Vielleicht wissen Sie es ja schon, dass Reisen mit dem Zusatz Sense so geplant sind, dass sie direkt ins Herz gehen. Dass alle Abenteuer auch immer große Emotionen sind. Warum diese Reise dafür ein Paradebeispiel ist, zeigt ein Blick zurück ins 16. Jahrhundert, als Lima 1 2 die Hauptstadt des spanischen Vizekönigreiches Peru wurde, zu dem das heutige Ecuador, Kolumbien, Bolivien, Chile, Argentinien, Panama und Paraguay gehörten. Von Nicaragua bis zum Kap Hoorn besaß die Stadt das Handelsmonopol, und der unablässige Strom an Gold und Silber aus den Minen der Anden machte sie zu einer der reichsten Städte der Welt. Und nun, eine halbe Ewigkeit danach, stehen Sie hier auf einem Platz, der als Symbol für die ganze Herrlichkeit der Jahrhunderte gilt, der Plaza Mayor. So viel zur Geschichte, aber wenn wir schon bei der Herrlichkeit sind, dann gehört auch der Circuito Mágico del Agua dazu. Ein fantastischer Park mit 13 interaktiven Themenbrunnen, die aus Wasser, Musik, Farbe, Licht und Laser eine Show zaubern, hinter der Las Vegas verblasst.
Klosterhof Santa Catalina in Arequipa (© Arno Boes / Chamäleon)
Wo das Weltkulturerbe Arequipa 3 4 am schönsten ist, da landen Sie heute, denn Ihre Hostería im historischen Zentrum liegt nur einen Steinwurf entfernt von der überwältigenden Kathedrale entlang der gesamten Plaza de Armas. Alle weiteren Momente des Glücks ergeben sich auf Schusters Rappen: Kolonialarchitektur, die so prachtvoll nur sein kann, wenn Kosten keine Rolle spielen. Die Jesuitenkirche La Compañia in ihrem unverwechselbaren Mix aus indigenem und spanischem Stil und Santa Catalina, das wichtigste religiöse Bauwerk aus der Kolonialzeit, wo reiche Familien die jeweils zweite Tochter für »Gott und Himmelreich« in die Obhut des Klosters gaben. Aber was hilft es, wenn nur die Augen satt werden? Auf einer »Ruta de Picanterias« durch mehrere Restaurants mit unterschiedlichen kulinarischen Vorlieben, entdecken Sie das Peru der Töpfe. Nach diesen zwei Tagen ist Ihnen klar, woher der Name Arequipa kommt. »Are quepay«, haben die Quechua gesagt: »Bleiben Sie!«
Blick in den Colca Canyon (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)
Trotzdem: Wir bleiben nicht. Wo der Kondor die Thermik des Andenhochlandes nutzt, um seine majestätischen Kreise zu ziehen, liegt der zweitgrößte Canyon der Welt im Colca-Tal 5 6. Schon vor mehreren 100 Jahren haben seine Bewohner Terrassen angelegt, um in der Einsamkeit der Bergwelt ein Auskommen zu haben. Heute tragen Lamas und Alpakas mit ihrer begehrten Wolle einen beträchtlichen Teil dazu bei. Vor allem, nachdem sie durch die Hände der Färber, Weberinnen und Strickerinnen gegangen ist. Mit einem Schal vom örtlichen Markt könnten Sie zu Hause allein der Farbe wegen schon Aufsehen erregen.
