Mit einem Gute-Nacht-Wunsch fliegen Sie in Frankfurt 1 los, und ohne Zeitverschiebung heißt es Guten Morgen in Johannesburg 2. Bereits am nächsten Tag sind im Krüger-Nationalpark die Big Five bestellt, doch dazwischen liegt die Vogelroute des Mpumalanga, wo man den Preis für einen Hektar Grund und Boden praktisch aus der Portokasse bezahlen kann. Dachte sich Fred Kinnear 1992 und nahm gleich 8.000 Hektar, wo Menschen und Tiere zusammenleben sollten. Er nannte das Land Hannah, also »Geschenk Gottes«, und das ist es heute noch.
Blyde River Canyon von unten (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Wenn man unter Panorama auch den schwindelerregenden Blick in eine 800 Meter tiefe Schlucht versteht, dann ist heute Panorama-Tag. Er beginnt mit dem Blyde-River-Canyon 3 und geht nahtlos in die monumentalen Three Rondavels über. An solche Naturdramen müssen Sie sich jetzt gewöhnen. Wo der Glücksritter Tom Bourke einst winzige Körnchen Gold fand, haben der Treur River und mitgerissene Steine senkrechte Strudellöcher in den Fels gefressen: Bourke’s Luck Potholes, zu denen auf unserer Panoramastraße noch das spektakuläre God’s Window und die 56 Meter hohen Mac-Mac-Fälle gehören. Genug? Von wegen, die paradiesische Maqueda Lodge am Rande des Krügerparks liegt so fantastisch in der Wildnis, dass selbst die Spießböcke kommen, um einen Schluck aus dem Pool zu nehmen.
Einfach mal abhängen (© Frank Strippel / Chamäleon)
Krüger, der Name klingt nach den Big Five. Denn Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard betrachten den Krüger-Nationalpark 4 als ihr Zuhause, und vom frühen Morgen bis in den späten Nachmittag pirschen wir uns durch ihr Wohnzimmer. Spätestens wenn sich ein Löwe einen Happen schnappt, merken auch wir, dass uns der Magen knurrt. Braai sagt dann der Südafrikaner und meint Grillen als gesellschaftliches Großereignis. Der neue Tag bringt andere Abenteuer. »Kleine Schweiz« wird das traditionsbewusste Königreich eSwatini 5 genannt. Sein Bruttosozialprodukt besteht etwa zu 40 Prozent aus Coca-Cola, der Rest ist Kunsthandwerk oder so ähnlich.
Ausgelassene Stimmung bei den tanzenden Swazi (© Alexander Sass / Chamäleon)
Das Reich des Königs von Zululand ist nicht viel größer als der Garten von Windsor Castle, pflegt aber genauso viel Brauchtum. Mitten im Hoheitsgebiet von König Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu liegt das Ubizane Game Reserve 6 mit der Zululand Tree Lodge. Wenn Sie ein Anhänger tiefergelegter Erlebnisse sind, dann empfiehlt sich eine Siesta im Pool. Bei der höher gelegenen Aussichtsplattform winken mit etwas Glück Antilopen und Warzenschweine zurück.
Badetag (© Klaus Scharfenberg / Chamäleon)
Im nahe gelegenen Hluhluwe-Imfolozi Game Reserve 7 hat sich unter 1.600 Breitmaulnashörnern herumgesprochen, dass Sie heute kommen. Den meisten ist es egal, aber einige werden Ihnen bestimmt vor die Kamera laufen. Klick und auf Wiedersehen, ihr Breitmäuler, wir haben noch eine Verabredung in der Glen-Park-Grundschule. Schulleiter Sipho Sibisi stünde ohne seinen Kampfgeist auf verlorenem Posten. Aber seine Vision von einem Südafrika, das Kindern eine bessere Zukunft bietet, treiben ihn seit 31 Jahren um und die Chamäleon Stiftung unterstützt ihn dabei.
Drakensberge (© Klaus Scharfenberg / Chamäleon)
Wenn Sie das ernst gemeinte Schwimmverbotsschild sehen, sind wir mitten im größten Marinereservat Afrikas, dem Weltnaturerbe iSimangaliso-Wetland-Park bei St. Lucia 8. Die Sümpfe sind voll mit Krokodilen, brütenden Reihern, Pelikanen und Störchen, und wir schippern mit dem Boot über die Lagune als würden wir dazugehören. Doch bevor wir das Refugium der Zulus verlassen, müssen wir mehr über sie erfahren. Welche Riten und Gebräuche pflegen sie? Welche Rolle spielen Kleider und Schmuck dabei? Mit welchen Kampftechniken schützen sie sich, und das Allerwichtigste: Wie schmeckt ihr selbstgebrautes Bier? Werden Sie alles erfahren und am Abend standesgemäß in Ihre Rundhütte kriechen.
Morgenstimmung in den Drakensbergen (© Ines Hertrampf / Chamäleon)
Unser Wechsel von einem Weltnaturerbe ins nächste führt entlang einer traumhaften Strecke bis an die »Wand der aufgestellten Speere«. Die Drakensberge 9 gelten als schönstes Gebirge der Welt, und Sie wären nicht der Erste, dem es beim Anblick der Bergkette den Atem verschlägt. Hermannsburg liegt am Weg und erzählt uns Siedlergeschichten aus dem 19. Jahrhundert. Die ergreifendste Geschichte beginnt allerdings kurz vor Howick, beim Nelson Mandela Capture Site Memorial. Wo das beeindruckende Denkmal dem Rost trotzt, begann 1962 mit der Verhaftung Madibas sein »long walk to freedom«.
