Das nennt man einen fliegenden Start: Nachmittags ab einem Wunschflughafen in Deutschland 1 via Istanbul nach Nepal und um die gleiche Zeit des folgenden Tages bereits in der Fahrradrikscha zu den Pagoden und traditionellen kleinen Läden in der Altstadt von Kathmandu 2. Welch ein verzaubernder Szenenwechsel, aber es kommt noch besser. Einst galten Städte bereits als Königreiche, und das Kathmandu-Tal 3 ist voll davon. Vor allem voll mit Tempeln, Palästen und Legenden von blühendster Fantasie: Swayambhunath, der Tempel, der sich selbst erschuf. Die Palastanlage Pashupatinath, wo die Verbrennung ihrer Leichen mit duftendem Sandelholz das Lebensziel gläubiger Hindus ist. Der Stupa von Bodnath, wo in Vollmondnächten zigtausende Butterlämpchen zu einem Mandala gelegt werden. Rituale, die den verständlichen Wunsch nach einer Wiedergeburt wecken.
Annapurna-Panorama (© isoft, iStockphoto.com / Chamäleon)
Allein die Fahrt von Kathmandu nach Pokhara 4 durch die Zicks und Zacks des Himalaya ist schon ein Erlebnis. Aber das Spiegelbild der Annapurna-Kette im topfebenen Phewa-See ist unschlagbar. Wir nehmen das Boot, um dieses hinreißende Szenario im Doppelpack zu erleben. Und im tropischen Garten der Fishtail Lodge holen wir uns gleich danach einen Vorgeschmack auf das Filmprogramm der kommenden Tage: schneebedeckte Achttausender, das Sehnsuchtsziel aller Alpinisten. Wir bleiben noch einen Tag in Pokhara 5, um einen hinduistischen Hochzeitstempel, ein tibetisches Flüchtlingslager und die Davids-Wasserfälle zu sehen, die wie am Schnürchen gezogen in ein Loch stürzen und sich damit auf Nimmerwiedersehen verabschieden. Für den Nachmittag empfehlen wir das optionale Schonprogramm auf dem See oder dem Fahrrad, denn ab morgen müssen Sie stark genug für die siebentägige Flut an Bildern sein, die Sie so noch nie gesehen haben.
Stupa am Wegesrand (© Chamäleon)
Der Höhenunterschied von 1.100 Metern in Phedi auf 1.900 Meter in Pothana 6 sieht auf den ersten Blick moderat aus. Aber Sie müssen Ihre Stopps mitzählen, wenn sich auf den Naturtreppen überwältigende Blicke in die Kulisse der Siebentausender auftun. Nach fünf bis sechs Stunden erreichen wir das erste der privaten Gästehäuser, in denen wir während unserer gesamten Wanderung übernachten. Von Pothana führen 200 Höhenmeter über einen Bergkamm in die Bilderbuchlandschaft von Bhickok Deurali und bergab bis nach Landruk 7. Dann wird in den bewaldeten Schluchten des Annapurna-Massivs 8 der Blick enger. In vier bis fünf Stunden haben wir die Bergbauern der Gurung erreicht, über deren schindelgedeckten Bauernhäusern die gewaltigen Eistürme der Annapurna Süd und des Hiunchuli stehen. Wie sich das Leben in dieser schockierend schönen Einöde entwickelt hat, erfahren Sie im historischen Teil des Dorfes.
Blütenpracht (© Beate Schulte / Chamäleon)
Wenn die Landschaft aus lauter grünen Zuckerhüten besteht, sind Hängebrücken oft die einzige Möglichkeit, voranzukommen. Auch unseren Treck nach Tadapani beginnen wir schwebend. 600 Meter Höhe überwinden wir durch Reisfelder und Bergdörfer hindurch, die oft nur aus wenigen Hütten bestehen, dann müssen Sie den Kopf weit in den Nacken legen, denn die 7.219 Meter der Annapurna Süd 9 liegen direkt vor Ihnen. Wir legen noch einmal 250 Meter Höhe drauf und genießen dabei eine Farbkombination, die Piet Mondrian blass aussehen lässt: Wälder in tiefstem Grün, dahinter reinstes Himalaya-Weiß und alles überstrahlt von einem königlichen Blau.
