Um ein Haar wären Sie nach dem Start von Ihrem Wunschflughafen via Amsterdam mitten auf dem Äquator gelandet. Wir werden diese kleine Ungenauigkeit wiedergutmachen, fürs Erste entschädigt Sie ein bemerkenswerter Superlativ, denn Sie befinden sich in der höchstgelegenen Hauptstadt der Welt. Und seit die Altstadt von Quito Weltkulturerbe ist, ohne Zweifel in einer der schönsten. Wir kommen darauf zurück, möglicherweise möchten Sie sich zuerst ein wenig assimilieren, und das geht nirgendwo schneller als auf dem berühmten Bauernmarkt von Otavalo 1.
Wandern im Opuntia Kaktuswald auf Santa Cruz (© Chamäleon)
»Stock und Hut steht ihm gut«: Unglaubliche 158 Jahre alt und heute aktueller denn je, weil der Cotacachi ruft. Der Vulkan selbst hat sich schon lange zur Ruhe gesetzt, aber seine Kraterlagune in ihrem pompösen Grün und dem wundervollen Blick über das andine Hochland, ist immer noch eine Attraktion. Und was Ihre Staffage für den Gipfelsturm betrifft – auf dem Indiomarkt gibt es Stöcke und Hüte, sogar mit Pfauenfedern, die auch den Damen stehen. Ponchos, Töpfe, Schemel und Alpakas gibt’s auch, aber was wollen Sie damit auf dem Cotacachi? Nicht weit entfernt in dieser grandiosen Landschaft liegt die Linie 0°00’00’’, besser bekannt als Äquator. Mit einem Bein auf der nördlichen und dem anderen auf der südlichen Halbkugel sind Sie praktisch der König der Welt. Und abends vielleicht die Shopping-Queen in La Ronda, der berühmtesten Straße in der Altstadt von Quito 2.
Blaufußtölpel auf einem Felsen (© Pam Dolby, iStockphoto.com / Chamäleon)
Im Gegensatz zum Cotacachi hat sich der Cotopaxi noch nicht schlafen gelegt und zählt aktuell zu den aktivsten Vulkanen der Erde: das Paradebeispiel eines perfekt geformten Kegels, 5.897 Meter hoch und Namensgeber für den Cotopaxi-Nationalpark 3.
Einmal um die Lagune, dann kommt die Zeit des Lächelns. Regenwald, das klingt nach paradiesisch ursprünglichem Wildwuchs, wo es drüber und drunter geht, weil jede Orchidee, jede Bromelie, jede Helikonie, jede der über 4.000 Pflanzenarten darum kämpft, einen Lichtstrahl unter dem Blätterdach der 60 Meter hohen Bäume zu ergattern. Es gluckst, plätschert und tropft in einer Tour. Der Wind spielt mit den Blättern Fangen und die Konzerte in Pieps-Dur werden ausschließlich in Quadrophonie gegeben. Sie sind in der Regenwald-Lodge Las Cascadas, sitzen im Naturpool und können es kaum fassen, so schön.
Reiseleiter Daniel mit den Riesenschildkröten auf Santa Cruz (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)
Da hilft alles nichts, irgendwann müssen Sie auch wieder raus aus dem Pool, sonst haben Sie den Regenwald 4 nur aus der Froschperspektive gesehen. Durch das undurchdringliche Dickicht finden wir den Weg zu kleinen Indiodörfern und ihren Einwohnern. Hautnah erleben wir den Alltag im tropischen Regenwald und wer mag, kann mit den Männern aufs Feld gehen, während die Frauen zeigen, wie unser Mittagessen entsteht. Sie befinden sich nun genau dort, wo wir als Äquivalent für Ihre Buchung 100 Quadratmeter Regenwald gekauft und auf Ihren Namen eingetragen haben. Helfen Sie noch ein bisschen nach und pflanzen Sie an Ort und Stelle ein Bäumchen als Ihren persönlichen Beitrag zum Erhalt dieses einzigartigen Lebensraumes, in dem auch nachts kein bisschen Ruhe einkehrt.
Fregattvogelpaar (© Antje Trenka / Chamäleon)
Straßen? Fehlanzeige. Wege? Nun ja, was man im Regenwald 5 Wege nennt. Am Ende schaffen wir es doch zu unserem Einbaumkanu am Río Napo. Rudern war gestern, wir tuckern gemütlich bis zur Siedlung Ahuano. Einladung zum Mittagessen. Speisekarten gibt’s nicht, aber die Hausfrau kocht ohnehin nichts anderes als Lieblingsgerichte, und während wir neue Geschmacksnoten entdecken, erfahren wir mehr über Alltag und Lebensweise in der grünen Abgeschiedenheit. Erzählen Sie ihnen nicht, dass Sie bereits eine Stunde später in dem schönsten Badepark des Landes liegen, gespeist vom handwarmen Zauberwasser der Papallacta-Quellen.
Augenkontakt mit einer Krabbe (© Peter Kollmeier / Chamäleon)
Muss man zu Galápagos noch viel sagen? Genießen Sie einfach schweigend den Flug von Quito nach Baltra und die letzte Etappe mit dem Boot zu Ihrer viel beachteten Ankunft auf Isabela. Applaus können Sie von dem gefiederten Begrüßungskomitee nicht erwarten, aber Geschnatter, was in etwa auf’s Gleiche rauskommt. In einem kleinen Fischerdorf haben wir die Casita de la Playa gefunden, wo Sie vom Bett aus ins Meer spucken könnten (muss nicht sein!) und waren sicher, die wird Ihnen gefallen. Isabela 6 7 ist erst durch die vulkanische Aktivität von fünf Inseln zur größten des Archipels zusammengebacken. Wir überzeugen uns von diesem fundamentalen Ereignis mit einer Wanderung bis zum Kraterrand des Sierra Negra. Und ob Sie reingucken oder drüberweg – der Blick ist umwerfend. Was ganz gut passt, denn der Nachmittag gehört sowieso dem Traumstrand.
