Frankfurt 1 am Nachmittag ist nicht der schlechteste Zeitpunkt, um Ihre glanzvolle Reise mit einem Frühstück in Bangkok 2 zu beginnen. Die Stärkung können Sie auch brauchen, denn kurz danach sitzen wir bereits im Longtail-Boot zu der kleinen Kunstgalerie Baan Silapin. Schwarzgoldlack-Gemälde, Lackschnitzereien mit Perlmutteinlagen und die berühmte Silberschmiedekunst von Chiang Mai. Wenn sich aus der Mitte des Weltmeeres der Weltenberg Meru erhebt, auf dessen Spitze der vedische Gott Indra seinen Palast hat, dann sind wir am Tempel der Morgenröte angekommen. Wat Arun, wie er abgekürzt genannt wird, gibt uns einen ersten Einblick in die allgegenwärtige Kultur des Buddhismus. Der Rest des vollen Tages verglüht glücklicherweise im Sitzen, begleitet von thailändischen Spezialitäten und einem überwältigenden Blick auf den Fluss: Sonnenuntergang im Restaurant »River Vibe«.

Großer Palast in Bangkok (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)

Wenn man den Murmelgesängen der Mönche lauschen möchte, heißt das früh aufstehen. Das Expressboot bringt uns nach Wat Pho zum Tempel des liegenden Buddha. Die 46 Meter lange vergoldete Statue, seine Fußsohlen aus Perlmuttintarsien, die Juwelenmauer und der Medizinpavillon mit den historischen Wandmalereien zur Thai-Massage führen heute schon zu der Frage, wie wundervoll das noch werden soll. Warten Sie’s ab, und weil Sie sich im Labyrinth der Altstadt schon längst nach den Gerüchen umgedreht haben, die durch die Gassen wehen, mischen wir uns unter die, die in Bangkok 3 zu Hause sind. Jedes Lächeln bringt ein Lächeln zurück. Und falls Ihnen an manchem Küchenstand das Lächeln vergehen sollte, tun Sie es trotzdem. Vor allem: Probieren Sie das Unidentifizierbare und entdecken Sie einen Kosmos an neuen köstlichen Aromen.

Zeitlos (© Heinz Peter Schneider / Chamäleon)

Dieser Tag sollte 48 Stunden haben. Denn die 33 Könige, die sich in der ehemaligen Residenzstadt Ayutthaya 4 die Klinke in die Hand gaben, sind nicht ohne ein glorifizierendes Erbe abgetreten. So wuchs die Stadt zu einer der prachtvollsten in ganz Südostasien. Die Könige gingen, ihre Tempel blieben. Wenn wir trotz Tuk-Tuk nicht alle schaffen, so doch die großartigsten: Wat Yai Chai Mongkon, Wat Mahathat und Wat Phra Sri Sanphet mit den drei glockenförmigen Chedis. Seit jeher der Schönste, weshalb er nicht für Mönche, sondern ausschließlich der königlichen Familie vorbehalten war. Wenn auch einige der Geschichten ins Reich der Legenden gehören, das märchenhafte Hotel Legendha Sukhothai ist sehr real.

