Mittags in München beginnt das Märchen, und weil auch Sie darin vorkommen, lehnen Sie sich entspannt zurück und träumen Sie bis Delhi von Ihrem Einzug in das unglaubliche »Land der Könige«. Nicht alle trugen mit Edelsteinen besetzte Gewänder, und so beginnen wir im Gandhi Memorial Raj Ghat, wo Delhi 1 2 die »große Seele« des Landes ehrt. Die Freitagsmoschee Jama Masjid mit dem Fassungsvermögen von 20.000 Gläubigen gibt einen ersten Eindruck von der monumentalen Pracht, die Sie ab heute begleitet. Und kaum, dass Sie dieses Prunkstück verdaut haben, folgt das rätselhafte Meisterwerk der Steinmetze: die Siegessäule Qutub Minar, von unten bis oben überwältigende Kunst und deshalb UNESCO-Weltkulturerbe. Dagegen sind Uromas Nähmaschinen in der Sanshil Foundation for Welfare ein Ausflug in die Zeit der Industrialisierung und dennoch ein Segen für die Frauen der untersten Kaste, für die sich mit Unterstützung der Chamäleon Stiftung die Hoffnung auf ein unabhängiges Leben erfüllt.

Treppen am Wasser von Pushkar (© Alexander Sass / Chamäleon)

Rund sechs Stunden genießen Sie die Zugfahrt in der Executive Class durch das Land der Könige, dann sind Sie im Zentrum des Allerheiligsten. Pushkar 3 und mittendrin der See sind für gläubige Hindus das Ziel einer langen Reise, um sich von Sünden reinzuwaschen. Als Zeichen der Segnung tupfen die Brahmanen den Pilgern einen roten Punkt auf die Stirn. Der Rest von Pushkar sind heilige Terrassen, Imbiss very spicy und kleine Cafés in verwinkelten Gassen, wo das Leben ruhig dahintreibt. Aber Pushkar ohne eine Verehrung Brahmas geht gar nicht, und wir haben Glück. In seinem Tempel über dem Basar findet die abendliche Feuerzeremonie statt. Wir fahren standesgemäß im Kamelkarren zu dem Heiligtum und stellen selbstverständlich auf den Tempeltreppen unsere Schuhe ab. Pushkar by night können Sie danach so lange genießen wie Sie möchten. Mit einem betörenden Blick über die Stadt im Pushkar Palace direkt am See.

Händlerin auf dem Basar (© Chamäleon)

Heute sollen Sie in Deogarh 4 endlich erfahren, warum das Essen so gut schmeckt. Bei einer Kochshow im Palasthotel Deogarh Mahal dürfen Sie in Töpfe und Pfannen gucken, um hinter die Geheimnisse der indischen Küche zu kommen. Und weil gutes Essen träge macht, gehört der Nachmittag der Entspannung am Pool oder einer optionalen Ayurveda-Massage. Sightseeing im Komfortmodus geht auch: Auf der Dachterrasse einmal um die eigene Achse reicht völlig für das beeindruckende Bergpanorama. Und die paar Schritte zum Basar – nun ja, er beginnt direkt vor dem Hotel.

Stadtpalast in Udaipur (© Skouatroulio, iStockphoto.com / Chamäleon)

Wo elf Paläste hoch über der Stadt wachen, liegt das Venedig des Ostens. Berühmte Kinofilme sind in Udaipur 5 gedreht worden, denn der mit Kulturgütern gespickte Jagdish-Tempel im Pichola-See und der Stadtpalast des Maharadschas, dem unser Fateh Prakash Palace angeschlossen ist, sind Kulissen von ergreifender Schönheit. Ob es diese Preziosen, die Bootsfahrt am Abend, die Kunst der Miniaturmalerei oder die Badezeremonien an den Ghats sind, die diesen Tag so zauberhaft machen, ist am Ende schwer zu sagen. Nur eins ist sicher: In Venedig kommen Sie mit dem Fahrrad nicht durch, hier geht es. Und so kommen wir am nächsten Morgen in den Genuss einer Intensivtour durch die Kulturschätze der Altstadt. Endstation Pichola-See. Haben Sie auch den Taschenrechner nicht vergessen? In Ranakpur 6 müssen Sie immerhin 1.444 Säulen zählen, zauberhafte Marmorskulpturen bewundern und ein architektonisches Kunstwerk fassen, das Sie sonst fassungslos zurücklässt: der Jain-Tempel, Bindeglied zwischen der materiellen und der spirituellen Welt des Jainismus. Am Poolquadrat im traumhaften Innenhof des historischen Palasthotels Rohet Garh können Sie diese Wucht an Eindrücken ausklingen lassen.