Schnorcheln Lobos (© Chamäleon)
Heute wird es zoologisch mit Seltenheitswert. Und nicht nur weil die Pinguine auf Galápagos die nördlichsten ihrer Art sind. Das Boot bringt uns zu den Inseln Las Tintoreras 8. Drachenechsen fragen sich, was wir hier suchen, dabei sind sie es, die mit ihren Stachelkämmen eine urzeitliche Stimmung verbreiten. Auch Riesenschildkröten fangen mal klein an, wie uns eine Aufzuchtstation beweist, und wo Weißspitzenhaie das warme Wasser eines seichten Kanals bevorzugen, sind auch Flamingos nicht weit. So bekommen Sie mit jedem Tag mehr das Gefühl, als Mensch ein Teil der Tierwelt zu werden.
Vulkankrater (© Chamäleon)
Tortuga Bay ist die unumstrittene Königin der Traumstrände, Schneeweißchen sozusagen. Und was sich als Kontrastprogramm durch den warmen Sand schleppt, sind schwarze Schildkröten, denen es hier genauso geht wie Ihnen: Es gefällt ihnen nirgendwo besser, mit dem Unterschied, dass Sie hier keine Eier ablegen. Aber der Reihe nach: Auf Santa Cruz 9 gibt es tatsächlich eine Riesenschildkröten-Ranch. Reiten ist nich, aber sonst erfahren wir alles über die Methusalems der Tierwelt. Und damit Sie sich auch in deren Gefühlswelt einfinden können, vergeht der glitzernde Rest Ihres Tages – na, wo wohl? – richtig, in der Tortuga-Bucht.
Riesenschildkroete (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)
Das Schöne auf der Insel Floreana 10 ist von jeder Seite des vulkanischen Berglandes der Blick aufs tosende Meer. Schwer zu widerstehen, und so gehen wir nach Darwinfinken, Fischadler, Goldwaldsängern, dem Galápagos-Fliegenschnapper, Aztekenmöven, Tölpeln mit blauen Füßen und einer Piratenhöhle die rote Klippenkrabbe suchen. Der Strand von La Loberia scheint prädestiniert dafür, aber wer sagt, dass es beim Gucken bleiben muss? Vor dem Strand geht’s weiter, in sagenhaftem Pazifikblau. Wer wollte da der Versuchung widerstehen, sich nach Robbenart ins Wasser zu stürzen. Und es ist nicht Arjen Robben gemeint. Einmal untergetaucht, sammeln sich farbenprächtige Schwärme um Sie herum, ziehen Meeresschildkröten und Rochen in Zeitlupe an Ihnen vorbei.
Pinnacle Rock Bucht (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)
Welche der unbewohnten Inseln 11 wir besuchen können, wird von der örtlichen Administration festgelegt, weil nur eine bestimmte Anzahl von Gästen das Leben der tierischen Eingeborenen stören darf. Auf Plaza Sur wären das die Gelben Landleguane, die Audubon-Sturmtaucher, Madeira-Wellenläufer, Rotschnabel-Tropikvögel, Meerechsen und Goldwaldsänger. Auf Bartolomé erwartet uns eine skurrile Lavalandschaft mit Blick bis zum Pinnacle Rock, und ein paar Tiefenmeter unterhalb der Wasseroberfläche, fühlen sich Engel- und Papageifische in den sanft wedelnden Blütenarmen der Seeanemonen zu Hause. Auf Seymour Norte beanspruchen Fregattvögel das Hausrecht und balzen in einer Tour die Insel bunt, wenn die Männchen ihre knallroten Kehlsäcke zu beachtlicher Größe aufblasen. Hier würden Kolonien von Blaufußtölpeln, Schwarze Meerechsen, Gelbe Leguane und ihre Angehörigen das Abschiedskomitee für uns machen, sofern die Behörden Seymour Norte freigeben. Und hier finden wir endlich Heerscharen der roten Klippenkrabbe, die wir die ganze Zeit gesucht haben.
 
Leguan (© Gitta-Sabine Stolte / Chamäleon)
Alles, was wir in den vergangenen Tagen bestaunt haben, hat Charles Darwin wissenschaftlich aufgearbeitet. Auf seiner Forschungsstation erfahren wir aus erster Hand, wie es war und wie es ist. Ganz bestimmt auch, was wir dazu beitragen können, wie es wird. Mit diesen Gedanken sagen wir dem Paradies adieu. Der Flieger bringt uns zurück nach Quito 12 13. Am Abend, beim Abschiedsessen, macht die immer gleiche Frage die Runde: Hast du dies gesehen, hast du das entdeckt? Ja, wir haben alles gesehen, alles entdeckt, aber es ist noch nicht ganz zu Ende. Ein Rundgang durch die charmante Altstadt mit den kleinen Werkstätten in der berühmten Straße La Ronda ist der Schluss, der alles krönt. Noch ein paar Tapas Cava Marquéz in der Bar »Cava Marquéz de Jerez«, dann wird das nächste Essen von der Fluggesellschaft serviert. Schwamm drüber, aber wahrscheinlich sind Sie mit Ihren Gedanken bis zur Landung zu Hause 14 sowieso noch ganz woanders.
Isabela - 14 Tage Wunderwelten-Reise
96,3 100 5
EUR