Leben auf dem Titicacasee (© Jürgen Försterling / Chamäleon)
Etwa 1200 v. Chr. setzte der Sonnengott Inti seine beiden Kinder auf dem heiligen Felsen der heutigen Chincana-Ruinen ab und gab ihnen den Auftrag, die Inka-Dynastie zu gründen. Sie erledigten den Auftrag mehr als gründlich durch die Zerstörung aller Vorgängerkulturen. Und so flüchteten die Uros-Indianer vom Festland auf die sogenannnten Islas Flotantes. Schwimmende Inseln, die sie aus getrocknetem Totora-Schilf bauten, einschließlich Häusern, Booten, Spielplätzen, Aussichtsturm – alles aus den spröden Stängeln. Mittagessen auch, sozusagen Fish & Schilf. Das »Huch-Gefühl«, wenn wir ein Bein auf den watteweichen Untergrund setzen, spüren die Bewohner schon lange nicht mehr. Aber ihre Inseln im Titicaca-See 7 halten sie auf Trab, denn von unten frisst sich allmählich die Fäule durch das botanische Fundament, und es wäre nicht das erste Mal, dass ein Uro-Indianer mit dem ersten Schritt aus dem Bett im See versunken ist. In Puno wird Ihnen das im Hotel Royal Inn gewiss nicht passieren.
Blick von Ollantaytambo über das Heilige Tal der Inka (© Luisa Mentz / Chamäleon)
Das Andenhochland an einem Tag, so ließe sich unsere Fahrt vom Titicaca-See zur alten Hauptstadt Cuzco 8 überschreiben, die längst Weltkulturerbe ist. Verträumte Indiodörfer, der höchste Andenpass, La Raya, die fruchtbaren Täler am Fluss Vilcanota, der Viracocha-Tempel und in Andahuaylillas die als Sixtinische Kapelle Amerikas bezeichnete Kolonialkirche – das ist volles Programm aus Hunderten Jahren Kulturgeschichte, und es endet am Beginn des Inkareiches: der Gründung von Cuzco durch Manco Cápac, den aus dem Schaum des Titicaca-Sees geschaffenen Sohn des Sonnengottes Inti.
Wir bereiten gemeinsam unser Essen (© Kirsten Vogt / Chamäleon)
Wie würden Sie leben, weitab vom Schuss und hineingeboren in eine tief verwurzelte Dorfgemeinschaft, deren Rituale schon etliche Jahre auf dem Buckel haben? Am besten, Sie fragen die Menschen im Urubamba-Tal 9 selbst, nur so viel ist jetzt schon klar: Es ist unterhaltsamer als Sie denken und Zuschauen ist nur das halbe Vergnügen. Helfen Sie bei der Vorbereitung des Mittagessens, es gibt eine traditionelle Pachamanca aus Rind, Lamm und Geflügelfleisch. Nach uralter Sitte mit heißen Steinen in der Erde versenkt und stets mit einem »pago a la tierra«, dem Dank an Pachamama, der Mutter Erde, wieder ans Tageslicht befördert. Dafür braucht es Geduld. Wir nutzen die Gelegenheit für den Aufstieg zu einem Aussichtspunkt mit großartigem Panoramablick über die Stelle, wo unser Mittagessen vergraben liegt. Wenn die Dorfbewohnerinnen lächeln, ist es wieder ausgebuddelt und wohlgeraten. Bitte Platz nehmen zu einer traditionellen Köstlichkeit.
Dramatisches Licht am Machu Picchu (© Dirk Stamm / Chamäleon)
Von den Löchern im Urubamba-Tal zum Höchsten der Inka-Kultur: Machu Picchu 10 11. Von Ollantaytambo schnauft uns der Andenzug nach Aguas Calientes. Noch 30 Minuten die Serpentinen hoch, da liegt auf 2.360 Metern das sagenumwobene Weltkulturerbe, in dem zur Blütezeit tausend Menschen gelebt haben sollen. Der sensationelle Blick über das Urubamba-Tal allein kann es nicht gewesen sein, waren die Terrassen, Tempel, Paläste und Brunnen der Stadt doch nur über 3.000 Stufen erreichbar. Aber jede Erklärung, warum der Inka-Herrscher Pachacútec Yupanqui 1450 ausgerechnet an dieser Stelle den Befehl zum Bau der Stadt gab, verliert sich bis heute in Spekulationen. Warten Sie nicht auf eine Antwort, lassen Sie sich von der Großartigkeit dieser Stätte davontragen.
