Das Märchen beginnt in Frankfurt 1, und schon am frühen Morgen des folgenden Tages stehen Sie mit beiden Beinen mitten in seiner Handlung. Auf die Frage »Wo bin ich?« gibt eine Stadtrundfahrt in Hanoi 2, der ältesten Hauptstadt Südostasiens, erste faszinierende Antworten: das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, der berühmte Schwertsee mit der roten The-Huc-Brücke, die 82 Stelen im Literaturtempel und das Wahrzeichen der Stadt, die Einsäulenpagode in Form einer Lotusblüte. Auch unser Tirant Hotel ist Teil der Sehenswürdigkeiten, denn es liegt im alten Viertel der 36 Gassen. Für den Anfang sind das bereits viele Antworten, aber eine fehlt noch: ein traumhaftes Abendessen, alternativlos vietnamesisch.
Hmong-Frauen in den Bergen Sapas (© Franz-Josef Fritz / Chamäleon)
Der viele Reis muss ja irgendwo herkommen. Und heute lüftet sich das Geheimnis, denn auf unserer langen Fahrt entlang des Roten Flusses geben Berglandschaften voll sattgrüner Reisterrassen eine vage Vorstellung von der lebenslangen Mühsal der Reisbauern, die Völker Asiens mit ihrem Grundnahrungsmittel zu versorgen. Im hintersten Zipfel des Sapa-Tals liegt quasi als Komplementär zum intensiven Grün das Dorf Nam Cang 3, Heimat der Roten Dao. Ein Lächeln unter den zumeist dreieckigen Hüten begleitet uns, und wenn es keine Hüte sind, dann vielleicht die turbanartigen Frisuren. So hat jedes Bergvolk seine eigenen traditionellen Merkmale, wobei auch geschwärzte Zähne schon mal ein stolz zur Schau getragener Ausdruck von Zugehörigkeit sein können. Kräuterweiber stehen hier hoch im Kurs, und es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie auf der Wanderung mit einem solchen endlich ein Mittelchen gegen das Ziehen in Ihrem Rücken finden. Gegen Hunger und Schlafbedürfnis hilft garantiert die rührende Gastfreundschaft einer einheimischen Familie in der Nam Cang Riverside Lodge.
Reisterrassen in Sapa (© Ralf Schulze / Chamäleon)
Das Sapa-Hochland ist keines, wo man sich an einem Tag sattsehen könnte. Jeder Blickwinkel bringt eine neue Überraschung, jede Drehung eine andere, augenschmeichelnde Komposition der Reisterrassen, wo Frauen im seichten Wasser das tägliche Brot pflanzen oder der Bauer mit seinem Büffel knietief durch den Matsch pflügt. Eine Wanderung mitten hindurch ist der sicherste Weg zu einem geschärften Bewusstsein, wenn Sie zu Hause wieder Reis essen. Jetzt aber steht uns erst mal der schwankende Gang über eine Hängebrücke bevor. Nicht weil sie so schön durchhängt, sondern weil der Blick aus der Vogelperspektive einzigartige Motive eröffnet. Und wenn Sie es auch nicht für möglich halten: Es geht noch schöner. »On top of the hill« in der Topas Ecolodge 4 mit einem sensationellen Rundumblick auf die grünen Berge. Wenn Ihnen danach ist, auch von Ihrem Bett aus.
Frau der Schwarzen Dao (© Günter Gymnich / Chamäleon)
Wo zu Hause die Hauptverkehrswege Namen wie A8 oder B294 tragen, heißen sie hier Tal des Goldenen Flusses, und statt zügig auf mehreren Spuren, hangeln wir uns über reichlich improvisierte Brücken von Reisfeld zu Reisfeld. Immer höher hinauf windet sich unser Weg, immer mehr gleichen die giftgrünen Terrassen einem Kunstwerk. In Ta Van 5 begrüßen uns die Dzai, in Lao Chai die Schwarzen Hmong. Alle haben was zu zeigen und zu erzählen. Wir sind dankbare Zuhörer und ebensolche Mitesser, denn in Vietnam schlägt man eine Einladung nicht aus. Obwohl exotisch gestärkt, nehmen wir lieber den Bus zurück in die himmlischen Gefilde unserer Lodge. So wird aus dem fünften Tag der sechste mit einem Frühstart in die wichtigste Marktstadt der Bergdörfer: Sapa 6. Treffpunkt der ethnischen Minderheiten und weil 1.600 Meter hoch, mit einer grandiosen Aussicht auf den Montblanc Vietnams, die Fansipan-Spitze. Mit diesen Bildern geht es in ein abgelegenes Tal, nach Ta Phin, in das sich die stolze Minderheit der Roten Dzao zurückgezogen hat. Mit Wurzeln und Pflanzen färben sie ihre wundervollen Trachten, und das Silber, das die Frauen zur Schau tragen, war der Gegenwert für ihre arrangierte Hochzeit.
