Zurücklegen in Frankfurt 1, aufwachen in Doha und noch einen Hopser nach Colombo 2 und schon sind Sie in Holland. Häh? Oh ja, Portugal auch, Großbritannien sowieso. Das kommt alles noch, aber nirgendwo ist die Vergangenheit so schön stehen geblieben wie im kolonialen Negombo, weshalb es auch den Zusatz »das Rom Sri Lankas« tragen darf. Das Beacon Beach Hotel – nicht zu verwechseln mit Bacon, obwohl man hier ebenfalls herrlich brutzeln könnte – kämpft mit den Palmen um die Vorherrschaft am Strand, während Sie sich in einem der umliegenden Restaurants durch das Angebot köstlicher Currys kämpfen.
Tempel in Anuradhapura (© Harry Laub / Chamäleon)
Im Alter von 35 Jahren saß Siddhartha Gautama unter einer Pappelfeige, als Hass, Begierde und Unwissenheit von ihm abfielen und er zu Buddha wurde. Ein Zweig dieser Pappel kam mit den Missionaren nach Sri Lanka und wuchs in über 2.000 Jahren zum ältesten dokumentierten Baum heran, der wichtigsten Pilgerstätte in der ehemaligen Hauptstadt Anuradhapura 3. Dazu der alte Brazenpalast mit seinen 1.600 Steinsäulen und die alles überragende Stupa Ruwanwelisaya. Sie zusammen ergeben unser erstes UNESCO-Weltkulturerbe. Die 60 Seen im Wilpattu-Nationalpark hätten es auch verdient, vererbt zu werden, aber wegen der Krokodile und Leoparden hat sich das Komitee nicht reingetraut. Im Gegensatz zu uns.
Affenfamilie (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Wie die Lehren des Buddha – der im schneeweißen Thanthirimale-Tempel in allen Größen und Lagen verehrt wird – flogen von Afrika die Samen des Baobabs über den Indischen Ozean. In Mannar 4 sind sie gelandet und fühlen sich seit 700 Jahren sauwohl. All jene, die in dieser Zeit gegen die Festung von Jaffna 5 angerannt sind, wurden nicht halb so freundlich empfangen wie wir im Nallur Kandaswamy Kovil, dem bedeutendsten Hindu-Tempel im Norden Sri Lankas. Auf eine seelische Reinigung folgt die körperliche, denn den Thermalquellen von Keerimalai wird nachgesagt, dass sie für und gegen alles helfen. Na denn mal los.
Palmenstrand (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
So friedlich wie heute war es im Norden des Landes nicht immer, und die Spuren des Bürgerkrieges sind in Kilinochchi noch sichtbar, wo die tamilischen Separatisten bis 2009 den unabhängigen Staat Tamil Eelam forderten. Jahre des Aufruhrs, aber ein Wimpernschlag gemessen an der Geschichte von Trincomalee 6 7 8, wo der erste Eindruck von Traumstränden geprägt ist, die offenbar kein Ende nehmen. Jedenfalls die nächsten drei Tage nicht. Auf zärtliche Stunden am Backpulver-Strand des Anilana Nilaveli Resorts folgen cocktailbunte Sundowner-Phasen an der Roof-Top-Bar, wobei Sie dann immer noch nicht im Spa waren. Sie wissen schon: Ayurveda und so.
Alter Baumriese (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Genug gewellnesst. Es wäre mal wieder Zeit für ein UNESCO-Weltkulturerbe. Dabei überrascht immer wieder, welche zwischenzeitlich verschütteten Fähigkeiten zur Kultur der Antike gehörten. Wie andernorts Kanalisation, Bäder und Fußbodenheizungen, zeugt der archäologische Park von Polonnaruwa 9 von genialen Bewässerungstechniken und einer Tempelarchitektur, vor der man nur den Hut ziehen kann.
Eingang zum Tempel auf dem Löwenfelsen (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Dann folgt auch gleich das nächste UNESCO-Weltkulturerbe: die Felsenfestung von Sigiriya. Zugegeben eine Herausforderung, denn der Monolith ragt 200 Meter senkrecht aus dem Wald, und die Aussicht auf Lustgärten, barbusige Wolkenmädchen und die historisch bedeutsame Spiegelwand, lässt mangels Aufzug keine andere Wahl als den Aufstieg. Aber den werden Sie allein schon der Aussicht wegen nicht bereuen. Komfortabler geht es danach mit dem Safariwagen durch den Minneriya-Nationalpark 10, um Elefanten, Lippenbären, Wasserbüffeln und vielleicht auch Leoparden den Weg abzuschneiden.
Höhlentempel von Dambulla (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Sie werden es kaum glauben, aber es steht schon wieder ein UNESCO-Weltkulturerbe an. In Dambulla geht es nicht steil nach oben, sondern tief in die größte Tempelhöhle des Landes mit ihren 153 Buddhas. Schöne alte Welt. Aber es kommt noch schöner. Mit einem einzigen süßen Wort ist die gesamte Geschichte des »Königreichs auf dem Berg« erzählt: Kandy 11, unser Weltkulturerbe Nummer fünf. Prunk und Herrlichkeit signalisiert das goldene Dach des Zahntempels, wo der sorgsam gehütete linke obere Eckzahn Buddhas die Pilger in Verzückung versetzt. Das geht Ihnen nachher auch so, denn das Thilanka Hotel verfügt über einen Pool auf der Dachterrasse mit umwerfendem Blick über die Stadt und den Kandy-See.