Plaza de Armas in Cuzco (© Thomas Mirlach / Chamäleon)
Die Geschichte kennt viele Hauptplätze der Inka, aber nur eine Hauptstadt: Cuzco 12, in der Sprache der Indios der »Nabel der Welt« und folgerichtig Weltkulturerbe. Der Legende nach gründete der Sohn der Sonne Manco Cápac mit seiner Schwester Mama Ocllo an dieser Stelle das sagenhafte Inka-Reich. Und weil es eine Reise mit Sense ist, haben wir viel Zeit, den Nabel der Welt zu bewundern: Den historischen Kern mit dem monumentalen Dom, das Künstlerviertel San Blas und die »Mauer mit dem großen Stein« im Palast des Herrschers Inca Roca. Ein fugenloses Wunder der Baukunst, wie auch der Sonnentempel Coricancha. Große Klasse und mittendrin das Tierra Viva Cusco Centro, das im Herzen von Cuzco den perfekten Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt bietet.
Mit dem Boot durch das Amazonasgebiet (© Luisa Mentz / Chamäleon)
Die Ceiba Tops Lodge hat einen irreführenden Namen. Denn sie liegt gar nicht on top, sondern tief im Amazonas-Regenwald 13 14 15. Dort, wo genau genommen nichts mehr ist außer blickdichtem Grün. Aber das täuscht, denn der Dschungel ist randvoll, und wer genauer hinsieht, entdeckt das Leben im Wasser, in den Sümpfen, in den Bäumen und Lüften. Dass man dort nicht mit dem Auto hinkommt, leuchtet ein, also fliegen wir so weit es geht und das ist Iquitos. Willkommen im Nirgendwo. Schon am Vortag haben wir auf einer abendlichen Bootsfahrt die leuchtenden Augen der Kaimane verfolgt, und die Geräusche der Nacht, die sich im Himmelbett der komfortablen Lodge in Ihre Träume von Piranhas und Sumpfmonstern geschlichen haben, waren ein fantasiebeflügelter Vorbote des heutigen Tages. Auf einer Bootstour durch die Flussläufe des Amazonas suchen wir die Nähe der oberen Zehntausend: Kapuzineraffen, Totenkopfäffchen, Leguane und Faultiere, die träge in den Ästen hängen, und so manche Vogelart, von der Sie noch nichts wussten. Sie werden Ihren Augen nicht trauen, aber mitten in diesem hermetisch zugewachsenen Zoo stoßen wir auf ein Dorf der Yagua-Indianer. Kein Supermarkt, kein Abercrombie & Fitch, weder KFC noch königliche Burger und schon gar keine Apotheke weit und breit. Wozu leben? Und wie? Die Dorfbewohner geben uns eine überraschende Antwort. Und dennoch sind die Menschen im Dschungel nicht hilflos den Gesetzen der Wildnis ausgeliefert. Indiana, versteckt, wo das Blätterdach des Regenwaldes ein Loch für die Sonne gelassen hat, verfügt über Markt, Schule und Krankenhaus. Alles ein paar Nummern kleiner, doch einen Pool, um die Seele erfrischt baumeln zu lassen, haben sie nicht. Den hat nur unsere Lodge.
Selbstbedienung auf dem Markt (© Dr. Anne Witte-Gareis / Chamäleon)
Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen sind wir zurück, wo Lima 16 17 am grünsten ist. Indiomarkt und der Pazifische Ozean liegen gleich um die Ecke. Aber das Künstlerviertel Barranco ist auch noch da, und es wäre unverzeihlich, wenn Sie nicht einmal über die romantische Seufzerbrücke geschlendert wären. Sie müssen nicht zwingend verliebt sein, außer in diese Reise vielleicht, aber ein Seufzer, weil sie nun vorbei ist, wäre schon angebracht. Noch einen Pisco Sour, der Ihnen den Abschied versüßt? Dann hilft allerdings nichts mehr außer einem Anschlussprogramm. Galápagos vielleicht? Alle anderen bekommen nur noch den Flughafen zu sehen, und was Sie zu Hause 18 erwartet, das wissen Sie selbst am besten.
Pachamama SENSE - 18 Tage Wunderwelten-Reise
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