Indische Opiumraucher (© Jürgen Gelleszat / Chamäleon)

Aber vielleicht hilft auch eine Prise Opium, dann kommen wir im Dorf Bishnol gerade recht zur Opiumzeremonie. Wenn Sie danach alles in Blau sehen, hat dies allerdings nichts mit der Zeremonie zu tun, denn wir sind in Jodhpur 7, der blauen Stadt. Den schönsten Blick auf die Erkennungsfarbe der obersten Kaste haben Sie vom gewaltigen Mehrangarh Fort. Die Reichtümer der königlichen Familie und der Zuckerbäckerpalast Jaswant Thada sind geeignet, den unvorbereiteten Besucher umzuhauen. Besser nicht, denn wir brauchen Sie noch für einen Kamelritt in den Sonnenuntergang. Einmal durch die unberührten Sanddünen des Samsara Desert Camp und pünktlich wieder zurück für die Nacht der Nächte im Fünf-Sterne-Beduinenzelt.

Kamele bei Khuri in der Halbwüste Thar (© Mathias Conze / Chamäleon)

Der Morgen beginnt, wie der Abend geendet hat. Vom Samsara Desert Camp aus unternehmen wir eine Geländewagenfahrt durch die atemberaubende Landschaft der Wüste Thar 8 zu den bunt gekleideten Volksgruppen Rajasthans. Aber Gold ist immer noch die schönste bunte Farbe, und wo, wenn nicht in der goldenen Stadt, wäre der beste Ort, um sich einmal richtig sattzusehen. Am Nachmittag ist es so weit. Vor Ihnen liegt ein Kapitel aus 1.001 Nacht, ein unglaubliches Kapitel, weshalb wir einen ganzen Tag für das mittelalterliche Jaisalmer 9 reserviert haben. Die aufgehende Sonne bringt das Märchen zum Leuchten: den Palast Raj Mahal, Sitz des Königs, den Lakshminath-Tempel, die Jain-Tempel, die unvorstellbar reichen Kaufmannspaläste. Und wenn Sie am Ende gar nicht mehr wissen, wo Sie noch hinsehen sollen – im Palasthotel Rang Mahal sind die Sterne immer mitgebucht.

Karnimata - Tempel der Ratten (© Karl-Heinz & Maritta Stehfuß / Chamäleon)

War in Jaisalmer die Welt noch sandsteingold, kommt in Bikaner 10 ein dominierendes Rot dazu. Rotgold gewissermaßen. Die Assoziationen machen vielleicht nicht ganz so glücklich, aber der Rattentempel ist tatsächlich das Zuhause Tausender zahmer Ratten, die von den Anhängern des Karni Mata hoch verehrt werden. Binden Sie vorsichtshalber Ihr Hosenbein zu, denn Sie werden freudig empfangen. Und sollten Sie in dem Gewusel eine weiße Ratte entdecken, dann war das für heute Ihr gutes Karma. Ansonsten muss man sich im Rajasthan der Könige daran gewöhnen, dass ein Palast selten allein kommt. Aber das Junagarh Fort von 1588 ist der Gipfel. Sagen Sie nichts, lassen Sie Ihre Augen übergehen, geblendet von einem Reichtum, der alles Vorstellbare übersteigt.

Junagarh Fort in der Thar Wüste (© Chamäleon)

Königsblau hatten wir schon, Gold war die Wüste, und von Amethyst, Smaragd und Turmalin bis Rubinrot haben wir nahezu alle Edelsteine gesehen, aus denen man Jahrtausendbauwerke schaffen kann. Fehlt noch die Farbe der rajasthanischen Gastfreundschaft, das Pink einer ganzen Stadt: Jaipur 11 12, die Metropole von Rajasthan und unübersehbares Kulturzentrum. Der sagenhafte Palast der Winde mit seinen 953 kunstvoll gestalteten Fensterchen, der Stadtpalast Jai Singh II., das Observatorium aus einem einzigen Stein und am Abend Bollywood, das Selbstbewusstsein stärkende Filmevent mit Kirmesstimmung. Wir nehmen das Tuk-Tuk zum Film, und welches Erlebnis eindrucksvoller in Ihrer Erinnerung bleibt, wird sich noch zeigen. Schon klar, Sie halten uns für verrückt, wenn wir sagen, das Beste kommt erst noch. Amber, die alte Hauptstadt und Gipfel des Prunks, gehört zweifellos dazu. Oder wie würden Sie es nennen, wenn im Palast Sheesh Mahal so viele Spiegel die Wand- und Deckenornamente füllen, dass eine einzige Lampe ausreicht, um den ganzen Saal mit Licht zu fluten? Verzichten Sie darauf, nachzuzählen, hören Sie lieber gut zu, wie es sich zwischen all diesen Sensationen lebt. Das erzählt Ihnen eine indische Familie beim Abendessen im Schneidersitz.

