Von Ihrem Wunschflughafen nach Madrid und von dort in die höchste Hauptstadt der Welt, das klingt doch schon mal gut. Aber es kommt noch besser. Vor allem bunter, denn was der berühmte Indiomarkt von Otavalo 1 2 auf Lager hat, schlägt alle Rekorde an Farben, Formen und Gerüchen. Sagen wir so: Wenn Volksfest, Tierauktion, Kunstausstellung, Modeshow, Kulturprogramm, Kindergeburtstag und Markttag zusammenfallen, dann ist das unser Einstieg in die Lebensfreude der Indios. Wir bleiben noch etwas bei der Tuchfühlung mit dem unbekannten Volk. Im Projekt Pacha Calera tragen Frauen mit Kunsthandwerk zum Familieneinkommen bei, das sonst bei einem großen Teil der Bevölkerung nicht ausreichen würde. Und wie die Indios aus bescheidenen Verhältnissen ein glückliches Leben machen, das erfahren Sie am besten als Gast einer Familie, bei der Sie heute auch übernachten werden.
Inka-Mauern in Ingapirca (© Kseniya Ragozina, iStockphoto.com / Chamäleon)
Wenn Ihnen am nächsten Morgen der Atem stockt, liegt das nicht an der Höhenluft, sondern am Einfallsreichtum der Natur. Wir wandern zum Rand des Vulkans Cuicocha 3 und entdecken in seinem Krater statt rauchender Schlote eine königsblaue Lagune, aus deren Mitte zwei bewaldete Lavadome ragen. Dome, unsterblich und in diesem Fall von Menschenhand geschaffen, das erinnert an sagenhafte koloniale Meisterwerke, an denen man sich nicht sattsehen kann. Morgen werden Sie diese unvorstellbare Pracht aus nächster Nähe erleben, aber einen Vorgeschmack können Sie heute schon haben. Wir nehmen einen kleinen, lohnenden Umweg durch das indigene Cotacachi, das auch die Lederhauptstadt Ecuadors genannt wird, dann beginnt der Vorgeschmack auf morgen in der ältesten Straße von Quito, der ehemaligen Keimzelle von Künstlern, Malern, Dichtern und Musikern. Im Zentrum der urbanen Lebenslust liegt unser Hotel Patio Andaluz, durch dessen Korridore und Atriumhöfe die Eleganz der Kolonialzeit weht. Viel Vergnügen.
Frau vor dem Kratersee Quilotoa (© Chamäleon)
In Quito 4 muss man sich einen Stadtrundgang anders als üblich vorstellen. Das hat natürlich mit den sagenhaften Kathedralen der Kolonialzeit zu tun, die allesamt mit dem Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet sind. Aber nicht allein. Der Charme der krummen Gassen im Centro histórico, das Panorama der schneebedeckten Anden und der gleichzeitige Blick in das lang gestreckte Tal von Quito – alles einzigartig. Sie werden dafür ausgiebig Zeit haben, sobald wir von einer mindestens ebenso einzigartigen Überprüfung zurückgekehrt sind. 200 Meter haben sich die Franzosen nämlich bei der Festlegung der Äquatorlinie vermessen, was ihnen hinsichtlich der eingeschränkten technischen Hilfsmittel nachzusehen wäre. Wir korrigieren diesen Irrtum und gehen die missweisenden 200 Schritte ins Freiluftmuseun Intiñan zum korrekten »Weg der Sonne«.
Die Kuppeln der Kirchen in Quito (© Surtrek / Chamäleon)
Dieser Tag wird heiß. Denn was wir Ihnen noch nicht verraten haben: Ecuador liegt im Pazifischen Feuerring, und der Cuicocha ist nicht der einzige, sondern nur einer in einer ganzen Kette mit der Bezeichnung Straße der Vulkane 5. Das ist unsere Strecke, um zu sehen, wer heute am meisten köchelt. Erstes Ziel: eine Rosenfarm, auf der gezaubert wird, was die Natur hergibt, schließlich ist die Königin der Blume in brillanten Farben und Formen schon längst ein weltweit begehrter Exportschlager Ecuadors. Für die unerschöpfliche Vielfalt an wilden Bromelien, Orchideen und seltenen Zedernarten muss man schon persönlich hier sein, die gibt die Natur nicht zum Export frei. Also wandern wir durch die andine Landschaft bis zum Torbogen der Hacienda La Alegría. Zur Freude der Familie Espinosa, die sich seit Generationen mit Pferdezucht befasst und Unterkunft für viele Chagras, die Andencowboys, ist. Heute ist sie auch unsere, natürlich nicht, bevor wir eindrucksvoll erfahren haben, wie sie früher ihre Herden durch die Anden getrieben haben.
Indiofrauen mit ihren Waren unterwegs zum Markt (© Chamäleon)
Von allen Vulkanen, die mehr oder weniger ehrgeizig vor sich hin dampfen, zählt der Cotopaxi aktuell zu den aktivsten. Und das nicht nur hier, sondern weltweit. Mag sein, dass er auch der schönste ist, mit perfekt geformtem Kegel, 5.897 Meter hoch und Namensgeber für den Cotopaxi-Nationalpark 6. Vorausgesetzt, seine Spitze liebäugelt nicht gerade mit Cumulus, haben wir von einer Lagune im Hochland aus einen postkartenreifen Blick auf seine Idealfigur. Und wenn wider Erwarten nicht, entschädigen die wahrhaft himmlische Ruhe im Park und das Pastell seiner malerisch schönen Landschaft mehr als reichlich. Zweite Chance und Zusammenfassung von allem bietet die herausragende Lage unseres Hotels Cotopaxi Pungo mit Rundumblick auf die oscarverdächtigen Panoramen der schneebedeckten Vulkankette.
