Man kennt das ja. Mitunter muss man einen Schritt zurücktreten, um die ganze Herrlichkeit, die einen umgibt, in vollem Ornat wahrzunehmen. Wir treten nicht, wir nehmen das Boot. Gewissermaßen für den ersten Eindruck nach Ihrem Flug von Frankfurt nach Maskat 1 2 3. Und dann werden Sie auch gleich verstehen warum, denn aller Wahrscheinlichkeit nach haben Sie grenzenlose Wüsten erwartet, und was kommt? Alpen! Rostrote Gebirgsmassive, die praktisch im sprudelklaren Badewasser des Golfs von Oman baden gehen. Erst dahinter beginnt das Zauberland der Wadis und Wüsten, die alles andere als wüst sind. Aber davon später. Wenn Sie den Kopf lange genug im Nacken hatten, schauen Sie auch mal nach unten. Dort, wo rein gar nichts den Blick bis auf den Grund des Indischen Ozeans trübt, hat sich ein Begrüßungskomitee versammelt, für das es keine Worte gibt. Wenn das die skurrilen Arten beträfe, die dort wimmeln, ginge es ja noch. Aber die Farben! Die Formen! Das Drüber und Drunter! Da fällt Ihnen nichts mehr ein. Außer sich lustvoll hineinzustürzen, auf eine Spezies mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an.
So ein Sultan hat’s nicht leicht. Er führt praktisch alle Geschäfte in seinem Land und dazu gehört vor allem, sein Volk bei Laune zu halten. In diesem Punkt handelt Sultan Qaboos ibn Said geradezu vorbildlich. Malerisch zwischen zwei Stränden hat er den Qurum-Park errichten lassen. Mit See, Fontänen, Rosengarten und allerlei exklusivem Vergnügen. Sich selbst hat er die Sultan Qaboos Grand Mosque spendiert, eine der weltweit größten Moscheen von bestechend schöner Architektur. Und innen erst. 600 Knüpferinnen haben für den 22 Tonnen schweren Gebetsteppich 1,7 Milliarden Knoten geschlungen und für das Lämpchen, das alles ins rechte Licht rückt, durfte Swarowski tonnenweise Kristalldiamanten liefern. Falls es Ihnen gefallen hat, abends im Goldsouk gibt es diese Begehrlichkeiten auch ein paar Nummern kleiner.
Kleine Wüstenkarawane (© Chamäleon)

Ab in die Wüste. Was wie eine Sanktion klingt, wird zu sieben Tagen, die Ihr Leben verändern. Sie werden sämtliche Klänge der Farbpsychologie durchleben. 15.000 Quadratkilometer Orange-Rot-Gelb, die Farbe für Energie, Aktivität und Begierde. In den Wasserläufen und Sinkhöhlen der Wadis schimmert ein sagenhaftes Blau-Grün, das paradiesische Symbol des Lebens. Und die violetten Massive des Hadschar-Gebirges, wofür stehen sie? Sinnlichkeit und Verstand sagen die Einen. Für Jungfern, sagen die Anderen, die für Rosa zu alt sind. Sie sehen, da kommt was auf Sie zu, wenn wir in den Bannkreis der Wüste Wahiba 4 5 fahren.

Aber täuschen Sie sich nicht. An die 200 Tierarten und über 180 Pflanzenarten, plus die Beduinen, die mit ihren Kamelen durch die endlose Sinfonie der Farben trotten – sie alle beweisen, dass die Wüste lebt. Und schließlich sind auch wir mittendrin statt nur dabei. Übernachten im Wüstencamp Sama al Wasil, genießen die Gastfreundschaft einer Beduinenfamilie und fügen uns, wenn die Männer beim traditionellen Frauenmarkt draußen bleiben müssen. Zum Glück nicht angeleint. Aber beim Ritt in den Sonnenuntergang sind wir wieder beisammen.