Reisbäuerin bei der Feldarbeit (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Mittendrin statt nur dabei. Diese Chamäleon-Philosophie bestätigt sich kaum eindrucksvoller als knietief im Wasser eines Reisfeldes. Wie Sie dorthin kommen? Nun, einfach in die farbenfrohe Arbeitsuniform eines Reisbauern geschlüpft und dann ab in die Felder. Wir haben auch einen Wasserbüffel gemietet, damit Sie den Pflug nicht alleine ziehen müssen. Wenn Sie bleiben wollen, genügt ein Wort, andernfalls müssen Sie die Uniform wieder hergeben und in die Bummelbahn umsteigen, die Sie 700 Jahre zurück in den Geschichtspark von Sukhothai 5 bringt. Zum Tempel der großen Reliquie, zum Palasthügel, zum Kloster im Silbersee. Alles Weltkulturerbe, aber das haben Sie sich bestimmt schon gedacht.
Bauer mit Ochsen bei der Feldarbeit (© Chamäleon)
Im Dorf Ban Na Ton Chan gibt es nicht viel zu tun, weshalb sich die Frauen auf eine Abwechslung freuen. Sie stehen bereits am Herd, während wir noch durch den idyllischen Norden fahren. Dann ist es so weit: Einladung zum Mittagessen. Lächeln beim Kauen gilt als höchstes Kompliment. Nächster Gang: Seidenweberei, die Herstellung von Holzspielzeug und Stoffe färben. Auch wenn Sie gerne bleiben würden, müssen wir noch einmal 500 Jahre zurück. Nach Lampang 6 7, wo trotz der wechselvollen Geschichte aus Eroberungen und Aufständen wenigstens die Tempel stehen geblieben sind. Von allen Kostbarkeiten, die den jahrhundertelangen Streit der Khmer, Birmanen, Burmesen und Siamesen um Lampang überstanden, ist der buddhistische Tempel Wat Phra That Lampang Luang der beeindruckendste. Mit goldenem Kegeldach, heiligem Chedi und dem buddhistischen Gesetzesrand in Gold auf rotem Lack wird er als der schönste in ganz Thailand gepriesen. Dem werden Sie zustimmen, vorausgesetzt, Sie finden Ihre Sprache wieder.
Sonnenuntergang am Wat Phra That Khao Noi (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Die einsame Bergregion hat Nan 8 lange davor geschützt, ins Blickfeld habgieriger Eroberer zu geraten. Lediglich die Könige von Chiang Mai forderten Tribut, der um des lieben Friedens willen gerne gezahlt wurde. Dieser glückliche Umstand mag dazu beigetragen haben, dass in Nan die überlieferten Sitten und Gebräuche der Lan-Na-Kultur lebendig geblieben sind. Wir tragen ein Stück dazu bei und schreiben uns in einen Tung-Workshop ein, um eine der bunten Gebetsfahnen herzustellen, die bei keinem spirituellen Fest in Thailand fehlen dürfen. Die Segnung durch einen Mönch gehört unbedingt dazu, dann hält Buddha seine schützende Hand auch über Ihren Lebensweg. Was er ohnehin getan hätte, denn im sagenhaft schönen Tempel Wat Phumin segnet er in vierfacher Ausfertigung jede Himmelsrichtung. Und bei mindestens einer sind auch wir gemeint.
Gebet (© Christiane Meyer / Chamäleon)
Ursprünglich zur Bewässerung der umliegenden Reisfelder angelegt, gehört der riesige Phayao-See heute zu den wichtigsten Feuchtgebieten des Landes. Der Wat-Tilok-Aram-Tempel hatte dabei das Nachsehen, denn er versank samt Buddhas und goldenen Glöckchen in den künstlichen Fluten. Wie lange noch, diese spannende Geschichte erzählt Ihnen Ihr Reiseleiter. Das »Land der Millionen Felder« war für einige Zeit das Zentrum des Königreiches Lan Na, aus dem im 13. Jahrhundert die Stadt Chiang Rai 9 hervorging. Ist lange her, aber die außergewöhnlichen Kunstschätze dieser Epoche haben die Zeit überdauert. Und da wären dann noch die Elefanten. Tierische Kunstwerke, die am König-Mengrai-Monument dem Gründer der Stadt geweiht sind. Aber warum? Dafür hat Ihr Reiseleiter wieder eine fantastische Erklärung.
Dreiländereck Thailand, Laos und Myanmar (© Exotissimo Travel Thailand / Chamäleon)
Wo Thailand, Myanmar und Laos aufeinandertreffen, da liegt das viel gepriesene Goldene Dreieck 10 11, das der Legende nach seinen Namen von dem Gold erhielt, mit dem die chinesischen Händler in früheren Zeiten den Schlafmohn bezahlten. Wo am Fuße der bewaldeten Berge ein geschwungenes Band silbrig glänzt, da fließt breit und gemächlich der Mekong, an dessen Ufern verlassene Tempel Wache schieben. Wir aber besteigen ein Longtail-Boot und lassen uns an der Grenze zu Laos durch die Stille der Landschaft treiben. Im Tempel des goldenen Pferdes hat sich der Muhammad Ali der Mönche einer neuen Aufgabe verschrieben, dem Kampf gegen den Drogenkonsum. Der einst berühmte Thaiboxer Phra Khru Ba Neue Chai gibt gefährdeten Kindern ein neues Zuhause und bringt sie als reitende Mönche auf einen guten Weg.
Mutterglück (© A. Schuhmacher-Plesse / Chamäleon)
Auf die Frage, was denn das Erstaunlichste in Thailand war, werden Sie vielleicht einmal antworten: die Gegensätze. Damit Sie mehr darüber erzählen können, besuchen wir nahe Chiang Mai 12 in einem der winzigen Dörfer, die wie Punkte auf einem Mohnbrötchen das Land bedecken, Herrn Prapat. Zutritt nur in »fisherman’s pants«, also dem traditionell schlabbrigen Dress-Code der Landarbeiter. Die überlieferten Regeln der Dorfarchitektur, handwerkliche Webtechniken, das Flechten von Körben, damit vergehen zauberhafte Stunden. Und wenn der kleine Hunger kommt, bitte Platz nehmen am gedeckten Tisch. Von wegen. Herr Prapat erklärt, was es werden soll, dann Messer und Kochlöffel hervorgeholt und los geht’s. Gemeinsam sind wir leckerer.
Mönche besuchen den Wat Phra That Doi Suthep (© Mathias Conze, Macopi / Chamäleon)
Wo die Pagode in der Morgensonne leuchtet und goldene Buddhas unsere Ankunft segnen, da thront der Wat-Phra-That-Doi-Suthep-Tempel. Niemals zuvor waren Sie so stumm vor Glück. Und das bleibt so, denn unmittelbar nach einem Spaziergang im Doi-Suthep-Nationalpark 13 folgt tief im Wald der Wat-Umong-Tempel, der nur durch einen Tunnel betreten werden kann. Wer durchkommt, den segnen die Mönche in einer privaten Zeremonie. Hoffen wir, dass der Segen unsere kulinarischen Eskapaden einbezieht, denn auf dem Warorot-Markt arbeiten wir uns durch die Essensstände der einfachen Leute. Schmeckt’s oder zu scharf? Zu Hause können Sie ja wieder Maggi nehmen, denn am Abend geht Ihr Flieger von Chiang Mai via Bangkok zurück nach Frankfurt 14. Und wenn es sich dabei auch nicht um die »Morgenröte der Glückseligkeit« handelt – vielleicht tröstet Sie der Gedanke, dass Sie jederzeit wiederkommen können.
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