Spät in Frankfurt 1 starten heißt früh in Windhoek 2 landen. Schöner geht’s eigentlich gar nicht, weil dazwischen ein paar Träumchen von Ihrer Ankunft in der Onjala Lodge liegen. Ein privater Safaripark, bescheidene 1.700 Hektar groß. Mit Wasserstelle, an der Antilopen, Zebras, Gnus, Wildschweine und Konsorten ihre Absacker trinken. Mit einer Anhöhe, die auf filmreife Sonnenuntergänge abonniert ist und einem eigenen Observatorium mit Zeiss-Refraktometer für die 300 Milliarden Sterne der südlichen Hemisphäre. Und mitten in dieser Oase des Friedens ein Pool mit Fernblick, ein ZenSations Spa mit Wasserfall, ein Himmelbett und ein Frühstück für Götter. Sie werden die ersten Oryxantilopen, Springböcke, Kudus und Giraffen schon gesehen haben, aber das war ja nur die Ouvertüre. Unser Ziel ist der Etosha-Nationalpark 3, und weil Windhoek auf dem Weg liegt, schieben wir eine Stadtrundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit ein, die es bis zu Wahrzeichen der Stadt gebracht haben: die Christuskirche, der Bahnhof, der Tintenpalast mit den Parlamentsgärten. Beim Eingang zum Nationalpark liegt das Mopane Village Etosha, und wenn der Name Ihre Neugier noch nicht geweckt hat, dann tut es der Ausblick von der Terrasse Ihres Safarizeltes.
Auf Pirschfahrt (© Ekkehart Eichler / Chamäleon)
Sie könnten ausschlafen, aber Sie werden es nicht wollen. Packen Sie lieber die Kamera ein, denn die offene Vegetation bedeutet viele Schnappschüsse von Elefanten, Antilopen, Giraffen, Zebras und mit etwas Glück auch von Löwen und Leoparden, die an den Wasserlöchern gern ein paar Liter Wasser mit einem Streifengnu hinunterspülen. Oder umgekehrt. Für Ihre Bilder macht das keinen großen Unterschied. Über 22.000 Quadratkilometer ist der Etosha-Nationalpark 4 groß. Das reicht auch am nächsten Tag noch für spontane Tierbeobachtungen, während wir an der mausetoten Salzpfanne entlang in die Otavi-Berge 5 zur Ohange Namibia Lodge fahren. Hier drehen wir zwischen Marula- und Tamboti-Bäumen entspannt den Spieß um. Statt hinterherzulaufen, lassen wir die wilde Gesellschaft kommen und sehen ihrem Treiben am Wasserloch genüsslich zu.
Eselskarren (© Dennis Wehrmann / Chamäleon)
Sie können übrigens sicher sein, dass Sie genau diesen Tieren nicht noch einmal begegnen werden, denn wir passieren morgen die »Rote Linie«, einen Veterinärzaun quer durch Namibia, der Wildwanderungen zwischen dem Norden und dem Süden unterbinden soll. Hinter dem Zaun wird’s grün, dem Okavango sei Dank, und nicht lange, dann sehen wir hinter Rundu 6 den mächtigen Strom, der 1.700 Kilometer durch Afrika kurvt, bevor er in der roten Kalahari-Wüste versickert. Aber sehen allein genügt uns nicht, etwas Action soll schon sein. Direkt an seinem Ufer liegen unter schattenspendenden Bäumen die Luxuszelte der Nunda River Lodge. Und wenn Sie auf der Terrasse nicht die ganze Nacht das Spiegelbild des Mondes anhimmeln wollen, dann genießen Sie das tausendfache Glitzern doch einfach vom Bett aus.
Flusspferdfamilie im Kwando (© Andreas Schleifenbaum / Chamäleon)
Dieser märchenhafte Garten in der Wildnis, diese Genießerplätzchen am Fluss, dieser Beobachtungsposten auf eigener Terrasse – wo möchte man lieber aufwachen und sich aufs Frühstück freuen? Dabei ist das nur der Anfang, denn das Boot am Okavango liegt schon bereit, und der Nase nach geht es bis zu den Stromschnellen der Popafälle. Vor Ihnen liegt nun das nahezu unberührte Tierparadies des Bwabwata-Nationalparks 7, wo nicht selten Elefantenherden zu Hunderten die Savanne platt treten. Ganz zu schweigen von Antilopenarten wie Lechwe, Riedbock und Rappenantilope, die nur hier zu finden sind. Löwen und Leoparden natürlich auch, aber wenn wir Streifengnus, Impalas, Kudus, Büffel, Flusspferde und Krokodile ausnahmsweise mal den Dicken zuordnen, dann reichen selbst zwei Hände nicht, um alle beim Namen zu nennen. Vielleicht nehmen Sie die Füße hinzu, denn alles, was Ihnen noch nicht begegnet ist, wartet im östlichen Bwabwata 8 auf Sie. Wo der Kwando seine legendäre Hufeisenbiegung vollzieht, liegt die wundervolle Namushasha River Lodge, und wenn wir von der Geländewagen-Safari zurück sind, verschmelzen auf dem Sundowner-Deck alle Arten und Namen zur Erinnerung an einen großartigen Tag.
