Schön, wenn man so eine Anreise erwischt. Mittags ab München, und kaum dass der neue Tag begonnen hat, schon in Delhi 1 2. Die seligen Stunden in den komfortablen Zimmern mit Regendusche-Bad im Vivanta by Taj Surajkund zählen doppelt, so dass Sie nach dem opulenten Frühstücksbuffet für alle Abenteuer gerüstet sind, und davon kommen in den nächsten Tagen etliche: zunächst im alten Delhi das Gandhi Memorial Raj, wo für den großen Sohn Indiens immer ein Weihrauchstäbchen der Erinnerung brennt, danach ein erster Vorgeschmack auf Dimensionen, an die Sie sich auf Ihrer Reise gewöhnen müssen: Jama Masjid, das Gebetshaus des Großmuguls Shah Jahan und die größte Moschee Indiens für 20.000 Gläubige. Der Wechsel ins neue Delhi bringt uns zum UNESCO-Weltkulturerbe Qutub Minar, mit über 72 Metern Höhe das unerreichte Meisterstück der Steinmetze, und schließlich noch die königliche Promenade mit dem India Gate, dem Triumphbogen zum Gedenken an die über 90.000 indischen und britischen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges. Ein bisschen tot könnten Sie nach diesem Auftakt auch sein, also zurück ins Vivanta by Taj Surajkund an den Outdoor-Pool.

Zwei lächelnde Inderinnen (© Kathrine Rique / Chamäleon)

Dieser unermessliche Reichtum, der sich wie ein goldener Faden durch Ihre Reise zieht, ist nicht bei allen angekommen. Es wird noch eine Weile dauern, bis die Chancen gleich verteilt sind. So lange wird die Chamäleon Stiftung dazu beitragen, Not zu lindern und Perspektiven zu geben. Helfen Sie uns, fördern Sie das Lächeln, heute Morgen in der Sanshil Foundation for Welfare, die Frauen ohne Hoffnung auf gesellschaftliche Anerkennung in Form alter Nähmaschinen das Grundkapital zum Überleben schenkt. Zurück zum Gold des späten Mittelalters. Die Mogulkaiser sind abgetreten, doch ihr unermesslicher Kulturschatz ist geblieben: die Rote Festung in Agra 3 mit ihren edelsteinbesetzten Marmorpalästen, die über Jahrhunderte ihr Machtzentrum war. Und die Krönung, der Taj Mahal, mit dem der Großmogul seiner sterbenden Lieblingsfrau ewige Liebe versprach. Beim Spaziergang auf dem Mughal Heritage Walk zeigen Ihnen die Kinder von Kachpura die Kunst der Henna-Tattoos, und wenn Sie im Garten von Mehtab Bagh angekommen sind, haben Sie erste Blicke in die Seele Indiens geworfen. Der nun folgende Blick ist wie ein Versprechen. Von der Roof-Top-Bar auf der Dachterrasse Ihres Hotels Four Points, geht Ihr Blick auf jene in Stein gemeißelte Liebeserklärung, deren herzzerreißende Geschichte seit beinahe 400 Jahren die Welt bewegt.

Das Taj Mahal (© Karl-Heinz Sass / Chamäleon)

Die Pferdekutsche bringt Sie zu einem Sehnsuchtsziel aller Indienreisenden, dem Wahrzeichen des Landes, dem großartigsten Bauwerk der Menschheit, Weltkulturerbe und Versprechen des Großmoguls Shah Jahan am Sterbebett seiner großen Liebe, ihr das schönste Grabmal der Welt zu bauen. Die Sonne war Zeuge und taucht den weißen, edelsteinbesetzten Marmor jeden Morgen aufs Neue in ein Licht aus Gold. Trotzdem müssen wir uns losreißen. Fatehpur Sikri 4, das UNESCO-Weltkulturerbe des Moguls Akbar, empfängt uns mit einem 54 Meter hohen Eingangsportal von sagenhafter Pracht und ist dennoch nur die Haustür einer Palastanlage, in der jeder Sandstein Kunst ist. Dann bringt uns der Zug nach Sawai Madhopur, wo am Pool des Ranthambore Regency schon die Palmen für Sie wedeln.

Wanderelster und Nilgauantilope im Ranthambore-Nationalpark (© Elke Barthel / Chamäleon)

Gleich zweimal steht im Ranthambore-Nationalpark 5 der Safariwagen bereit. Die Bengalischen Tiger sind informiert, aber auch Krokodile, Axis-Hirsche, Lippenbären, Indische Gazellen und eine farbenfrohe Vogelwelt wissen, dass wir nur mit der Kamera jagen. Dafür aus nächster Distanz. Nähe ist für die behinderten Kinder und Jugendlichen im Dorf Khilchipur nicht selbstverständlich. Ihnen dennoch einen Platz in der Gesellschaft frei zu halten, ist das Ziel der Schule Adarsh Manovikas Sansthan. Es ist ein großer Unterschied, ob man von Kindern hört, die am Rande der Gesellschaft leben müssen, oder ihnen in die Augen sieht. Zuneigung und Bildung zu einer Grundlage zu machen, die ihnen im Leben ein Türchen offen hält, daran ist die Chamäleon Stiftung beteiligt. Und wenn Sie selbst einen Beitrag leisten möchten, können Sie hier sehen, wo von jedem gespendeten Euro ein Euro ankommt.

