Für Menschen, die mehr möchten, als die unglaublichen Naturwunder Namibias zu sehen, die ihnen entgegengehen wollen, um eigenfüßig diese Magie zu fühlen und sich danach in komfortablen Lodges der belohnenden Erholung hinzugeben – für sie haben wir diese Reise gemacht. Sie beginnt abends in Frankfurt 1 mit einem Flug durch die Nacht, und wenn Sie in Windhoek die Augen öffnen, überlegt in der Onjala Lodge 2 der Chefkoch bereits, womit er Sie verwöhnen kann. Biltong von verschiedenen Wildtieren, Potjie nach Art holländischer Aussiedler oder ein afrikanisches Braai – alles ist möglich, denn Verwöhnung ist hier oberstes Gebot. Oder wie würden Sie es nennen, mitten in der Dornbuschsavanne in einem Pool zu treiben, im ZenSations Spa mit Wasserfall den Alltag wegzuwellnessen oder den Blick in den endlosen Wildpark zu genießen, in dem Sie morgen auf Tierbegegnungs-Wanderung gehen werden.
Am Pool der Onjala Lodge (© Onjala Lodge / Chamäleon)
1.700 Hektar gehören zum Onjala-Wildpark 3. Ein Paradies ohne Zäune, durch das die Wildtiere laufen, als wäre es ihr eigenes. Was ja auch stimmt, weshalb Berührungsangst hier ein unbekanntes Gefühl ist. Schon früh ziehen wir das erste Mal los, um die Morgenrituale von Giraffen, Weißschwanzgnus, Kudus und den kleineren Arten zu beobachten, die ihre Neugier aus dem Unterholz treibt. Mittags lassen wir uns treiben, bevorzugt im Pool, bis es wieder kühler wird. Dann steht der Safariwagen bereit, um die zu treffen, die auf der Suche nach einem Wasserloch sind. Erst wenn sich die Sonne mit feurigem Spektakel verabschiedet, ist endlich über allen Wipfeln Ruh.
Schau mir ins Auge! (© Frank Bühler / Chamäleon)
Endlose, traumhafte Landschaftsbilder begleiten uns in den Norden, und abgesehen von ein paar Termitenhügeln entsteht der Eindruck, dass wir die Ersten sind, die hier vorbeikommen. Doch dann, ganz unvermittelt, liegt im Schatten der Uisib-Berge die unvergleichliche Gabus Game Ranch 4 5. Wo immer Sie Ihr Lieblingsplätzchen finden, auf der Veranda Ihres Bungalows, am Pool oder an der Bar – von überall geht ein unverstellter Blick auf die rancheigene Wasserstelle, bekannt und begehrt bei allen Wildtieren im Umkreis von 6.000 Hektar. Die vielfältige Vogelwelt ist eindeutig besser auszumachen, wenn es hell ist. Wir nutzen die Chance am nächsten Vormittag bei einer Wanderung durch die skurrile Felsenlandschaft. Die köstliche Farmküche lockt uns zurück, mit ausgedehnten Poolstunden zum Dessert. Aber wenn das Großwild seine Siesta beendet hat, sind auch wir zu einem Treffen unterwegs. Giraffen, Antilopen, Kudus, Impalas. Und wenn’s klappt – juhu – ein Weißschwanzgnu.
Der Leopard (© Peter Schardt / Chamäleon)
22.000 Quadratkilometer sind etwas viel zum Laufen, und im Zweifelsfall ist der Leopard auch schneller als Sie. Also seien Sie dankbar, dass für unsere Abenteuer im Etosha-Nationalpark 6 7 der Safaribus bereitsteht. Eine unübersehbare Masse an Tieren in freier Wildbahn, von Giraffen bis Geparden, von Nashörnern bis Antilopen, von Gnus bis Kudus, Löwen, Leoparden und dann die zweite Garnitur der Schöpfung, das Damara-Dikdik, Zwergmangusten, Buschhasen, die Kleinfleck-Ginsterkatze, Kronenducker, Honigdachse und, und, und, ergeben zusammen 580 Säugetier- und 340 Vogelarten. Reicht das oder darf es noch etwas mehr sein? Für den Fall spiegelt Ihnen die Etosha-Salzpfanne gerne einige Figuren vor, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Das Etosha Safari Camp hingegen ist so echt afrikanisch, dass Sie am liebsten gar nicht mehr weg möchten.
Singen und Tanzen in Ngatuve Vatere (© Peter Pack, Packsafari / Chamäleon)
Hilft aber nichts, sonst würden in einem Seitental der Fransfontein-Berge 8 die Inhaber der wundervollen Gästefarm Gelukspoort umsonst auf Sie warten. Aber sobald Sie angekommen sind, stehen die Zeichen auf Erfrischung. Nur welche, Bar oder Pool? Am besten in dieser Reihenfolge. Es wird schwer sein, Sie danach wieder in eine aufrechte Position zu bringen, aber eine Wildbeobachtungsfahrt im offenen Geländewagen ist doch ein Wort, oder? Zumal die Farm über einen Aussichtsberg verfügt, auf dem die Pirschfahrt in einem fulminanten Sonnenuntergangsdrama verglüht.
San beim Feuermachen (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)