Quito Kirche Innenraum (© Chamäleon)
Dicke Luft der schönsten Art. Vom Hochland durch bizarre, immergrüne Paramovegatation und Nebelwälder hinab in den subtropischen Nebelwald erreichen wir schließlich unser Einbaumkanu am Río Napo 7. Rudern war gestern, wir tuckern gemütlich stromabwärts bis zur Siedlung Ahuano. Einladung zum Mittagessen. Speisekarten gibt’s nicht, aber die Hausfrau kocht ohnehin nichts anderes als Lieblingsgerichte, und während wir neue Geschmacksnoten entdecken, erfahren wir mehr über Alltag und Lebensweise in der grünen Abgeschiedenheit. Am Rande des ecuadorianischen Amazonasbeckens, also in der Herzkammer des Regenwaldes, murmeln sich Hunderte Bäche durch den blickdichten Dschungel, und wo es ihnen einfällt, eine Abkürzung zu nehmen, da stürzen sie sich auch mal 25 Meter in die Tiefe. Cascadas sagen die Einheimischen dazu. Was Ihnen eine Vorstellung davon gibt, worin die Attraktion unserer Ecolodge Las Cascadas liegt. Indigene Architektur mitten im Urwald, und der Wasserfall bildet einen Naturpool, in dem sich wonnig übernachten ließe.
Pichincha (© Chamäleon)
Regenwald 8 9, das klingt nach paradiesisch ursprünglichem Wildwuchs, wo es drüber und drunter geht, weil jede Orchidee, jede Bromelie, jede Helikonie, jede der über 4.000 Pflanzenarten darum kämpft, einen Lichtstrahl unter dem Blätterdach der 60 Meter hohen Bäume zu ergattern. Durch dieses Dickicht finden wir den Weg zu kleinen Indiodörfern und ihren Einwohnern. Hautnah erleben wir den Alltag im tropischen Regenwald und wer mag, kann mit den Männern aufs Feld gehen, während die Frauen zeigen, wie unser Mittagessen zubereitet wird. Sie befinden sich nun genau dort, wo wir als Äquivalent für Ihre Buchung 100 Quadratmeter Regenwald gekauft und auf Ihren Namen eingetragen haben. Helfen Sie noch ein bisschen nach und pflanzen Sie an Ort und Stelle ein Bäumchen als Ihren persönlichen Beitrag zum Erhalt dieses einzigartigen Lebensraumes, in dem auch nachts kein bisschen Ruhe einkehrt. Sie werden sehen.
Cotopaxi (© Chamäleon)
Wir folgen der Route der Wasserfälle durch das Tal des Río Pastaza zum milden Klima von Baños 10 und einmal im Kreis herum, nämlich um den höchsten Berg Ecuadors, den Vulkan Chimborazo. Der schlummert zwar seit 1.500 Jahren, aber sein majestätischer Gipfel aus Eis ist von allen Seiten ein Hingucker. An seinem Hang wundern sich wilde Lamas bzw. Alpakas, wer sich in dieses unberührte Himmelreich verirrt, und wir wundern uns, dass es auf der Turi-Hochebene so schöne Hotels wie unsere Hacienda Abraspungo gibt.
Regenwald (© Amadeus Travel Agency / Chamäleon)
Blickt man auf die vergangenen Tage, stellt sich schnell die Frage, was jetzt noch kommen soll. Die berühmten Ruinen von Ingapirca 11 kommen, die am besten erhaltene Kultstätte Ecuadors, mit dem Sonnentempel im Mittelpunkt. Jahrhundertealte Baukunst, die bis heute noch nicht beantwortet hat, wie solche an Wunder grenzenden Anlagen entstanden sind. Das ist in Cuenca anders. Da haben sich die kolonialen Baumeister so ungehemmt austoben dürfen, als wenn Gold keine Rolle gespielt hätte. Was auch heute oft noch so ist, wenn andere die Zeche zahlen müssen. Dennoch: Kunst bleibt Kunst, weshalb Cuenca 12 absolut berechtigt zu den schönsten Kolonialstädten Südamerikas zählt. Ein würdiges Finale unserer Reise, denn neben den romantischen Gassen und kleinen Plätze der Altstadt mit ihren herrlich restaurierten Häusern machen viele private Manufakturen von sich reden. Wundervolle Keramik-, Gold- und Silberkunst entsteht hier und dann die berühmten Panamahüte, die in Dutzenden Arbeitsschritten aus den Blättern der Toquilla-Pflanze geflochten werden.
Cuenca (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Wir müssen runter an die Pazifikküste. Während es mit jedem Kilometer feuchtwärmer wird, sehen wir, welch positive Auswirkungen das Klima auf den Anbau tropischer Früchte hat. Vitamine so weit das Auge reicht und aus erster Hand noch eine Demonstration der Fruchtbarkeit, dann ist unsere Zeit um. Ein letzter Blick in den historischen Stadtkern von Guayaquil 13 und Sie haben ein Land gesehen, von dem Sie spätestens nach Ihrem Rückflug via Madrid nach Deutschland 14 registrieren, dass es schon immer Ihr heimlicher Traum war.

Noch mehr Gänsehaut

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