Lachende Jungs (© Bettina Stritzke / Chamäleon)

Wo sich am Heiligen See von Pushkar 6 Pilger aus der ganzen Welt einfinden, um sich reinzuwaschen, steht unser Pushkar Palace ganz nah am Ufer. Schon die Stimmung am Wasser hat etwas Reinigendes, aber man darf nicht gehen, ohne dem Hauptgott Brahma gehuldigt zu haben. Auf einem Kamelkarren erweisen wir seinem Tempel die Reverenz und beschließen den spirituellen Teil dieser Reise mit einer abendlichen Feuerzeremonie, bevor Sie in Jodhpur 7 Ihr blaues Wunder erleben werden: die ganze Altstadt in strahlendem Königsblau, am eindrucksvollsten vom gewaltigen Mehrangarh Fort 123 Meter über der Stadt. Den Zuckerbäckerpalast Jaswant Thada dürfen wir nicht links liegen lassen, auch wenn das Samsara Desert Camp seine abenteuerlichen Schatten weit vorauswirft. Heute Abend wird es ein Lagerfeuer sein, das seine flackernden Schatten auf eine Oase des ungläubigen Staunens wirft.

Kamel und Kamelführer im Morgenlicht (© Regina Keller / Chamäleon)

Bereits zum Sonnenaufgang stehen in der Wüste Thar 8 die Kamele bereit, um Sie die große Sanddüne hinauf in ein Meer von Pastellfarben zu führen. Danach ist die Reihenfolge der Ereignisse entscheidend: zuerst das Nomadenfrühstück im Wüstencamp, dann abtauchen in seinem Pooluniversum und zur indischen Fußmassage wieder auftauchen. So lebt es sich in der Wüste. Unter anderem, wie uns eine Geländewagentour in abgelegene Wüstendörfer zeigt, wo Zeit und Eile keine Bedeutung haben. Aber zurück zum Sand. Dass man Burgen damit bauen kann, weiß jedes Kind, aber eine ganze goldene Stadt in der unbeschreiblich hinduistischen Tempelarchitektur, dafür müssen wir nach Jaisalmer 9. Die 1156 erbaute Festung thront 100 Meter hoch auf einem Felsen. Sie allein macht schon sprachlos, aber werfen Sie erst mal einen Blick hinter die Mauern, auf den berühmten Palast Raj Mahal, den Lakshminath-Tempel und die Jain-Tempel. Eine Pracht, die kirre macht.

Die königlichen Scheingräber von Devi Kund Sagar in Bikaner (© Chamäleon)

War in Jaisalmer die Welt noch sandsteingelb, präsentiert sich die uralte Handelsstadt Bikaner 10 in dominierendem Rot. Zumindest äußerlich, wenn Sie aber die Rajputen-Paläste der Stadt betreten, wird Ihnen schwindelig vor lauter Marmor, Gold, Indigo, Glanzlack, Spiegelkunst und Wandmalereien, zu denen es nichts Vergleichbares gibt. Der Deshnok-Karni-Mata-Tempel macht da eine Ausnahme, bei ihm zählen nicht Gold und Edelsteine, sondern das Glück, unter Tausenden possierlichen Ratten die wenigen Albinos zu entdecken, die Ihrem Leben ein gutes Karma verheißen. Zutraulichkeit ist oberstes Gebot im Rattentempel, also nur keine Berührungsängste, die Hosenbeine sollten Sie allerdings gut zuhalten, weil Ratten prima klettern können. Nach gutem Karma ist ein gutes Bett auch nicht zu verachten, und das steht heute im Maharaja Ganga Mahal Palace. Willkommen im Reichtum der Geschichte, wo aus jeder Ritze das unermessliche Erbe der Mogulkaiser lacht. Lächeln Sie einfach mit, und wenn es im Schlaf ist.

Frau mit Schleier (© Bettina Stritzke / Chamäleon)

Eigentlich fehlt jetzt nur noch etwas Pink, die Farbe der indischen Gastfreundschaft. Pink wie Jaipur 11 12, die rosa Stadt. Wir kommen rechtzeitig, um ein triumphales Stück Bollywood zu erleben. Filmtheater, wie es lacht und kracht. Fehlt nicht noch was? Richtig, die 953 Fenster im Palast der Winde. Am nächsten Tag können Sie nachzählen und an der fast 300 Jahre alten Sonnenuhr Samrat Jantar Ihr Handy auf zwei Sekunden genau stellen. Der Bogen von diesen Höhenflügen der Kultur zum realen Leben im Jetzt gelingt kaum eleganter als mit der Einladung einer indischen Familie zum traditionellen Abendessen im Schneidersitz.

Das Amber Fort (© Silja Bohry / Chamäleon)

Sofern es überhaupt noch der Bestätigung bedarf, was Prunk ist, setzt die Festung der alten Hauptstadt Amber 13 allen Erlebnissen eine glitzernde Krone auf. Im Sheesh Mahal füllen so viele Spiegel die Wand- und Deckenornamente, dass eine einzige Lampe ausreicht, um den ganzen Saal zu fluten. Ein Licht, das noch lange in Ihren Erinnerungen leuchten wird. Zurück in Delhi, wird das elegante Le Méridien Gurgaon Central Park nichts unversucht lassen, Ihnen mit indischen Spezialitäten den Abschied zu versüßen. Vielleicht auch als Einladung, wiederzukommen. Ein Gedanke, der den Rückflug von Delhi nach München 14 bestimmt leichter ertragen lässt.

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