Bergidylle im Himalaya (© Annegret Zychla / Chamäleon)
Den ewigen Streit, ob die Majestäten der Annapurna-Kette 10 in morgendlichem Gelbweiß oder abendlichem Orangerot besser leuchten, haben wir für Sie entschieden. Wir sind pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Poon Hill 11 und erleben in doppelter Hinsicht einen Höhepunkt: 3.210 Meter näher bei Gott und ein Blick auf sein Werk, der die Seele berührt. Von nun an geht’s bergab. Durch das malerische Dorf Ulleri zurück nach Pokhara ins Begnas-Tal 12. Das Ruderboot bringt uns zum Begnas Lake Resort, ein Stück vom Paradies, um auszuruh’n und nichts zu tun.
Gebetsmühlen in Nepal (© Renate Wegner / Chamäleon)
Eingebettet in dichte Wälder mit plätschernden Bergquellen, liegt das Resort wie eine Perle in der Fassung der Himalaya-Riesen. Wir nehmen den »freien« Teil durch Haselnusshaine und Reisfelder ins Bergdorf Begnas 13. Noch einen tiefen Blick ins Antlitz von Machhapuchhre, Dhaulagiri und Co., dann heißt es Abschied nehmen von dem Farbenorchester der Mächtigen, denn wir »stürzen« am nächsten Morgen praktisch auf null, an das Ufer des Rapti-Flusses zur Temple Tiger Jungle Lodge direkt am Chitwan-Nationalpark 14 15, wo das ideale Verkehrsmittel für Ihre erste Safari durch die märchenhafte Landschaft schon bereitsteht: Benjamin Blümchen in der indischen Ausführung. Gutmütig, belastbar und mit eingebauter Vorfahrt. Safari zwei führt uns mit Boot, Jeep, per pedes und am Ende noch mit dem Ochsenkarren durch dieses Bilderbuch der Natur, wo sich außer uns auch der Bengalische Tiger, das Indische Panzernashorn, Warane, Gelbkopfschildkröten, Fischkatzen, Sumpfkrokodile und weit über 500 Vogelarten tummeln. Nur sind wir diejenigen, denen abends an der Bar der Temple Tiger Jungle Lodge noch ein Bier ausgeschenkt wird.
Innenstadt von Bhaktapur (© Sabine vom Bovert / Chamäleon)
Die Tasse Tee, die wir als Gast in einer nepalesischen Familie trinken, soll nervenstärkende Wirkung haben, denn das Weltkulturerbe Bhaktapur 16, zusammen mit Patan und Kathmandu die besterhaltene Königsstadt, wird Ihnen heute zu Füßen liegen. Zuerst von der Dachterrasse des Hotel Heritage, weil Sie von dort über die Stadt und die zahlreichen Tempel nahe dem Nyatapola-Tempel blicken.
Bhakthapur (© Chamäleon)
Und dann einen wundervollen Tag lang, mit dem Goldenen Tor am Durbar Square, dem Priesterhaus Pujari Math, den Stadttempeln und ihren sagenhaften Holzreliefs, und einem Einblick in das Schulleben der Kinder inklusive. Wo es Ihnen in Bhaktapur 17 am besten gefallen hat, da haben Sie noch ein paar Stunden für sich, bevor schließlich unser Abschiedsessen von der faszinierenden Kultur Nepals ansteht. Dann geht am Morgen der Flieger ab Kathmandu und bringt Sie via Istanbul zurück nach Deutschland 18 auf den Boden des Alltäglichen. Immerhin wissen Sie jetzt, wo das Glück wohnt.

Noch mehr Gänsehaut

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