Die Festung von Nizwa (© Chamäleon)
Man kann es verstehen und auch wieder nicht. Vor rund 30 Jahren entschieden die Bewohner des Wadi bin Habib, ihr Dorf zu verlassen. Dabei hatten sie ihre Häuser doch wie Schwalbennester in die Bergflanke gebaut. Keine Menschenseele mehr außer uns und dem unverändert sensationellen Blick über das Wadi. Nizwa 6 7, wo wir am Nachmittag eintreffen, ist omanisches Ursprungsland. 1.500 Jahre alte Bewässerungskanäle halten die ehemalige Hauptstadt am Leben, damit die Traditionen gepflegt und der Souk mit Nachschub versorgt werden kann. Nun wissen Sie, dass eine Oase mehr als ein Wasserloch mit Dattelpalmen ist, aber wenn Sie es richtig wissen wollen, dann schreiten Sie durch das Kanonenspalier ins dicke Fort und gucken mit großen Augen nach unten. Aber die kleinen schnuckeligen Bergoasen gibt’s trotzdem noch. Willkommen im malerischen Misfat.
Viehmarkt in Nizwa (© Chamäleon)
Der höchste der Berge, die in den Indischen Ozean wachsen, ist der Jebel Shams 8 9. Stolze 3.009 Meter, um es genau zu sagen. Und der Grund, warum wir bis auf das Plateau des Sonnenbergs fahren, ist unsere Wanderung entlang des Canyons mit atemberaubenden Blicken auf die Rücken der Habichtsadler, die durch das 1.000 Meter tiefere Trockenflusstal segeln. Ungefähr dort unten liegt auch unser Sama Heights Resort Jebel Shams, das einzige Ökoresort in Oman. Und Öko ist auch der Pool.
Palmenhain im Abendlicht (© Martina Koch / Chamäleon)

Bärtige Handwerker, die im Schatten enger Gassen vor lehmroten Häusern auf Käufer für ihre Töpferkunst warten, sind in den abgelegenen Gebirgsorten immer noch ein gewohntes Bild. Mit ihnen verabschieden wir uns aus den bizarren Landschaften der Berge dorthin, wo der Kontrast nicht größer sein könnte. Das Millennium Resort in Mussanah 10 11 12, mit Yachthafen, Poollandschaft, Spa und was die arabische Küche an kulinarischen Finessen auftischen kann, steht für das luxuriöse Oman, und ein bisschen Luxus haben Sie nach den Abenteuern der vergangenen Tage verdient. Der größte Luxus aber ist ab heute die Zeit. Tage, die im Einklang mit Ihrer inneren Uhr vergehen. Und der Maßstab dafür ist die Menge Glück, die Sie sich selbst verordnen.

Die Daymaniyat-Inseln sind das Traumrevier, das man sonst nur von weit entfernten Bildern kennt. Auf ihnen sind eigentlich nur zwei Farben zu sehen: ein blendendes Weiß und dieses Türkis, das nicht von dieser Welt ist. Ein Tupfer Grün kommt noch von den Palmen, die wie Rasierpinsel in den Himmel ragen. Das ist alles. Die Krümel, die hier und da herumliegen, sind Krabben und Krebse, Seesterne, Muscheln und Meeresschildkröten. Alle zusammen ergeben das Naturschutzgebiet Ras al-Sawadi. Normalerweise unbewohnt, nur heute nicht, denn wir sind bereits auf dem Weg. Im Boot natürlich, und das trifft sich gut, denn die Unterwasserwelt schreit nach Ihnen. Und sollte es der Zufall wollen, dass Sie den Schnorchel schon im Mund haben, dann lassen Sie sich doch einfach über Bord fallen.

Wann immer Ihnen nach einer Zugabe ist, haben Sie die Intensität Ihres Glückes selbst in der Hand. Momente ganz bei sich, versunken in dem Wunsch, dass die Zeit wenn schon nicht stehen, so doch langsamer gehen möge. Tut sie auch, mit allen Sinneserlebnissen, die Ihnen dieser glanzvolle Ort zu bieten hat.

Männer unter sich (© Andrea Werner / Chamäleon)
Am Vormittag des dritten Tages in Mussanah ist die Zeit der Gefühle dann doch unwiderruflich abgelaufen. Auf halber Strecke nach Maskat liegt in Barka 13 der Creo Equestrian and Country Club. Entspanntes Landleben auf Omanisch. Sammelstation der Erinnerungen an dramatische Bergketten, verzauberte Strände, märchengleiche Wadis, kolorierte Wüsten und einen betörenden Luxus, für den man eine Sonnenbrille extra bräuchte. Besonders jetzt, wenn wir nach unserer Rückkehr in Maskat 14 die Zeit bis zum Abflug für einen Umweg in das größte Shoppingcenter des Landes nutzen.
Maskat bei Sonnenuntergang (© Chamäleon)
Nicht auszudenken, wenn Sie sich in diesem Palast des Konsums verlaufen und um zwei Uhr morgens Ihren Rückflug nach Frankfurt 15 verpassen. Andererseits eine reizvolle Vorstellung, denn dann könnten Sie in der Sultan Qaboos Grand Mosque noch einmal von vorn beginnen.
Sultana SENSE - 15 Tage Wunderwelten-Reise
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