Ein schneller Blick auf das Programm dieser Reise sagt schon alles: Nationalpark, Nationalpark, Nationalpark, Park, Park, Mount, Mountains und zur Abwechslung Goldrausch hier und Goldrausch dort. Liebhaber überwältigender Naturkulissen wissen es sofort: das kann nur Kanada sein. Es ist Kanada. Und es ist Nachmittag, wenn Sie in Calgary 1 einfliegen, wo in Saloons und Westernbars das Lebensgefühl der Canadian-Pacific-Railway-Ära hängen geblieben ist. Also, worauf warten Sie? Diese Stunden gehören Ihrem Entdeckergen.
Im Banff-Nationalpark (© Kitty Horns / Chamäleon)
Werfen Sie noch einmal einen Blick auf die beeindruckende Skyline, das waren für lange Zeit Ihre letzten Skyscraper. Und dennoch sind wir nur etwa 100 Kilometer gefahren, um im Banff-Nationalpark 2 anzukommen. Mittendrin ruht das Städtchen Banff. Umzingelt von der Idylle einer biblischen Landschaft, bewacht durch die Mountains und ziemlich sicher, dass außer uns nichts die Idylle stört. Die Banffer tun das einzig Richtige, und wir machen es ihnen nach: Den Frieden genießen, einmal ums Dorf wandern und anschließend im Whirlpool der Brewster Mountain Lodge sitzen. So heißt man hier die Neuen willkommen.
Lake Moraine im Banff-Nationalpark (© Harry Laub / Chamäleon)
It’s Tea Time und es wird nicht bei einer Tasse bleiben. Denn Sie trinken und gucken und trinken und gucken. Zwischendurch ein Süppchen und dann gucken Sie wieder. Irgendwann werden wir Sie von dem hypnotischen Blick auf den Louise-See und seinen Spiegelbildern loseisen müssen. Doch es kommt noch besser. Die kilometerlangen Güterzüge in ihren Spiraltunneln sind nur ein Intermezzo, am Ende unserer Etappe steht im Yoho-Nationalpark 3 der grandiose Takakkaw. Genau genommen steht er nicht, er stürzt, spektakuläre 400 Meter tief, wie es sich für den zweitgrößten Wasserfall der Rockys gehört.
Der seltene, helle Kermodebär (
Der Takakkaw hat eine Menge kleinerer Brüder und Schwestern. Sie alle haben ganze Arbeit geleistet und heimelige Schluchten in die Felsen des Banff-Nationalparks 4 geschliffen. Zusammen mit heißen Schwefelquellen und blubbernden Ink Pots ein himmlischer Ort. Hier haben schon die Prärie-Indianer ihre Wigwams aufgeschlagen und das Gleiche getan wie wir heute, die Seeufer nach essbaren Pflanzen und Heilkräutern abgesucht. Zurück zu den wohltemperierten Sulphur-Quellen. Sie quellen immer noch, und sollten Sie Ihre Badehose ausgerechnet heute vergessen haben, dann – sorry – haben Sie die A-Karte gezogen.
Die Kanadischen Rocky Mountains (© iStockphoto.com / Chamäleon)
Da fällt uns gerade ein, dass wir bei der Aufzählung an Tag 1 die UNESCO-Welterben vergessen haben. Der Jasper-Nationalpark 5 6 ist so einer. Der größte in den kanadischen Rocky Mountains, aber das Größte ist die Fahrt dorthin. Über alpine Hochstraßen mit Bildern, die die Sinne benebeln, zur größten zusammenhängenden Eismasse südlich des Polarkreises, dem Columbia-Eisfeld. Wir wandern auf Millionen Jahren Winter. An der Maligne-Schlucht bleiben Sie besser stehen, das ist Abenteuer genug. 50 Meter Höllenschlund zerren an den Nerven, aber Ihr Reiseleiter hat vorgesorgt. Am einzigartigen Maligne-See liegen die Bisonburger bereits auf dem Grill.
Die Helmcken Falls (© brytta, iStockphoto.com / Chamäleon)
Es wäre an der Zeit, außer den Spiegelbildern auch mal die Originale zu bejubeln. Der Tag ist prädestiniert dafür, denn er führt uns durch das Columbia-Gebirge zu der atemberaubenden Kulisse des Robson. Mit fast 4.000 Metern der King of Rockys. »Der King bin ich«, donnert der Helmcken-Wasserfall und in gewisser Weise hat auch er Recht. 140 Meter abwärts und damit der größte von 39 Wasserfällen im Wells-Gray-Provincial-Park 7 8. Was ist das dort, unten am Fluss? Doch nicht ein Grizzly? Es ist ein Grizzly! In diesem Schlaraffenland liegt unsere Wells Gray Guest Ranch. Holzhütten wie aus der Zeit des wilden Westens und das Schönste: Kein Telefon, kein TV, kein Netz.
Kanadischer Cowboy (© Chamäleon)
Der Cariboo-Goldrausch war es, der vor rund 130 Jahren hunderttausende Menschen in die gottverlassene Gegend spülte. Windschiefe Holzhütten, kaum einen Nugget wert, säumten die Wege in die Claims. Einige stehen immer noch, und damit Sie ein bisschen abgestandene Goldluft schnuppern können, wurden sie zu unverfälschten Museumsstücken gemacht. Die Menschen aber pflegen das Lebensgefühl von damals als hätte sich nichts verändert. Ganz besonders beim gemütlichen Teil in den Tavernen der Blockhäuser. In Clinton 9 stoßen wir dazu. Alte Hütte, frisches Bier, Billard und Kanadier mit dicken offenen Armen.