Was Sie vom Aussichtsberg gesehen haben, ruft förmlich danach, intensiver entdeckt zu werden, und warum auch nicht, die Luft am Morgen ist wie gemacht für einen Spaziergang durch die Fransfontein-Berge. Schon mal daran gedacht, wie in dieser Abgeschiedenheit Zukunftsperspektiven für die Kinder der Einheimischen entstehen sollen? Die Antwort: gar nicht, es sei denn, jemand nimmt sich ihrer an und ebnet ihnen den Weg in eine lebenswerte Zukunft. In Kalkfeld ist das Jennifer Tjitamisa mit ihrem Projekt Ngatuve Vatere, das 40 Kindern zwischen einem und 16 Jahren ein Zuhause gibt. Einschließlich Hausaufgabenbetreuung. Und wer unterstützt Jenny? Da springt die Chamäleon Stiftung ein, mit Heimausstattung, gesundem Essen und Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Entsprechend lautstark ist unsere Verabschiedung. Stört aber nicht, dafür macht das vulkanische Erongo-Gebirge 9 seit 60 Millionen Jahren keinen Mucks mehr. Es steht uns glücklicherweise im Weg zu einem Hort wunderbarer Abgeschiedenheit: Omandumba, der »Platz, wo der Bitterbusch wächst«.
Buschleute im Erongo-Gebiet (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)
Wie fast überall in Namibia geht das Ackerland von Omandumba auf die Zeit zurück, als ein Hektar Grund und Boden für 50 Pfennige verscherbelt wurde. Und oft kam erst nach dem Kauf die Überraschung, was noch alles im Preis enthalten war. Für Ihre Gastgeber Harald und Deike Rust waren das die prähistorischen Felszeichnungen auf dem 5.000 Hektar großen Gelände. Die Nachfahren der »Künstler« leben auch 20.000 Jahre danach immer noch so, als sei die Zeit stehen geblieben. So zu bestaunen im Erongo 10, im »lebenden Museum« der San und bei einer Wanderung durch die Geschichte eines Stammes, der immer noch mit eigenhändig vergifteten Pfeilen jagt.
Seebrücke in Swakopmund (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)
Zeit, sich vor dem Abschied vom Erongo-Gebirge ein paar unvergessliche Bilder einzuprägen, wenn die Sonne die Natur wachküsst und Wolkenschatten über die Felsenlandschaft huschen. Dann aber der Szenenwechsel in eines der unsterblichen Erbstücke deutscher Kolonialzeit: Swakopmund 11 12. Ihre Pension à la Mer liegt nur einen Katzensprung vom Atlantikstrand entfernt, und ein Spaziergang in den Sonnenuntergang wäre nicht der schlechteste erste Eindruck. Der zweite ist noch besser. Swakopmund ist Multikulti vom Allerfeinsten, von der Rheinischen Missionskirche, der Kristallgalerie, dem Hohenzollernhaus über das alte Amtsgericht und das ehemalige Franziskaner-Krankenhaus bis zur Landungsbrücke, auf der nun ein Restaurant steht. Gehen Sie einfach der Nase nach, Sie können die Zeugen der Vergangenheit gar nicht verfehlen, und wenn sich ein Farbiger mit den Worten vorstellt: »Hallo, ich heiße Walter«, ist auch das völlig normal. Aber man muss die Reminiszenzen nicht übertreiben. Eine optionale Dünenrallye im Wüstengürtel zwischen Swakopmund und Walvis Bay, wahlweise eine Katamaranfahrt in die Lagune von Walvis Bay oder ein Rundflug über die Namibwüste belegen, dass es auch mal ohne Wandern geht.
Namib-Huegel (© Lothar Krause / Chamäleon)
Der Kuiseb ist zwar 560 Kilometer lang, aber Wasser führt er nur selten. Und wenn, dann spült er gewaltige Mengen Sand ins Meer. Danach sind die Schluchten des Kuiseb-Canyons 13 wieder ein bisschen tiefer und spektakulärer. Hier liegt auch die berühmte Henno-Martin-Höhle, in der sich zwei Geologen während des Zweiten Weltkrieges versteckt hielten. Das ausgetrocknete Flussbett des Kuiseb bildet eine präzise Trennlinie zu den rot leuchtenden Dünen der Namib. Da müssen wir rüber, um zu unserer himmlischen Bleibe zu kommen, die heute und morgen Ihr Zuhause sein wird, die We Kebi Safari Lodge.
Markt in Katutura (© Silja Bohry / Chamäleon)
Kaum dass die Sonne aufgegangen ist, stehen wir schon in den gigantischen Dünen des Sossusvlei 14. Namib Sand Sea – das Dünenmeer – heißt die älteste Wüste der Welt, die mittlerweile UNESCO-Weltnaturerbe ist. Die einzigartige Lichtstimmung am frühen Morgen wirkt wie ein Zugpferd und begleitet Sie durch ein außerirdisches Farbenmeer, entlang 500 Jahre alter abgestorbener Akazien im Dead Vlei zu den kühn geschwungenen Dünenkämmen. Ein 350 Meter hoher Sandhaufen, das ist der Gipfel. Danach kommt ein schattiges Plätzchen im Sesriem-Canyon gerade recht, den der Trockenfluss Tsauchab zwei Millionen Jahre lang in das Sedimentgestein der Namib hineingeknabbert hat.
Spaziergang (© Jan Reimann / Chamäleon)

Finale wie bei einem Feuerwerk. Durch anmutige Landschaften nach Rehoboth. Besuch bei den Baster. In Serpentinen durch die Auasberge. Das historische Windhoek 15. Christuskirche. Tintenpalast mit Parlamentsgärten und im Namibia Craft Centre die Kultur des Landes in einem Erinnerungsstück finden. Dann ist das Bukett der letzten Erlebnisrakete erloschen, denn der Tower am Flughafen gehört nicht mehr dazu. Am späten Abend geht es los, und wenn Sie diesmal die Augen öffnen, ist es die Sonne in Frankfurt 16. Wenn Sie Glück haben.

Und was wir noch sagen wollten: Schöne Grüße an Ihre Füße. Toll gemacht.

Erongo zu Fuß - 16 Tage Wunderwelten-Reise
97,5 100 15
EUR