Dschunke in der Halong-Bay (© Ralf Schulze / Chamäleon)
Wieder in Hanoi, reicht es noch für ein Verwöhnfrühstück, dann kommen in der Halong-Bucht 7 8 die zwei Tage, die alles in den Schatten stellen. Wo aus dem türkisblauen Wasser orangefarbene Segel leuchten, da liegt Ihre Dschunke, exklusiv für Ihre Zeit im Wasserparadies. Dschunken fahren nicht, sie gleiten durch das 1.500 Quadratkilometer große »Reich des untertauchenden Drachen«, in dem nach offiziellen Angaben 1.969 Inseln und Kalkfelsen bis zu mehrere Hundert Meter aus dem Wasser ragen. Ein Stein gewordener Märchenwald, wo Sie in einer der atemberaubend schönen Buchten ankern und an Bord übernachten werden.
Schwimmendes Dorf (© Christian Hergenröther / Chamäleon)
Zweiter Tag in diesem Prachtstück der Schöpfung. Kampftag, denn Tai-Chi – das aus China importierte Schattenboxen – ist auch hier ein öffentlich praktizierter Volkssport. Boxen Sie leichtfüßig mit, als Morgengymnastik an Bord Ihrer Dschunke, Schatten erzeugt die Sonne von ganz allein. Doch bevor Sie sich selbst k. o. schlagen, lassen wir die Kajaks zu Wasser und nehmen Kurs auf die Lagune Ho Ba Ham. Fremdartige Fische begleiten den Törn, schön bunt und sehr begehrt, wie sich noch herausstellen wird, wenn wir die Familie des Fischers beim Auswerfen der Netze begleiten. Eine Nacht in der komfortablen Kabine der Dschunke und den Vormittag des nächsten Tages haben Sie noch Zeit dazu, dann wartet auf dem Weg nach Hanoi 9 das nächste Märchen. Wasserpuppentheater gibt es nur in Vietnam, und man sagt, es habe seinen Ursprung in den Reisfeldern, denn die Puppenspieler stehen im hüfthohen Wasser hinter einem Bambusvorhang, und die Puppen vollbringen an meterlangen Stöcken einen einzigartigen Tanz der Wasserfeen.
Der Quan-Cong-Tempel in Hoi An (© Ulla Kircher / Chamäleon)
Ihr Flug nach Da Nang bringt Sie ein paar Jahrhunderte zurück an den einst größten Handelsplatz Südostasiens und Hafen an der Seidenstraße: Hoi An 10, ebenfalls Weltkulturerbe am Stück. Die Japanische Brücke, der Quan-Cong-Tempel, die Phuoc-Kien-Pagode, die Versammlungshallen, das berühmte Handelshaus Diep Dong Nguyen. Und ein ganz besonderes Erlebnis geben wir noch dazu: im Boot durch die mit Lampions dekorierte Stadt zum Sonnenuntergang in der Flussmündung. Ein Augenschmaus, aber der Bauch will auch etwas haben. Gibt lecker Fingerfood dazu.
Bootsfahrt durch den Wasserkokosnusswald (© Emily Mahringer / Chamäleon)
Cam Kim liegt mitten im Fluss. Seit dem 15. Jahrhundert leben hier begnadete Handwerkerfamilien, die sogar die Kaufmannshäuser in Hoi An 11 mitgestaltet haben. Wir nehmen das Fahrrad, um genauer zu sehen, wie Matten gewebt, Reisnudeln hergestellt und traditionelle Boote gebaut werden. Wir benutzen lieber ein fertiges dieser Bambus-Kunstwerke und schippern in den Wasserkokosnusswald von Cam Thanh zum Bäumchen pflanzen. Dieses einzigartige Biotop leidet noch immer unter dem Giftbombardement des Vietnam-Krieges. Und welches Gefühl könnte schöner sein, als einen eigenhändigen Beitrag geleistet zu haben, die Narben der Vergangenheit zu schließen? Vielleicht das Gefühl am Strand von Cua Dai, wo die Wellen ein sanftes Lied singen, das je nach Ihrer Körperhaltung auch ein Schlaflied sein könnte.
