Man kann das kaum glauben: Nur zwei Steps – München 1, Johannesburg, Victoria Falls – und Sie sind in gut 14 größtenteils verschlafenen Stunden an dem Ort, den viele für das beeindruckendste Naturschauspiel unserer Erde halten: die Victoriafälle 2. Selbstverständlich können Sie durch den paradiesischen Garten der Bayete Guest Lodge lustwandeln oder im azurblauen Pöölchen ein paar zaghafte Wellen schlagen, aber hören Sie mal genau hin, was da in der Luft liegt. Dieses ferne Brausen und Donnern wie eine Ouvertüre in Bayreuth, nur dass Sie hier ungestraft ein Nickerchen einlegen dürfen, und wenn Sie aufwachen, ouvertürt es immer noch. Werten Sie die Geräuschkulisse als Vorfreude auf eine Reise, die von der Einstimmung nahtlos in ein vierzehntägiges Finale übergeht.
Die Victoriafälle (© Chamäleon)
Das Donnern hat nicht getrogen. Gehen Sie einfach Ihren Ohren nach, und wenn das Getöse mit jedem Schritt ein bisschen zunimmt, stimmt die Richtung. Gemütlich vielleicht eine halbe Stunde, dann heißt es: Ohrstöpsel oder Herztropfen. Seit Jahrtausenden katapultiert der Sambesi pro Sekunde zehn Millionen Liter Wasser in die Tiefe, was den Missionar David Livingstone zu der Äußerung veranlasst hat, es sei das Schönste, das er in Afrika je zu Gesicht bekommen habe. Ob er dabei seine Königin vor Augen hatte, ist nicht überliefert, jedenfalls nannte er das feuchte Großereignis ihr zu Ehren Victoria Falls. Der versteckte Wanderweg durch den Regenwald gibt hinter jeder Biegung den Blick auf ein Spektakel frei, das jeden Hobbyfotografen mit Glückshormonen überschüttet. Steigerung inbegriffen, denn optional steht auch ein Rundflug über die gewaltige Gischt der Fälle zur Wahl. Aber heben Sie sich ein paar Hormönchen auf, schließlich hat der Tag noch einen zweiten Teil in der poolbewehrten Chobe Safari Lodge am Tor zum Chobe-Nationalpark 3. Über 10.000 Quadratkilometer geschützte Baumsavanne, und mittendurch fließt der Chobe. Da braucht man nicht viel Fantasie für die Vorstellung, warum das der Lieblingsplatz riesiger Elefanten- und Kaffernbüffelherden ist. Von Streifengnus und Steppenzebras ganz zu schweigen.
Löwenpaar (© Holger Wagenbreth / Chamäleon)
Unsere Fahrt durch den Chobe-Nationalpark 4 gibt Ihnen einen ersten Vorgeschmack auf den Nervenkitzel vertauschter Rollen. Wer beobachtet hier wen? Und schon bald werden Sie die beglückende Erfahrung machen, dass Sie der Neue im Reich der Wildnis sind. Mittendrin, nicht nur dabei. Mitspieler, nicht Zuschauer. Willkommen, nicht geduldet. Selbst von den Löwen ist unsere Stippvisite genehmigt, denn sie heben nur kurz die Mähne und genießen ansonsten den Schatten der Bäume. Das soll uns billig sein, nur wählen wir dazu den Pool unserer Chobe Safari Lodge, bevor uns eine Bootssafari durch die weite Flusslandschaft des Chobe zu Flusspferden, Krokodilen und Elefanten bringt, die sich am späten Nachmittag hier gern den Getränkevorrat für die Nacht reinrüsseln.
Bootsfahrt im Chobe Nstionalpark (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Häufig träumt man nach solchen Erlebnissen sehr schön, weshalb Sie ausschlafen dürfen, um in aller Gelassenheit neuen Abenteuern entgegenzusehen. Die warten bereits im östlichen Caprivi-Zipfel im wildreichen Bwabwata-Nationalpark 5, dessen ungewöhnliche Landschaft aus Riedinseln, Flussläufen und Sümpfen gewissermaßen das Wohnzimmer von Elefantenfamilien, seltenen Antilopen, Hippos, Krokodilen, Löwen und einer vielstimmigen Vogelwelt bildet, in die normalerweise keiner Zutritt hat. Außer uns natürlich. Und eine Bootsfahrt am Abend bringt die schönsten Bilder. Auch deshalb, weil das letzte Aufflackern der untergehenden Sonne mit dem ersten Aufflackern des Lagerfeuers in unserer Namushasha River Lodge zusammenfällt.