Zu Besuch bei den Mashi (© Hartmut Roeder / Chamäleon)
Bevor wir den Caprivi-Zipfel verlassen, müssen wir noch seine »Könige« kennenlernen, die Mashi. Eine temperamentvolle Volksgruppe, die uns im Historic Living Village 9 ihre Kultur vorlebt und niemanden gehen lässt, der nicht zusammen mit ihnen den Mahango getanzt oder besser: gestampft hat. Dann wechseln wir die Seiten nach Botswana und erreichen am Vierländereck, wo Chobe und Sambesi zusammenfließen, unsere Chobe Safari Lodge. Der Chobe-Nationalpark 10 ist berühmt für seine großen Büffel- und Elefantenherden. Das lässt uns nicht ruhen. Im offenen Geländewagen pirschen wir uns nah an die Tiere heran, die oft nur in der Frühe zum Trinken an den Fluss kommen. Nachmittags sind dann Dutzende Antilopenarten dran, und zu unserer Bootssafari gehören regelmäßig gähnende Flusspferde und badende Elefanten. Hören Sie es grollen? Das sind ausnahmsweise keine Büffelherden, sondern zehn Millionen Liter Wasser des Sambesi, die pro Sekunde über die Klippen der Victoriafälle 11 in die Tiefe rauschen. Wir rauschen mit, optional sogar bei einem Rundflug über den Ort des »donnernden Rauchs«.
Faszination des Tanzes (© Rolf Kaczmierczak / Chamäleon)
Pause oder vielmehr: Müßiggang. Unsere Reise biegt ab nach Süden und führt über Francistown 12 zu den Safarizelten der Dumela Lodge mit ihrem herrlichen Pool inmitten der ursprünglichen Buschsavanne. Bitte hinlegen und treiben lassen. Noch ein Seitenwechsel, diesmal nach Südafrika ins Limpopo-Tal 13 zur Mopane Bush Lodge. Was soll man von solch einem Namen Schöneres erwarten als unberührte Natur, und deshalb durchstreifen wir am Nachmittag entspannt den Wildpark der Lodge und halten Ausschau nach dem blauschwänzigen Bienenfresser. Im Zauberlicht des frühen Morgens startet unsere Tour durch das UNESCO-Welterbe Mapungubwe Cultural Landscape 14 zu den historischen Schätzen eines 800 Jahre alten wohlhabenden Königreiches mit Handelsbeziehungen nach Nordafrika und Asien. Dann ist der Brunch in der Lodge verdiente Stärkung und Kräftevorrat zugleich für Ihre Safari an den Limpopo und die Aussichtspunkte im Mapungubwe-Nationalpark.
Elefant im Krüger-Nationalpark (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Als wären dies alles nicht schon Tonnen an Erlebnissen, beginnt mit dem neuen Tag der Endspurt auf berühmte Namen und unvergleichliche Naturwunder. Was ja nicht ausschließt, dass Menschen der Natur etwas nachgeholfen haben. Nicole und Manfred Eickriede haben das getan und in das Guernsey Private Nature Reserve am Krüger-Nationalpark 15 die Kubu Safari Lodge gebaut. 900 Hektar umfasst das umliegende Wildschutzgebiet, und wie gewohnt scheren sich Hippos, Impalas, Nyala-Antilopen mit ihren gedrehten bis zu 80 Zentimeter langen Hörnern, Wasserböcke und Giraffen wenig um Anfang und Ende. Sie marschieren einfach durch und stehen dann gelassen an Ihrer Veranda oder vorm Frühstückstisch. Beim Picknick auf der ganztägigen offenen Safari durch den Krügerpark 16 sollten Sie ein Auge auf die Bratenplatte haben, man kann nämlich nie wissen, wer sich anschleicht. Zurück in der Kubu Safari Lodge ist das vielleicht eine gute Seele, die Ihnen passend zum Sonnenuntergang einen farbenfrohen Cocktail bringt.
Oryx Antilopen (© Peter Pack, Pack Safari / Chamäleon)
Fast einen Tag lang haben Sie noch Zeit, den Frühaufstehern und Mittagsschläfern im Krüger-Nationalpark auf die Schliche zu kommen, dann dürfen auch Sie in Ohrigstad ein Bad in der Wildnis nehmen. In einem privaten Naturreservat am Pool der Hannah Game Lodge 17, und diesmal ohne Elefanten. Die Aussicht von der Lodge ist ganz besonders bei Sonnenaufgang bezaubernd, aber es kommt ja noch die berühmte Panorama Route. Eine Strecke kann man das nicht nennen, das ist ein rauschhafter Flug durch die Naturwunder Südafrikas, von den 56 Meter hohen Mac-Mac-Wasserfällen zum Pinnacle-Felsen, God’s Window mit seiner himmlischen Aussicht, den unbegreiflichen Strudellöchern Bourke’s Luck Potholes bis zum grandiosen Blyde-River-Canyon 18, 26 Kilometer lang und 800 Meter tief. Oben auf dem Rand und vor sich dieses atemberaubende Panorama mit den gigantischen Three Rondavels, entsteht eine Mischung aus Demut und dem Glücksgefühl, in diesem Moment hier zu sein.
Happy Girls of South-Africa (© Ute Mayer / Chamäleon)
Die Hannah Game Lodge serviert Ihnen noch einmal ein wundervolles Frühstück, dann sammeln Sie auf dem Weg zum Flughafen von Johannesburg 19 letzte Eindrücke von schier endlosen Plantagen und idyllischen Dörfern. Tonnenschwer treten Sie am Abend Ihren Rückflug nach Frankfurt 20 an, aber der Beamte am Zoll wird nichts merken, denn Sie tragen das Gewicht der Erinnerungen in Ihrem Herzen.
Limpopo - 20 Tage Wunderwelten-Reise
97,0 100 51
EUR