Tiger streift durch das Unterholz (© Alexander Sass / Chamäleon)

Szenenwechsel. Das kleine private Hotel Ranthambore Regency liegt kaum zehn Minuten vom Reich der Königstiger entfernt, und wenn wir gegen Mittag dort ankommen, steht der offene Geländewagen für eine Safari durch den Ranthambore-Nationalpark 13 14 schon bereit. Der Tiger ist informiert, aber auch Leoparden, Krokodile, Axishirsche, Lippenbären, Antilopen, Indische Gazellen und eine farbenfrohe Vogelwelt wissen, dass wir zur Jagd ausschließlich die Kamera nehmen. Das Erlebnis wilder Tiere in ihrer natürlichen Umgebung macht Gänsehaut, weshalb wir am nächsten Morgen ein zweites Mal losziehen und nachdem der Tiger »erlegt« ist, noch einer Herzensangelegenheit nachgeben. Unterstützt von der Chamäleon Stiftung, kümmert sich die Schule Adarsh Manovikas Sansthan darum, dass behinderte Kinder und Jugendliche nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Unser Besuch beginnt immer mit einem großen Hallo.

Taj Mahal in Agra (© FVA IN / Chamäleon)

Merken Sie sich den Namen Fatehpur Sikri 15. Der Haremskomplex, die Audienzhalle, das Siegestor, das Mausoleum mit den aus Edelsteinen gestalteten Jali-Gittern – alles UNESCO-Weltkulturerbe, und vielleicht regt sich für einen Moment das Gefühl, dies könnte der schönste Tag Ihrer Reise sein. Aber das täuscht, denn nur wenige Stunden später sitzen Sie in Agra bereits am Yamuna-Fluss und werden mit Blick auf das alles überragende Taj Mahal dasselbe Gefühl wieder haben. Ihre Nacht im Four Points endet am nächsten Morgen mit einer Kutschfahrt zu der fantastischen als Wahrzeichen Indiens geltenden Grabmoschee, die der Großmogul Shah Jahan aus ewiger Liebe zu seiner 1631 gestorbenen Hauptfrau bauen ließ. 20.000 Handwerker konnten sich über die Fertigstellung des Taj Mahal nicht freuen, denn ihnen wurde eine Hand abgehackt, damit sie nie wieder solch eine großartige »Krone des Ortes« errichten konnten.

Rotes Fort in Agra (© Ulf Starke / Chamäleon)

Weltkulturerbestätten stehen in Agra 16 dicht bei dicht. Die gewaltige Rote Festung in Form eines Halbmondes war über Jahrhunderte das Machtzentrum der Mogulkaiser. Die Kaiser sind abgetreten, ihr unermesslicher Kulturschatz ist geblieben. Das Baby Taj genannte, sagenhaft kostbare Itimad-ud-Daula-Mausoleum leitet das Ende unseres Märchens ein, dann schließt sich der traumhafte Kreis. Auf dem Weg nach Delhi liegt noch Mathura 17, durch die Verehrung Krishnas zu Weltgeltung gekommener Wallfahrtsort des Hinduismus. Vielleicht sagt Ihnen Ihr Gefühl, dass es Zeit wäre für ein paar stille Worte der Demut an die höheren Mächte, die Sie 18 Tage lang durch eine unvergessliche Wunderwelt begleitet haben. Schaden kann es nicht. Ein Abendessen im Le Méridien Gurgaon Central Park ist alles, was wir Ihnen vor Ihrem Abflug nach München 18 noch bieten können. Dabei hätten wir Ihnen gerne noch so viel mehr gezeigt. Ein andermal eben, der nächste Chamäleon-Katalog kommt bestimmt.

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