In der Nähe von Clinton (© Albert Normandin, FVA Kanada / Chamäleon)
Wenn hunderttausende Goldsucher schürfen wie blöd, ergibt das notwendigerweise einen Megaclaim, den legendären Goldrauschpfad am Fraser-Fluss. Schon klar, dass Sie im historischen Lillooet längst danach geschielt haben, wo Ihr Gold-Pfännchen hängt. Keine Sorge, es hängt und wir wünschen viel Glück. Sofern es Ihnen hold ist, können Sie den geschürften Reibach in Whistler 10 gleich wieder auf den Kopf hauen. Am Fuße des bekannten Skigebietes ist die Infrastruktur des Shoppings – na, sagen wir mal – erfreulich sortiert.
Streifenhörnchen (© Birgit Kutz / Chamäleon)
Man nehme den höchsten Berg mit Meister-Proper-Gletschern, setze einen mattschwarzen Vulkan hinein, füge einen tiefblauen Kratersee hinzu und verrühre das ganze mit 90 Kilometern sensationeller Wanderwege. Voilá – fertig ist der Garibaldi-Provincial-Park. Es zwingt Sie aber niemand, selbst zu gehen. Die optionale »Peak 2 Peak Gondola« hätte zudem den Vorteil, dass Sie dieses Meisterwerk der Schöpfung von oben sehen. Da ist es nochmal so schön. Plus einem Blick auf morgen, den Blackcomb-Berg. Gegen Mittag sind wir oben, dem Ski-Lift sei Dank. Und am Nachmittag zurück in Whistler 11 12, damit Sie die Teile abholen können, die Sie sich vorgestern reservieren ließen.
Vancouver Island (© Sylvia Wacker / Chamäleon)
Begleitet von märchenhaften Landschaften, tosenden Wasserfällen und Siedlungen mit stehen gebliebenen Uhren, führt der Highway offiziell von »Sea-to-Sky«. Dazwischen liegt das Gebiet der Squamish- und der Lil’wat-Indianer. Oder richtiger: da lag es mal. Aber wie sie gelebt und ihre Traditionen gepflegt haben, das ist im Kulturzentrum aktuell geblieben. Wo Monsterwellen die Küste malträtieren und in den Tümpeln bunte Seesterne zurücklassen, da steht auf Vancouver Island Jamie’s Rainforest Inn. 10 Minuten zu Fuß durch ein Vogelschutzgebiet und Sie sind an Kanadas begehrten Surfstränden. Wir bleiben auf der Insel, wo die Natur ein Versuchslabor eingerichtet hat: Pazifikdonner, Strand, Steilküsten, Berge, Märchenwald, Wasserfälle  – entweder sie konnte sich nicht entscheiden oder hat sich gedacht: mal sehen, wie lange das gut geht. Das, was am Ende ging und sich ständig neu erfindet, trägt den Namen Pacific-Rim-Nationalpark 13 14. Die Menschen haben den Wild Pacific Trail und ein paar Bänke hinzugefügt, damit man das Spektakel genießen kann. Aber wir sind nicht die Einzigen. Wale schauen gern mal vorbei und Bären suchen nach Krabben und Muscheln, ohne zu wissen, dass sie gegrillt noch sehr viel besser schmecken. Das haben wir ihnen voraus.
Hafen von Victoria (© Birgit Kutz / Chamäleon)
Man könnte bereits vermuten, dass es in Victoria 15, der Hauptstadt British Columbias, sehr britisch zugeht. Die Wirklichkeit ist noch viel britischer. Bau- und Lebensstil bis hin zu den roten Doppeldeckerbussen erzählen von der Zeit als Kronkolonie und was seither hinzugekommen ist. Eine wundervolle Mixtur, die aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Was nicht immer ein Gleichklang war, denn das riesige Grundstück, das an den malerischen Binnenhafen grenzt, gehörte einst den Songhees und Esquimalt, den sogenannten First Nations. Die Briten setzten ein 152 Meter langes Parlamentsgebäude drauf und bezahlten das 40 Millionen Dollar werte Areal mit einem Apple und einem Egg. Aber traumhaft schön ist es doch und erstrahlt bei Dunkelheit im Licht von 3.560 Lampen.
Stanley Park und die Skyline von Vancouver (© Johanna Michaelis / Chamäleon)
Sie haben so viel Wildes gesehen in den vergangenen 15 Tagen, da darf es auch mal »British correct« sein. So dachte 1904 auch Jennie Butchart und machte aus dem aufgegebenen Steinbruch ihres Mannes einen Garten, in dem es unmöglich ist, sich satt zu sehen. Fünf Themenbereiche werden mittlerweile von den Enkeln gepflegt und weiterentwickelt. Genug für fünf botanische Oscars. Mit Perfektion geht es weiter. Ob Vancouver 16 17 wirklich die schönste Stadt der Welt ist, was Kapstadt ja auch behauptet, ist nicht wichtig, die Faszination ist grenzenlos, darauf kommt es an. Chinatown, der Stanley Park mit dem Vancouver Aquarium und Gastown, die Keimzelle der Stadt – Sie werden sofort verstehen, warum wir Vancouver bis zum Schluss aufgehoben haben. Ein bisschen Taktik ist allerdings auch dabei. Denn wer mit Wehmut geht, kommt ganz bestimmt wieder. Nach Kanada oder in ein anderes Land im Chamäleon-Programm, denn Wunderwelten-Reisen sind es ja alle.
Wasserflugzeug (© FVA Kanada / Chamäleon)
Der Rest ist nicht mehr der Hit. Nach dem Flug durch die Nacht Landung am Morgen in Frankfurt 18. Aber Sie haben jede Menge zu erzählen und dann ist ja alles wieder da.
Rocky Mountains - 18 Tage Wunderwelten-Reise
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