Das Märchen beginnt in Frankfurt 1, und schon am frühen Morgen des folgenden Tages stehen Sie mit beiden Beinen mitten in seiner Handlung. Auf die Frage »Wo bin ich?« gibt eine Stadtrundfahrt in Hanoi 2, der ältesten Hauptstadt Südostasiens, erste faszinierende Antworten: das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, der berühmte Schwertsee mit der roten The-Huc-Brücke, die 82 Stelen im Literaturtempel und das Wahrzeichen der Stadt, die Einsäulenpagode in Form einer Lotusblüte. Auch unser Hotel La Siesta ist Teil der Sehenswürdigkeiten, denn es liegt im alten Viertel der 36 Gassen. Für den Anfang sind das bereits viele Antworten, aber eine fehlt noch: ein traumhaftes Abendessen, alternativlos vietnamesisch.
Dschunke mit roten Segeln in der Halong-Bucht (© Ralf Schulze / Chamäleon)
Der viele Reis muss ja irgendwo herkommen. Und heute lüftet sich das Geheimnis, denn auf unserer langen Fahrt entlang des Roten Flusses geben Berglandschaften voll sattgrüner Reisterrassen eine vage Vorstellung von der lebenslangen Mühsal der Reisbauern, die Völker Asiens mit ihrem Grundnahrungsmittel zu versorgen. Immer höher hinauf windet sich unser Weg, immer mehr gleichen die Reisterrassen einem Kunstwerk. Auf 1.600 Metern Höhe erreichen wir Sapa 3, die wichtigste Marktstadt der Bergdörfer, mit einer grandiosen Aussicht auf den Montblanc Vietnams, die Fansipan-Spitze.
Blumenmädchen der Hmong in Sapa (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Bergdörfer ist gleichzusetzen mit Bergvölker. In Lao Chai leben die Schwarzen Hmong, in Giang Ta Chai die Roten Dzao, in Ban Ho 4 das Volk der Tay, und so geht es weiter. 17 Bergdörfer sind der Hauptstadt Sapa zugeordnet, mit geringen Abweichungen also 17 Kulturen, und die interessantesten werden wir heute sehen. Beobachten Sie die Hmong beim Weben und Stoffefärben. Erleben Sie im Kreise von Familien hautnah, was den Alltag in einem Bergdorf bestimmt. Tragen Sie aus Solidarität mit den Frauen der Roten Dzao ein rotes Kopftuch, werfen Sie einen Blick in das Geheimnis privater Kochtöpfe und vor allem: Machen Sie die schöne Erfahrung, dass überwältigende Gastfreundschaft und einfache Lebensweise kein Widerspruch sind, denn Sie werden heute bei einer vietnamesischen Gastfamilie übernachten.
Eine Frau am Mekong (© Emily Mahringer / Chamäleon)
Wo zu Hause die Hauptverkehrswege Namen wie A8 oder B294 tragen, heißen sie hier Tal des Goldenen Flusses, und statt zügig auf mehreren Spuren hangeln wir uns beschaulich über eine Hängebrücke von Reisfeld zu Reisfeld. Hinter dem anderen Ende der Brücke liegt das Dorf Nam Toong der Roten Dzao. Ein Lächeln unter den zumeist dreieckigen Hüten begleitet uns und wenn es keine Hüte sind, dann vielleicht die unglaublich langen Haare, die häufig zu turbanartigen Frisuren aufgetürmt werden. So hat jedes Bergvolk seine eigenen traditionellen Merkmale, wobei auch geschwärzte Zähne schon mal ein stolz zur Schau getragener Ausdruck von Zugehörigkeit sein können. Hoch oben in der Topas Ecolodge 5, mit einem letzten großartigen Blick auf Täler, Reisterrassen und Dörfer, wird aus dem fünften Tag der sechste, an dem es über Sapa zu neuen Abenteuern nach Lao Cai 6 geht. Hier wartet schon der Nachtzug, der Sie im gemütlichen Schlafwagenabteil zum Sonnenaufgang in Hanoi bringt.
