Hand aufs Herz, was fällt Ihnen spontan zu Kolumbien ein? Nicht viel? Da geht es Ihnen ähnlich wie uns, und dann haben wir genauer hingesehen und außer Shakira, dem Musikexport Nummer eins, ein Land gefunden, das umarmt von Pazifik und Karibik eine phänomenale Kulturgeschichte, acht Weltkulturerbestätten, den Park San Agustín aus der Zeit der Götter und Dämonen und den ersten Goldrausch der neuen Welt bietet. Danach stand fest: Diese Reise muss sein. Sie beginnt in Deutschland mit Ihrem Flug nach Bogotá 1. Und wie sich das gehört, gibt es zur Einstimmung eine kolumbianische Begrüßung mit landestypischem Fingerfood und anschließendem ersten Eindruck von der Dachterrasse Ihres Hotels Casa Deco.
Goldmuseum in Bogota (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Wenn Sie je auf die Idee kämen, einen Verlängerungstag zu buchen, würden Sie ihn hier verbringen: auf der Plaza de Bolívar, dem 14.000 Quadratmeter großen Herzstück im alten Bogotá 2. Das ewige Rennen von Franziskanern, Dominikanern und Jesuiten um das eindrucksvollste Bauwerk ging an die Catedral Primada de Colombia. Der Kongress hat das Capitolio Nacional dazugestellt und die Franzosen am Alcaldía de Bogotá ihre kulturelle Handschrift verewigt. In die letzte Baulücke setzten die Generäle den monumentalen Justizpalast. Weniger klassizistisch, dafür mit viel Beton. Da waren die Hochkulturen der Azteken, Tolteken, Maya und Olmeken wählerischer, wozu ein Pflichtbesuch im Goldmuseum mit seinen 55.000 präkolumbianischen Exponaten gehört, darunter das berühmte goldene Muisca-Floß und die herzförmige Brust der Calima-Kultur.
Plaza Mayor in Villa de Leyva (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Verrückt, oder? Vor hundert Millionen Jahren war es noch Küste, heute liegt Villa de Leyva 3 immerhin 2.150 Meter hoch. Logisch, dass das paläontologische Forschungszentrum voll mit Fossilien ist. Dagegen ist das Kloster La Candelaria aus dem 17. Jahrhundert fast noch ein Neubau, jedenfalls wunderschön mit herrlichen Innenhöfen für Liebhaber von Rosenstöcken, Bougainvilleen und Weihnachtssternen. Wir bleiben noch etwas in der guten alten Zeit und wandern bei der Laguna de Guatavita 4 auf den Spuren des sagenhaften Goldlandes Eldorado zum Kratersee der Krönungszeremonien. Jeder neue Herrscher der Muisca brachte hier sein Opfer für den Sonnengott, indem er sich Goldstaub vom Körper wusch. Die Untertanen taten begeistert das ihrige und warfen noch ein paar Goldfiguren hinterher. Bis die Kunde davon nach Spanien drang und in der neuen Welt einen hemmungslosen Goldrausch auslöste.
Ausgrabungen in San Agustin (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Erschaffen in vorchristlicher Zeit bis etwa 700 n. Chr., untergegangen und vergessen, vor 250 Jahren erneut beschrieben und 1857 wiederentdeckt. Die herausragenden Zeugnisse der San-Agustín-Kultur 5 sind die Monolithen und Tempel im Wald der Skulpturen, die sich auf mittlerweile 400 Exponate summieren. Tier oder Mensch, Gottheiten oder Tempelwächter, das wird noch herauszufinden sein, denn zu der mysteriösen San-Agustín-Kultur sind noch viele Fragen offen. Das einzige, was im schönen Hotel Monasterio sperrangelweit offen ist, sind die Arme Ihrer Gastgeber. Alles andere unterliegt dem schweigenden Charme eines mittelalterlichen Klosters. Wunderbar.
Rio Magdalena bei San Agustin (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Zum Alto de los Ídolos, den kultheiligen Plätzen hoch über dem Tal, musste auch das San-Agustín-Volk 6 durch die Schlucht des Río Magdalena. Wir tun es ihm nach und lassen uns von der Faszination des archäologischen Parks in dieser gottnahen Umgebung in den Bann schlagen. Mit einem letzten Blick in das grüne Tal, wo sich der Río Magdalena gurgelnd durch eine Felsenenge quetscht, verabschieden wir uns aus dem Dunstkreis der Weltkultur.