Boote in Hoi An (© Horst und Gisela Müller / Chamäleon)
Die einen schlafen aus, die anderen zählen noch einmal die Lampions durch, die Hoi An so einzigartig machen. Hauptsache, alle sind pünktlich wieder vereint, denn am Flughafen von Da Nang wartet Ihr Flugzeug nach Saigon inklusive Fahrkarte nach Cai Be im Mekong-Delta 12. Mekong Riverside Resort heißt die schönste Lodge, die wir finden konnten. Ein Stück vom Himmel, direkt am Mekong, zum Teil über den Mekong gebaut, mit tropischem Garten, üppigem Pool und einem verlockenden Spa, da müssen Sie sich nur noch für die Reihenfolge der Genüsse entscheiden, an deren Ende immer köstliche vietnamesische Spezialitäten stehen.
Alter Fischer (© Thomas Herzog / Chamäleon)
Mit 39.000 Quadratkilometern kommt es im Mekong-Delta 13 aufs Gleiche raus, als würde ganz Baden-Württemberg im Wasser stattfinden. Tausende Arme und Kanälchen bringen die Bewohner bis vor ihr Gartentörchen, sofern vorhanden. Auf diesen abenteuerlichen Verkehrswegen sind auch wir unterwegs zu Familienbetrieben, wo Reispapier und Reispopcorn, Kokosnuss-Bonbons und Keramik hergestellt werden. In Handarbeit, wie sonst, und oft verbunden mit einer Einladung zum Tee. Vergessen Sie alles, was Sie von einer Supermarkt-Mango kennen. In Hoa Loc werden Ihre Geschmackspapillen Augen machen und erstmals erfahren, was eine Mango wirklich ist. Den Pool im Mekong Riverside Resort kennen Sie ja schon. Vermutlich wollen Sie deshalb wieder hin, und es spricht ja auch nichts dagegen. Zumindest nicht, bis Sie das Motorboot auf einem Abendessen-Törn zum Untergang der Sonne ins Mekong-Delta bringt.
Schwimmender Markt (© Handspan / Chamäleon)
Mekong am Morgen verjagt Kummer und Sorgen. Nachdem Sie weder das eine noch das andere plagt, wird der Morgen doppelt schön. Vorausgesetzt, Sie sind heute vor der Sonne auf den Beinen. Und siehe da: In den Kanälen des Mekong ist schon Hochbetrieb. Wir nehmen das Boot zur Insel Tan Phong und gleiten durch einen der stillen Seitenarme, wo Familien vor ihren Hütten sitzen, um Körbe aus Palmwedeln und Möbel aus Wasserhyazinthen zu flechten. Ein freundliches, mitunter zahnloses Lächeln macht uns den Abschied noch schwerer, aber Saigon 14 wartet. Wenn Sie von der Poolbar über die pulsierende Innenstadt blicken können, sind wir da. Aber heben Sie sich diesen Blick vom Eden Saigon Hotel auf, bis wir von einem lautstarken Abenteuer zurück sind, wie es nur hier möglich ist: der nächtlichen Vespa-Tour durch einen Teil der Stadt, wo Saigon noch Saigon ist.
Ewige Rush Hour (© Heike Bäsecke / Chamäleon)
Notre Dame, die sensationelle Hauptpost, der Wiedervereinigungspalast, die typischen Garküchen, der Ben-Thanh-Markt: Die letzten Stunden vor Ihrem Abflug in Saigon 15 rasen. Erzählen Sie nach Ihrer Landung in Frankfurt 16 nur in leicht verdaulichen Dosen, was Sie erlebt haben. Man könnte es sonst für ein Märchen halten.
Sapa - 16 Tage Wunderwelten-Reise
97,1 100 36
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