Ihre Reise zurück in die Ewigkeit beginnt am Abend in München 1 und führt am nächsten Morgen vom Flughafen Johannesburg schnurstracks in Richtung Krüger-Nationalpark. Mitten in einem privaten Naturreservat liegt unser erstes Ziel, die Hannah Game Lodge 2, mit einer wunderbaren Aussicht auf die Berge, die abhängig vom Stand der Sonne ein prächtiges Farbenspiel aus Grün und Orange bis Violett bieten. Natürlich fehlt in diesem exotischen Ambiente nicht das leuchtende Blau eines Pools, aber ein kleiner Spaziergang durch das Naturreservat bringt Sie ersten Tierbeobachtungen näher. Am Pool wäre dann Zeit für einen typisch afrikanischen Sonnenuntergang.

Blyde River Canyon (© Dirk Bleyer / Chamäleon)

Nein, die Fastfoodkette unterhält hier keine Doppelfiliale, vielmehr handelt es sich um 56 Meter hohe Zwillingswasserfälle mit dem Namen Mac-Mac, die uns einen kleinen Fußmarsch wert sind, gefolgt von der spektakulärsten Aussicht, die Sie jemals zu sehen bekommen haben, weshalb der sagenhafte Platz auch God’s Window heißt. Mit den Superlativen muss man in dieser Gegend etwas sparsam umgehen, denn wenige Kilometer weiter könnte bereits der nächste lauern. Was auch der Fall ist: die senkrechten Strudellöcher, wo der Glücksritter Tom Bourke ein paar Körnchen Gold gefunden hat, und nur wenig später der Blyde-River-Canyon 3, 26 Kilometer lang, 800 Meter tief und eines der großen Naturwunder Afrikas.

Löwin im Sonnenuntergang (© Brigitte Sixt / Chamäleon)

Krüger, dieser Name ist Programm. Aber eines, das nicht von uns, sondern vom Rhythmus einer wilden Tierwelt gemacht wird, der wir die folgenden drei Tage entgegengehen und hinterherschleichen. Mit dem Tourbus folgen wir im Krüger-Nationalpark 4 den Fährten von Gnus, Zebras, Warzenschweinen und – na klar – den Big Five. Mittagessen im Park gehört dazu, denn am Nachmittag ist die Tierwelt eine gänzlich andere, und erleben möchten wir schließlich alle, bis sie vor Sonnenuntergang den letzten Schluck für die Nacht nehmen. Dann kommt auch für uns eine erholsame Auszeit im Nationalpark-Camp Pretoriuskop.

Pirschfahrt im Naturreservat (© Chamäleon)

Ein Nationalpark muss nur groß genug sein, dann verändern sich Flora und Fauna, je weiter man vorankommt. Wir fahren in Richtung Süden durch die wechselvolle Landschaft des Greater-Krüger-Nationalparks mit all den Tieren, die hier ein artgerechtes Zuhause haben. In einem zauberhaften Naturreich aus Bergen, Busch und Bäumen, Felsen, Naturpools und Aussichtsterrassen liegt im Mthethomusha Game Reserve 5 6 die Bongani Mountain Lodge, wo es sehr schwer werden wird, Sie aus dem sagenhaft platzierten Pool wieder rauszubekommen. Mitten in diesem paradiesischen Urzustand liegt auch mal ein Löwe oder frisst ein Elefant die Baumkrone leer. Wir hoffen auf gutes Wetter, was eigentlich die Regel ist, und treffen pünktlich zum romantischen Abendessen am Lagerfeuer ein. Die kleinen sind aber mindestens so interessant wie die dicken Bewohner des Parks, und so gehen wir am nächsten Morgen auf eine Fußsafari durch den Busch zu erstaunlichen Lektionen über Pflanzen und Insekten. Am Nachmittag heißt es dann noch einmal alles sehen, im offenen Geländewagen mit englischsprachigem Naturführer.

Shakaland Zulu Village (© Shakaland Zulu Village / Chamäleon)

Neuer Tag, neues Land. Mit gut 17.000 Quadratkilometern kein Riesenreich, dafür mit eigenem König und 40 Häuptlingen: Swasiland 7. »Kleine Schweiz« wird die traditionsbewusste Monarchie genannt, denn hier lässt sich’s leben. Sein Bruttosozialprodukt besteht zu etwa 40 Prozent aus Coca-Cola, womit sie vermutlich den halben Kontinent versorgen, der Rest verteilt sich vornehmlich auf Kunsthandwerk. Andererseits verfügt Swasiland über ein international preisgekröntes Meisterwerk der Ingenieurskunst, den Maguga-Staudamm, passgenau eingebettet in das undurchdringliche Grün der afrikanischen Gebirgsketten. Da bleibt uns für die letzte Form swasiländischer Kunst nur noch das spektakulär gelegene Foresters Arms Country Hotel: Lebenskunst par excellence.

Zulu-Frauen im Shakaland (© Dirk Bleyer / Chamäleon)

Wer, wenn nicht ein waschechter Swasi, ist die Idealbesetzung für einen tiefen Blick in die Gepflogenheiten und Traditionen seiner Landsleute? Wir haben im Mlilwane-Wildgebiet einen gefunden, der für uns aus dem Nähkästchen plaudert. Vielleicht wollen Sie bleiben, dann wäre Ihre Reise hier zu Ende. Wenn nicht, dann sollten es auch ein paar Erinnerungsstücke vom Swazi Craft Market tun, bevor wir die »Kleine Schweiz« verlassen und weiter ins Herz des idyllischen Zululandes fahren. Mitten in dieser Idylle liegt das Ubizane Game Reserve 8 mit der Zululand Tree Lodge. Wenn Sie ein Anhänger tiefergelegter Erlebnisse sind, dann empfiehlt sich eine Wildbeobachtung vom Pool aus. Erfolgversprechender ist eine Pirsch zur höher gelegenen Aussichtsplattform oder eine entspannte Augenwanderung vom Balkon Ihres auf Stelzen gebauten Chalets.