Hanoi (© Handspan / Chamäleon)
Gut geschlafen? Dann suchen Sie nicht das Bordrestaurant, denn wir haben etwas Besseres: Verwöhnfrühstück im Hotel La Siesta in Hanoi. Vorfreude inbegriffen, denn die folgenden zwei Tage in der Halong-Bucht 7 8 werden alles in den Schatten stellen. Wo aus dem türkisblauen Wasser orangefarbene Segel leuchten, da liegt Ihre Dschunke, exklusiv für Ihre Zeit im Wasserparadies. Dschunken fahren nicht, sie gleiten durch das 1.500 Quadratkilometer große »Reich des untertauchenden Drachen«, in dem nach offiziellen Angaben 1.969 Inseln und Kalkfelsen bis zu mehrere Hundert Meter aus dem Wasser ragen. Ein Stein gewordener Märchenwald, wo Sie in einer der atemberaubend schönen Buchten ankern und an Bord übernachten werden. Tauschen Sie die Dusche mit der Halong-Bucht, die UNESCO wird es verzeihen, aber das Bad im Weltnaturerbe immer in Ihrer Erinnerung bleiben.
Hmong Dorf Luftbild (© Franz-Josef Fritz / Chamäleon)
Zweiter Tag in diesem Prachtstück der Schöpfung. Kampftag, denn Tai-Chi – das aus China importierte Schattenboxen – ist auch hier ein öffentlich praktizierter Volkssport. Boxen Sie leichtfüßig mit, als Morgengymnastik an Bord Ihrer Dschunke, Schatten erzeugt die Sonne von ganz allein. Doch bevor Sie sich selbst k.o. schlagen, sind wir mit den Fischern im schwimmenden Dorf verabredet. Schwarm fixieren, Netze auswerfen, Mittagessen fangen, so einfach ist das. Dürfen Sie gern selbst probieren, nur Ihr Mittagessen wartet in diesem Fall bereits auf der Dschunke. Nach der Mahlzeit soll man ruh’n oder tausend Schritte tun. Beides führt hier zu Erlebnissen, die noch lange nachwirken: auf dem Weltnaturerbewasser dümpeln, am Strand die Sonnenzeit verschnarchen oder auf Kajaktour durch die bizarren Buchten versuchen, dieses einzigartige Naturwunder zu begreifen. Eine Nacht in der komfortablen Kabine der Dschunke und den Vormittag des nächsten Tages haben Sie noch Zeit dazu, dann wartet auf dem Weg nach Hanoi 9 das nächste Märchen. Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam, und man sagt, es hätte seinen Ursprung in den Reisfeldern, denn die Puppenspieler stehen im hüfthohen Wasser hinter einem Bambusvorhang und vollbringen an meterlangen Stöcken einen einzigartigen Tanz der Wasserfeen.
Seidenlampions (© Kitty Horns / Chamäleon)
Ihr Flug nach Da Nang bringt Sie ein paar Jahrhunderte zurück an den einst größten Handelsplatz Südostasiens und Hafen der Seidenstraße: Hoi An 10, ebenfalls Weltkulturerbe am Stück. Die Japanische Brücke, der Quan-Cong-Tempel, die Phuoc-Kien-Pagode, die Versammlungshallen, das berühmte Handelshaus Diep Dong Nguyen. Und ein ganz besonderes Erlebnis geben wir noch dazu: die Kunst der Seidenlampion-Herstellung in einer kleinen privaten Werkstatt. Wo ließe sich solch ein Tag besser zu Ende träumen als unter Palmen im Vinh Hung Emerald Resort? Dort geben wir Sie ab in gute Hände. Cam Kim liegt mitten im Fluss. Seit dem 15. Jahrhundert leben hier begnadete Handwerkerfamilien, die sogar die Kaufmannshäuser in Hoi An 11 mitgestaltet haben. Wir nehmen das Fahrrad, um genauer zu sehen, wie Matten gewebt, Reisnudeln hergestellt und traditionelle Boote gebaut werden. Wir nehmen lieber ein fertiges dieser Bambus-Kunstwerke und schippern zu einem seltenen Naturerlebnis in den Wasserkokosnusswald von Cam Thanh. Bäumchen pflanzen, Shrimps fischen und nach getaner Arbeit der Musik einer einheimischen Familie lauschen. Ein Concerto piccolo mit Unterstützung der Chamäleon Stiftung, die der Dorfgemeinschaft eine Bühne für ihre Aufführungen spendiert hat. Fortsetzung am Strand von Cua Dai, wo die Wellen eine ganz andere Melodie singen, die je nach Ihrer Körperhaltung auch ein Schlaflied sein könnte.