Religiöse Prozession in Kandy (© Harry Laub / Chamäleon)
Wo auch immer die singhalesischen Könige versucht haben, ihren Reichtum zur Schau zu stellen, konnte die Natur mithalten. So wurde der Peradeniya-Garten bei Kandy 12 zum schönsten in ganz Asien. Sie können Bäume umarmen oder so lange Blüten zählen, bis Sie sicher sind, dass Sie nicht träumen, denn der Nachmittag gehört Ihnen allein. Vielleicht reicht es aber doch noch über den Markt oder ins Edelsteinmuseum für ein kleines kornblumenblaues Sapphire – pardon – Souvenir.
 
Yoga am Strand (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Über die sichtlich schönste Bergstrecke der Welt führt unsere Route am nächsten Morgen durch die legendären Teeplantagen ins Hochland nach Nuwara Eliya 13. »Oh, my dear!«, galt zu britischen Zeiten als höchster Grad der Entzückung, wenn um 5 Uhr p.m. ein First Flush serviert wurde. Nix verstehen? Nun, das lässt sich ändern. Heute erfahren Sie auf einer Teeplantage alle Geheimnisse des aromatischen Blattwerks, die im Wesentlichen aus harter Arbeit bestehen.
Teeplantagen auf den Nuwara Eliya Terrassen (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Kein Hochland ist so hoch, dass es nicht noch höher ginge. Steile Kurven sind der Preis dafür und unsere in den Horton-Plains-Nationalpark 14 sind besonders steil. Auf 2.310 Meter wabern riesige Nebeltücher über die Landschaft und eiskalte Bäche sorgen dafür, dass das Grün saftig ist. Wie auf Wolke 7 wandern wir zum »World’s End«, durchmessen unberührte Ebenen und ausgewaschene Flussbetten, die eigentlich Sambarhirschen und Schlankloris vorbehalten sind. Lohn der Mühe: Tea Time nach britischem Vorbild, und wenn wir schon halb in England sind, dann auch gleich noch zum Gregory-See, wo die Misses mit Schirm Bötchen gefahren sind.
Ausblick auf das Hochland im Horton-Plains-Nationalpark (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Wo viel Feuchtigkeit ist, sind auch Wasserfälle nicht weit. Sehr dekorativ stürzt sich der Ravana-Fall von einer ovalen Felsnase 25 Meter in die Tiefe. Er lohnt einen Stopp auf unserer Fahrt durch dichten Dschungel nach Kataragama in den Yala-Nationalpark 15. Axishirsche, Pfaue und wilde Elefanten sehen wir auch unterwegs schon, aber im Yala wird es einem schnell mulmig, denn dort streift die größte Leopardenpopulation der Welt durch die Büsche. Im übrigen steht Kataragama für das Gegenteil, nämlich Seelenheil. Denn in seinem berühmten Tempel fließen die Elemente des Karma Yoga, Bhakti Yoga, Raja Yoga und Jnana Yoga zusammen. Etwas Besseres kann Ihnen bei unserer Puja-Zeremonie nicht passieren.
Leopard (© Udaya Wijesoma / Chamäleon)
Können Sie sich noch an die ersten Stunden Ihrer Reise erinnern? Das Lüftchen wie Samt und Seide? Das Lebenselixier in Türkisgrün? Das Glücksgefühl unter Palmen und dieser Strand mit dem Sand, aus dem Eieruhren gemacht werden? Gehen wir recht in der Annahme, dass Sie einer Wiederholung nicht ablehnend gegenüberstehen würden? Haben wir schon vermutet und in Ahangama 16, wo die Stelzenfischer zuhause sind, die besten Plätze reserviert. Nur hinlegen müssen Sie sich selbst.
Stelzenfischer in Sri Lanka (© iStockphoto / Chamäleon)
Fällt bestimmt nicht leicht, sich noch einmal aufzurappeln, aber unser sechstes Weltkulturerbe wäre es wert. Galle 17, der einst portugiesische, dann niederländische und schließlich britische Seehafen, verbirgt hinter den meterdicken Mauern seiner Festung eine märchenhafte, multikulturelle Altstadt. Ein Spaziergang durch fast 400 Jahre abenteuerliche Geschichte, aus der jede der Kolonialmächte von ihrer Kultur etwas liegen gelassen hat.
Leuchtturm am Hafen von Galle (© Gerrit Groenewold / Chamäleon)
Urwald oder Stadt, zwischen diesen Gegensätzen muss man sich in Colombo schon mal entscheiden. Wir nehmen den Urwald, genauer die Lagunensümpfe des Madu Ganga 18 für eine letzte Reise durch den Naturzauber Sri Lankas. Hier schließt sich der Kreis, und Colombos 19 chaotischer Kauf- und Tauschmarkt Pettah ist die Chance auf ein kitschiges Souvenir. Muss ja keinen Sinn ergeben. Hauptsache, es erinnert Sie daran, wie schön die Welt mit Chamäleon ist. Dann wird es Zeit für den Flughafen, sonst sind Sie in Frankfurt 20 nicht dabei. Aber ehrlich gesagt: Sooo schlimm wäre das nun auch nicht. Schauen Sie mal in unser Anschlussprogramm.
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