Rhinos am Olifants (© Dr. Volker Tedsen / Chamäleon)

Wenn Ihnen jemand von 1.600 Breitmaulnashörnern erzählt, dann meint er ziemlich sicher das Hluhluwe-Imfolozi Game Reserve 9. Wir müssen die Zahl überprüfen, aber begnügen uns auf der zweieinhalbstündigen Geländewagensafari mit einer Hochrechnung, denn St. Lucia am Indischen Ozean wartet. Der iSimangaliso-Wetland-Park, Weltnaturerbe und größtes Marinereservat Afrikas, beherbergt die reichsten Krokodil- und Flusspferdbestände. Die Sümpfe sind voll mit brütenden Reihern, Pelikanen und Störchen, und wir spazieren durch den Dünenwald, als würden wir dazugehören. Danach ist Brausen angesagt, denn die acht riedgedeckten Suiten im sensationellen subtropischen Garten der Lodge Afriqué haben alle eine Außendusche. Ob Sie die vor dem Pool oder nach der Bar aktivieren, dürfen Sie nach Lust und Laune und so oft Sie möchten selbst entscheiden.

Wellness in Südafrika (© Alexandra Schreieck / Chamäleon)

Tiere vom Land oder vom Wasser aus zu beobachten, sind zwei ganz unterschiedliche Erlebnisse, heute nehmen wir das Boot. Wo in der Lagune von St. Lucia 10 kleine Ohren aus der Wasseroberfläche ragen, hängt in 99,9 Prozent aller Fälle ein Flusspferd dran. Beim Krokodil sind es vermutlich die Nasenlöcher, die Sie als Erstes sehen. Und was noch alles seine Kreise durch den iSimangaliso-Wetland-Park zieht, macht in puncto Artenreichtum seinem Namen alle Ehre, denn die Übersetzung von iSimangaliso bedeutet nicht weniger als Wunder. Was für ein Höhepunkt also, aber einen anderen großen haben wir noch vor uns: Shakaland. Ursprünglich als Kulisse für den Film »Shaka Zulu« gebaut, wurde es als Museumsdorf mit authentischen Eindrücken von der Kultur der Zulus, ihrem Alltag, ihren Riten und Gebräuchen, dem Sozialsystem, ihrer Kleidung und ihrem Schmuck fortgeführt. Ob die Kampftechnik der Zulus oder das traditionelle Abendessen mit einem selbstgebrauten Zulubier nachhaltiger in Ihrer Erinnerung bleibt, das wird sich noch zeigen.

Sprudelnder Bach in den Drakensbergen (© Chamäleon)

Es soll das schönste Gebirge der Erde sein. In der Witsieshoek Mountain Lodge können Sie sich darüber Ihr eigenes Urteil bilden, denn sie liegt im Herzen des UNESCO-Weltnaturerbes Drakensberge 11. Zum Sattsehen am Abend auf Ihrer Terrasse empfehlen wir »Fasten your seat belt«, wenn die Dreitausender im Farbwechsel der untergehenden Sonne von Minute zu Minute mächtiger werden. Bis dahin nehmen wir die Sache selbst in die Hand bzw. unter die Füße und wandern durch die märchenhafte Bergwelt von Südafrikas beeindruckendem Naturschauspiel.

Protea (© Werner Lehmann / Chamäleon)

In den Drakensbergen 12 kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, da baut sich das Adrenalin nur langsam wieder ab. Ein leichter Spaziergang durch die Bilderbuchlandschaft hilft dabei, allerdings ist ein Picknick inmitten dieser Bühnenbilder geeignet, den Effekt wieder zunichte zu machen, und so stehen zur emotionalen Abkühlung noch die Mahai-Wasserfälle auf unserer Liste. Wer es besonders gründlich mag, hat im kristallklaren Wasser eines Naturpools die Gelegenheit, komplett abzutauchen. Dann gilt es aber doch, den Trennungsschmerz zu überwinden.

Mushroom Mountain im Golden Gate National Park (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)

Unsere Fahrt durch die unglaublich schöne Bergwelt Südafrikas zurück nach Johannesburg 13 führt uns am Golden-Gate-Nationalpark vorbei, dessen orange- und ockerfarbene Sandsteinfelsen die vermutlich erste Heimat der San waren. Restlos klären kann man es nicht mehr, aber die Zeugnisse ihrer Kunst und Kultur sprechen sehr dafür. Ein letzter Blick, ein letztes Staunen, ein letztes Speichern der Bilder, die Sie nicht mehr loslassen werden, aber das war ja der Zweck unserer Reise. Nach dem Check-in am Flughafen haben Sie in der Bidvest Premier Lounge optional Gelegenheit, sich zu erfrischen oder zu duschen, bevor die Maschine startet, die Sie am Morgen in München 14 abliefert. Mit einem Satz aus der Ewigkeit in die vergleichsweise profane Gegenwart. Schade eigentlich.

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