Zwei Löwenbrüder (© Michael Trautner / Chamäleon)
Durch die bizarre Landschaft der Drakensberge und den fast 3.000 Meter hohen Sani-Pass arbeiten wir uns in das Königreich Lesotho 10 vor. »Kingdom in the Sky« wird es auch genannt, und wenn man von weniger als einem Dollar pro Tag leben muss, gehört zum Überleben eine spezielle und in diesem Fall einzigartige Bergleben-Kultur. Eine davon geht im Sani-Top-Pub durch Ihren Magen, sofern er zwischen Hauptgang und Dessert den überwältigenden Blick ins Sani Valley verträgt.
Straße gesperrt (© Jitka Stipkova / Chamäleon)
In dem kleinen Ort Qunu 11 begann mit seiner Kindheit und endete mit seiner Beisetzung der Lebensweg von Südafrikas berühmtestem Sohn. Zeit für Einblicke in den Lebensweg von Nelson Mandela, die bisher keiner kannte. Schweigen. Bewunderung. Respekt. Ein Gefühl, das nachwirkt. Und wo, wenn nicht in der Abgeschiedenheit eines kilometerlangen Sandstrandes wäre dafür der beste Platz? In Chintsa East, an der unberührten Wild Coast, liegt die wundervolle Crawfords Beach Lodge, wo Sie statt zu laufen auch auf der Sonnenterrasse sitzen und ein tiefes Loch in den Indischen Ozean gucken können.
Storms River Hängebrücke im Tsitsikamma Nationalpark (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Sie haben gesessen, stimmt’s? Dann offeriert Ihnen das weichzeichnende Licht der Morgensonne eine zweite Chance, sich über den direkten Strandzugang der Lodge das Frühstück zu verdienen. Das raue Land der Siedler von 1820 führt uns geradewegs in den Addo-Elephant-Nationalpark 12. Wie zu vermuten ist, strotzt der Park vor Elefantenherden, die an seinen Wasserlöchern Kühlung suchen. Wir pirschen uns möglichst nah heran. Dann begleiten uns grandiose Steilküsten, unberührte Urwälder und der Big Tree Outeniqua im Tsitsikamma-Nationalpark 13 zu einem Nervenkitzel am Storms River Mouth. Wenn Musik ertönt, sind wir bereits in der Township Qolweni, wo Kinder und Jugendliche der Field Band Foundation mit Tanz und Musizieren den Wert von Respekt, Toleranz und Verlässlichkeit lernen. Das neue Selbstwertgefühl spricht für sich: Schulabschluss geschafft, niemand ist HIV-positiv und ungewollte Schwangerschaften gibt es auch keine mehr.
Küste im Tsitsikama-Nationalpark (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Die Robben wissen, warum sie sich im Robberg-Naturschutzgebiet den traumhaft einsamen Strand ausgesucht haben. Da liegen sie rum wie Gurken im Fass und haben für unseren Besuch allenfalls ein Blinzeln übrig. Die Versuchung, sich dazuzulegen, ist groß, andererseits haben wir in der paradiesischen Lagune von Plettenberg Bay 14 den Sand schon vorgewärmt und so viel sei jetzt schon verraten: Rumkugeln lohnt sich. Am nächsten Tag probiert es Knysna mit Gemütlichkeit und einem berauschenden Blick vom Eastern Head auf die Stelle, wo seine riesige Lagune farbenfroh mit dem Indischen Ozean verschmilzt. Das ist in Oudtshoorn 15 anders, da wird auf Sie geblickt, denn Strauße sind von Natur aus neugierig und von denen gibt es auf der Farm der Federbarone reichlich. Von der Brutpflege bis zur artgerechten Haltung erfahren Sie hier alles, damit Sie beim Straußdinner im Bakenskraal Ostrich Palace das Gefühl haben, das Steak persönlich zu kennen.
Haus in Stellenbosch (© Klaus Hansen / Chamäleon)
An der berühmten Route 62 pflegt der Schweizer Koch Bernhard Hess mit viel Enthusiasmus eine Boutiqueweinerei, die nur einen Nachteil hat: Es gibt zu wenig von den Himmelstropfen. Immerhin – es reicht für eine umwerfende Kostprobe. Den Rest an Betörung übernimmt das hinreißend schöne Stellenbosch 16, letzte Runde vor der Ausfahrt in die schönste Stadt der Welt. Tafelberg, Company’s Garden, das District-Six-Museum, der Blick vom Signal Hill und die Flohmärkte an der Waterfront, das ist Kapstadt 17 18 wie es lebt und bebt. Bleibt noch ein Tag für den Table-Mountain-Nationalpark, die berühmten Kap-Seerobben auf Duiker Island, die Pinguinkolonie von Simon’s Town und die T-Bag-Design-Werkstatt, wo Einheimische der Townships aus alten Teebeuteln tolle Sachen machen.
Grosse Freiheit (© Silvio Engelhardt / Chamäleon)
Am Morgen vor dem Abflug aus Kapstadt 19 überwiegt der Genuss. Ob im Botanischen Garten von Kirstenbosch oder an der Victoria & Alfred Waterfront, dürfen Sie ganz allein entscheiden. Letztere böte immerhin noch die Gelegenheit für einen Abschiedscocktail in den Nationalfarben Südafrikas. Dann ist Boarding Time nach Johannesburg. Ihr Gepäck wird durchgecheckt bis Frankfurt 20. Seien Sie froh, an Ihren Erinnerungen haben Sie schon genug zu schleppen.
Panorama - 20 Tage Wunderwelten-Reise
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