Gebäude Volkskomitee Saigon (© Exotissimo Travel / Chamäleon)
Wir haben einen »Chauffeur« für Sie bestellt. Er bringt seine Fahrradrikscha mit und Sie Ihre Kamera. Und dann ist Wunschkonzert: in die umliegenden Dörfer, zum Fluss, zum Fischmarkt oder durch die Altstadt von Hoi An. Hauptsache, Sie sind pünktlich zurück, denn am Flughafen von Da Nang wartet Ihr Flugzeug nach Saigon inklusive Fahrkarte nach Cai Be im Mekong-Delta 12. Mekong Riverside Resort heißt die schönste Lodge, die wir finden konnten. Ein Stück vom Himmel, direkt am Mekong, zum Teil über den Mekong gebaut, mit tropischem Garten, üppigem Pool und einem verlockenden Spa, müssen Sie sich nur noch für die Reihenfolge der Genüsse entscheiden, an deren Ende immer köstliche vietnamesische Spezialitäten stehen.
Dass Sie Xeo Quit kennen, darf stark bezweifelt werden, handelt es sich doch um eine Kommandozentrale aus dem Vietnamkrieg mit vielen versteckten Schilfhütten und endlos wirkenden Wasserkanälen mitten im Wald. Heute könnte es friedlicher kaum sein, denn von seiner ursprünglichen Bestimmung ist ein Open-Air-Museum unter Zuckerpalmen geblieben. Im traditionellen Sampan gleiten wir wie seinerzeit die Vietcong durch schmale Kanäle zu den Dschungelverstecken von damals. Da kommt Venedig als Kontrastprogramm wie gerufen. Hier im Mekong-Delta 13 hört es auf den Namen Sa Dec, gilt wegen seiner charmanten Mixtur aus Kolonialvillen und chinesischen Kaufmannshäusern als Geheimtipp, und selbst aus dem Gefängnis ist die wundervolle Kien-An-Chung-Pagode geworden. Seien Sie dankbar, dass so ein volles Programm hungrig macht, denn am Mekong ist das Boot schon beladen für einen Abendessen-Törn in den Sonnenuntergang.
Hundertmal gesehen, in Spielfilmen, in Dokumentationen, in Bildbänden und jetzt sind Sie da: am schwimmenden Markt von Cai Be. Auf Schleichfahrt kreuzen wir zwischen den einheimischen Kähnen hindurch, die mit süßen, unbekannten Früchten und Gemüse beladen sind, und halten Ausschau nach den kleinen traditionellen Familienbetrieben, die sich mit der Herstellung von Reispaste, Reispopcorn und Kokosnussbonbons im wahrsten Sinne des Wortes über Wasser halten. Ruhe kehrt in den schmalen Kanälen ein, die wundervolle Landschaft wirkt wie Baldrian, und ein hundertfaches Lächeln der Bauern und Fischer geht mit zurück nach Cai Be. Wenn Sie von der Poolbar des Eden Saigon Hotel über die Innenstadt blicken können, sind wir schon in Saigon 14. Letzte Station für bleibende Erinnerungen, wozu wir bei einem gemeinsamen Abendessen der ganz besonderen vietnamesischen Art gerne unseren Teil beitragen.
Notre Dame, die sensationelle Hauptpost, die Pagode des Jadekaisers, die typischen Garküchen, der Ben-Than-Markt: Die letzten Stunden vor Ihrem Abflug in Saigon 15 rasen. Erzählen Sie nach Ihrer Landung in Frankfurt 16 nur in leicht verdaulichen Dosen, was Sie erlebt haben. Man könnte es sonst für ein Märchen halten.

Noch mehr Gänsehaut

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