtsposition seines Sonnendecks durch den verschlungenen Alltag des Deltas bugsiert.
Frau auf dem schwimmenden Markt im Mekong-Delta (© Bartosz Hadyniak, iStockphoto / Chamäleon)
In der aufgehenden Sonne zugucken, wie das Delta zu neuem Leben erwacht, gehört zu den schönsten Augenblicken. Da ist es nur konsequent, das Gleiche zu tun wie die Menschen hier. Die Sampans, die voll beladen mit allem, was das Mekong-Delta 16 17 hergibt, den schwimmenden Markt von Cai Rang ansteuern, ersetzen die Verkehrsschilder. Wir folgen ihnen und manch einer wird sich in vorauseilender Schadenfreude fragen, wann bei diesem Getümmel der erste Kahn in den trüben Fluten versinkt? Aber diesen Gefallen tun sie uns nicht, stattdessen klettern wir selbst in ein Sampan und mischen beim Feilschen mit. In den engen Kanälen wird es still und man sieht nicht sehr weit, weil die Palmen über einem zusammenschlagen. Es ist die Ruhe gleichmäßiger Arbeit, wo Bauern bei der Ernte sind und in kleinen Familienbetrieben aus Wasserhyazinthen Möbel geflochten werden. Es sind die Bilder des Abschieds vom Mekong-Delta.
Vietnamesischer Tempel (© Exo Travel Thailand / Chamäleon)
Vom geschundenen Land war am Anfang die Rede. Und in der Tat kann man sich nur wundern, dass die Vietnamesen ihr Lächeln wiedergefunden haben. In den Tunneln von Cu Chi mit ihrem endlosen System an unterirdischen Stollen, hatten die Vietcong ihre Kommandozentrale. Ganze Städte mit Schulen und Lazaretten sind in den Jahren des Vietnam-Krieges dort unten entstanden. Heute ist es ein Park der Erinnerung. Zurück in Saigon 18, fehlen noch die Kathedrale Notre Dame, der Wiedervereinigungspalast, das Hauptpostamt von Gustave Eiffel und in Chinatown die Garküchen, dann haben Sie alles gesehen und gegessen, was in 18 entspannte Tage reinpasst. Am 19. Tag sind Sie morgens wieder zu Hause 19, höchst wahrscheinlich ohne Nudelsuppe, aber mit Gefühlen, die noch lange nach mehr schmecken.
Áo Dai SENSE - 19 Tage Wunderwelten-Reise
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