Mashi Medizinmann (© Michaela Stanschitz / Chamäleon)
Ein Schritt vor die Tür Ihres Bungalows, und Sie stehen mit beiden Beinen im Flussuferwald des Kwando, wo Sie auf einer geführten Wanderung die exotische Bekanntschaft mit dem Kalahari-Apfelblattbaum, dem Schakalbeerenbaum oder dem Wart-ein-Weilchen machen. Wir warten aber nicht, denn man lässt gekrönte Häupter nicht warten, und als solche bezeichnen sich die Mashi: Könige des Caprivi. Im Historic Living Village 6 machen sie uns mit den Traditionen und überlieferten Lebensformen ihres Volksstammes vertraut. Erschrecken Sie nicht, denn bei den Mashi geht es immer temperamentvoll zur Sache. Da nehmen Elefanten Reißaus, wenn sie ihren Mahango stampfen, und ob Sie wollen oder nicht: Das ist der Rhythmus, bei dem man mitmuss. Auch wir, und wetten, dass Sie noch immer mit dem Zeh wippen, wenn Sie schon längst wieder im Boot sitzen, den Okavango stromaufwärts zu den Purzelbäumen der Popafälle. In den sieben luxuriösen Safarizelten der Nunda River Lodge kommt jedes Temperament zum Erliegen, und das ist gut so, denn Ihr Komfortzelt steht praktisch mit einem Bein im Okavango und ist ein Logenplatz für das stille Abenteuer, wenn Mond und Sterne ihr Techtelmechtel mit dem silbernen Fluss beginnen.
Elefanten überqueren den Fluss Chobe (© Dennis Wehrmann / Chamäleon)
Bei dieser Lage ist es vom Bett ins Boot nur ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für Ihren Adrenalinhaushalt. Rechts und links des Okavango erwacht die Vogelwelt und singt sich warm. Nur die Vertreter der Schwergewichtsklasse scheuen etwas die offene Flusslandschaft und brechen lieber durch das Dickicht des westlichen Bwabwata-Nationalparks 7. Wir im offenen Geländewagen hinterher, und wo sich die meisten Flusspferde, Elefanten, Büffel, Löwen, Antilopen, Gnus, Kudus und Krokodile verabredet haben, spielen wir Mäuschen. In der Lodge wird derweil Holz für ein Lagerfeuer gesammelt, denn zwischen zwei schönen Tagen liegt immer eine unvergessliche Nacht.
Tsodilo Hills (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Hören Sie es knacken, schmatzen und trällern? Im ehemaligen Mahango-Nationalpark ist Frühstückszeit. Elefanten legen dann gern mal einen Baum um, auch Flusspferde haben die Tischmanieren nicht erfunden. Unzählige Vogelarten streiten derweil um die Reste. So vergeht der Vormittag wie im Kino, bis wir den »Pfannenstiel« erreicht haben, wo der Okavango durch zwei einhundert Kilometer lange Erdfalten hindurch muss. Wir nehmen den kürzeren Weg zum Weltkulturerbe Tsodilo Hills 8. Über 100.000 Jahre haben die vier Kolosse den Menschen Schutz und Lebensraum geboten. Und was sie bewegt hat, haben sie in über 4.500 Felszeichnungen festgehalten. Louvre der Wüste, dieser Beiname sagt alles. Dann wird es Zeit, sich in dieser idyllischen Flusslandschaft ein behagliches Plätzchen zu suchen. Es trägt den Namen Xaro Lodge und liegt traumhaft auf einer von allen bösen Geistern verlassenen Insel.