Torre del Reloj in Popayán (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Sie haben es sicher schon bemerkt, die Anden liegen unübersehbar nah. Mit allem, was sie bei schönem Wetter zu bieten haben. Da ist die typische Hochmoorlandschaft mit den meterhohen Frailejones-Pflanzen, die es nur hier und in Ecuador gibt. Da entspringen die größten Flüsse Kolumbiens, um anschließend sternförmig in Richtung Pazifik, Karibik oder Amazonas zu fließen. Da liegt mit Zipfelmütze geschmückt der Puracé, mit zwölf Ausbrüchen im letzten Jahrhundert immer noch einer der aktivsten Vulkane. Durch diese Landschaft führt unser Weg, und wenn Sie nur noch Weiß sehen, sind wir in Popayán 7. Ganz in Weiß die Kirche, bezaubernd weiß die Kolonialbauten, schneeweiß das Torre del Reloj, reinweiß die Straßenlaternen. Und so weiter.
Markt in Silvia (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Sie lieben es bunt? Dann wird Sie unsere Stippvisite in der Indianergemeinschaft der Guambianos bei Silvia 8 auf neue Ideen bringen. Jedes Kleidungsstück ihrer Tracht ist ein Fest der Farben aus blauem Rock, Filzhut und dem charakteristischen Umhang. Wir werden genauso interessiert beobachtet wie umgekehrt, aber herzlich aufgenommen und eingeladen zum Mittagessen mit einem Stammesoberen, damit wir viel über ein Leben im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne erfahren. Den Kaffee trinken wir nicht hier, dafür gibt es Alcalá im Herzen der kolumbianischen Kaffeezone.
Cocoratal (© Svenja Kuonen / Chamäleon)
Wenn es das Cocora-Tal 9 nicht schon gäbe, wäre es ein Fall für Hollywood. Bis zu 50 Meter recken die Wachspalmen ihre Kronen wie Rasierpinsel in den Dunst des Nebelwaldes. Drumherum wogen Teppiche und Hänge von unverschämt sattem Grün. Wo, wenn nicht hier, ist wandern die Ultima Ratio für eine Verschmelzung mit der Natur? Und falls Sie wissen möchten, wo denn nun der versprochene Kaffee bleibt, der kommt gleich danach in Salento, einem malerischen Dorf im Dreh- und Angelpunkt der roten Bohnen. Pflanzen, pflegen, pflücken – hier dürfen Sie auf der Kaffeeplantage 10 selbst Hand anlegen oder sich zumindest zeigen lassen, auf welche Handgriffe es ankommt. Der Rest ist große Kunst und bleibt Betriebsgeheimnis. Nur das Resultat ist wieder für alle, und wenn Sie erst mal den Kaffee der Hacienda geschlürft haben, wird jede Tasse in Zukunft ein Déjà-vu-Erlebnis sein.
Kathedrale und Balkone in Cartagena (© Jess Kraft, iStockphoto.com / Chamäleon)
Eine Villa am Nationalpark, mit Hängematte auf der Terrasse und einem Blick über das grüne Dach des Dschungels zum Karibikstrand, gibt es nicht alle Tage. Für uns schon, schließlich geht es auf den kräftezehrenden Endspurt zu. Parque Tayrona 11 heißt der Ort des Balsams, und wie dick der aufgetragen wird, entscheiden Sie ganz allein. Das Picknick am Strand haben wir noch vorbereitet, aber dann folgt Ihre Kür im Sand, im Regenwald, in der Schaukelmatte, je nachdem, wo die Seele ihre liebe Ruh’ hat.
Souvenirs (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Es heißt, Cartagena 12 13 sei eine der schönsten Kolonialstädte Südamerikas. Das komplett ummauerte Zentrum mit den Stadtteilen Centro, San Diego und Getsemaní ist längst UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kathedrale und zahllose andalusische Paläste, das Viertel der Händler und das der kleinen Leute und Handwerker werden von der gewaltigen Festung San Felipe de Barajas beschützt, doch durch die engen Gassen weht nur noch ein Hauch von Piraterie. Viel zu schön für die Stunden, die uns bleiben, bis das Abendessen den letzten Erinnerungsbildern an ein unbekanntes, wunderbares Land dient.
Haustür im Viertel Candelaria, Altstadt von Bogotá (© Georg Rubin, KonTour Travel / Chamäleon)
Nehmen Sie die Bilder mit: von Cartagena 14 nach Bogotá und weiter nach Hause 15. Ergibt massenhaft Übergepäck, allerdings nur im Herzen und dort bemerkt es keiner.
San Agustín - 15 Tage Wunderwelten-Reise
97,9 100 10
EUR