Farbenprächtiges Gefieder (© Liz Welte / Chamäleon)
Erst fließt der Okavango 9 immer träger, dann sagt er sich nach rund 1.700 Kilometern: »Danke, es reicht jetzt«, und zerbröselt auf einer Fläche von über 20.000 Quadratkilometern zu einem der größten Feuchtgebiete Afrikas, dem Okavango-Delta. Man könnte sagen, dass ihn erst dieses Finale zum Star und Weltnaturerbe gemacht hat. Drei Stunden schippern wir durch die spiegelglatten Wasserwege des Deltas, durch leuchtend blaue Lagunen und meterhohes Papyrus, in denen sich eine millionenfache Population aller Tiere und Pflanzen versteckt, die aus der Genesis hervorgegangen sind. Es wird nicht unsere einzige Safari in das Reich der plätschernden Seelen sein, denn wir könnten Ihnen optional ein Motorboot beschaffen, um all die Tiere im und am Okavango zu begrüßen, die man sonst nur von hinten sieht.
Korblechterinnen in Maun (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Lange schon kein Welterbe mehr gesehen, obwohl man der UNESCO eigentlich sagen müsste, sie solle doch unsere ganze Reise unter Welterbe-Schutz stellen. Bis es so weit ist, halten wir uns ans Okavango-Delta 10. 20.000 Quadratkilometer Feuchtgebiet, aufgefächert in unzählige Wasserläufe, Lagunen und schwimmende Inseln, in denen sich 1.300 Pflanzenarten, 71 Fischarten, 33 Amphibienarten, 64 Reptilienarten, 444 Vogelarten und 122 Sorten der ausgefallensten Säugetiere sauwohl fühlen, bis die Reste des Okavangos spurlos in der feuerroten Kalahari-Wüste versickern. Dann ist Schluss mit lustig. In diesem Schauspiel der Natur spielen Sie drei Nächte mit, und wir sagen bewusst Nächte, denn es gibt nichts Schöneres, als mit den Erinnerungen eines Safaritages glückselig im Bett der Gomoti River Lodge zu liegen und sich von den Geräuschen der Wildnis ein Schlaflied singen zu lassen.
Okavango-Delta, die Stille der Natur genießen (© Beate und Peter Noll / Chamäleon)
Der Morgen bringt uns eine Dauerkarte ins Paradies des Moremi-Wildreservats 11. Mit Allradfahrzeugen kämpfen wir uns durch das Weltnaturerbe-Delta, das sich Elefanten, Büffel und nahezu alle Raubtierarten des südlichen Afrikas respektvoll teilen. Gegen Mittag erreichen wir im Zentrum des Parks die Anlegestelle, wo im glasklaren Wasser einladend ein Mokoro dümpelt. Traditionell aus dem Stamm des Leberwurstbaumes geschnitzt. Bitte umsteigen, wir legen ab zu einer spannenden Reise durch die Kanäle der Papyrusfelder. Also dorthin, wo sich tonnenschwere Flusspferde friedlich durch das satte Grün mampfen.
Okavango Delta aus der Luft (© Kai-Uwe Küchler, Art & Adventure / Chamäleon)
Wenn aus den Stimmen der Dämmerung eine akustische Kulisse wird, die nicht mehr nach Vogelarten zu unterscheiden ist, ist die Nacht vorbei. Sie alle rufen: Komm mit ins Delta. Und nichts Besseres könnte Ihnen einfallen, denn die Frage, wo all die Stimmen herkommen, ist ja noch nicht beantwortet. Unser Boot ist heute ein Flugzeug, denn wie sonst wollen Sie in dieser übervollen Sumpflandschaft den Überblick behalten? Das Fliegerchen mit lauter Logenplätzen wartet in Maun und bringt uns auf einem Rundflug mit Herzklopfen zur Xakanaxa-Landebahn 12. Merken Sie sich die Frühstücksbuffets der Elefanten, die Liegeplätze der Nilkrokodile, die Herden der Kaffernbüffel, Streifengnus und wer Ihnen zu den Big Five vielleicht noch fehlt. Wir kommen zurück für eine vielstündige Pirsch im offenen Safariwagen.
Sonnenuntergang am Chobe (© Brigitte Peters / Chamäleon)
Am Ende werden die Tage zu schnell vergangen sein. Wir bitten um Nachsicht, dass wir so viel Aufregung in diese zwei Wochen reingepackt haben. Aber wenn Sie in Maun 13 in den Flieger steigen, der Sie via Johannesburg nach Hause bringt, beginnt mit Ihrer Landung in München 14 der Countdown für eine neue Zeit mit Chamäleon und vielen neuen Momenten, für die sich zu leben lohnt. Wir würden uns jedenfalls sehr freuen.
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