Egal wann und wo Sie in Deutschland starten, nach einem Zwischenstopp in Madrid landen Sie im ewigen Frühling. Die Hauptstadt San José 1 auf tausend Metern ü.d.M. ist ideal für Ihre Akklimatisierung im Reich der tropischen Regenwälder. Und damit ist nicht nur Ihr Kreislauf gemeint, sondern vor allem Ihre Augen, die sich in den kommenden Tagen an Farben gewöhnen müssen, die sie in dieser Intensität noch nicht gesehen haben. Allen voran Grün in gefühlten hunderttausend Varianten. Betrachten Sie Ihr Hotel Posada Canal Grande unter diesem Gesichtspunkt als Trainingslager mit einem herrlichen Rundumblick in das grüne Tal. Und wenn Sie schon dabei sind, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, dann geht das nirgendwo besser als auf dem bezaubernden Bauernmarkt in Zapote, in San Josés 2 Nationalmuseum zur Geschichte Costa Ricas und in einem der kleinen Restaurants bei regionaltypischen Gerichten und Hexengeschichten. Thematisch abgerundet durch unseren Besuch in einer Maskenmanufaktur.
Zu Besuch bei Don Tuto in der Zigarrenmanufaktur (© Chamäleon)
Ein Höhepunkt kommt in der Regel zum Schluss. Aber diese Reise hat nur Höhepunkte, weshalb der höchste Vulkan schon heute auf dem Programm steht. Unser Gipfelsturm auf den Irazú 3 führt uns bis an die Kante der Lavafelsen, wo zu einem schwindelerregenden Blick in das Höllentor der Gedanke gehört, dass er jeden Moment wieder loslegen könnte. Herzklopfen? Da kommt die berühmte Basilica de Nuestra Señora de Los Angeles gerade recht, wo der Schwarzen Madonna Heilkräfte zugesprochen werden. Die könnten Sie eventuell auch am Nachmittag gut brauchen, wenn Sie ein atemberaubendes Paradies mit der größten Vielfalt endemischer Pflanzenarten Zentralamerikas betreten. Und mittendrin steht eine Lodge. Ihre.
Buntes Gefieder eines Aras (© chmuller, iStockphoto.com / Chamäleon)
Wer zu Zeiten der Azteken einen Quetzal tötete, wurde mit dem Tode bestraft. Er, dessen prachtvolle Schwanzfedern den Priestern als Kopfschmuck dienten, gilt auch heute noch als Göttervogel. Und weil man Götter relativ selten zu sehen bekommt, ist auch der Quetzal eine Rarität. Nicht für uns. Im Savegre-Tal 4 sitzt der traumhaft bunte Piepmatz in den Eichen, man muss nur genau hinsehen. Lohn der angestrengten Suche ist eine costa-ricanische Spezialität, die sich nicht zu verstecken braucht: fette, frische Forellen aus den Teichen der Finca von Jorge Serrano und als Beilage ein grandioser Blick über die Cordillera de Talamanca. Wenn der Schmaus gegessen ist, sollten die Gräten in Richtung Süden zeigen, dort liegt im Pazifischen Tiefland das Casa Roland Marina Resort.
Pura Vida (© Heike Harnisch / Chamäleon)
Nein, der Golfo Dulce 5 hat nichts mit Putten und Chippen zu tun, dann schon eher mit »in dulci jubilo«, der süßen Freude. Denn eskortiert von Delfinen gleiten wir durch die andächtige Welt des malerischen Meerbusens. Grün scheint hier die einzige zulässige Farbe zu sein, dafür in unendlich vielen Varianten: Das Wasser, die bewachsenen Felsen, das fantastische Urwaldpanorama – grün, so weit das Auge reicht. Hören Sie es aus undefinierbaren Richtungen fiepen, zwitschern und trällern? Das sind die Untermieter zu Zigtausenden, die man niemals zu Gesicht, aber umso deutlicher zu hören bekommt. Wo, wenn nicht hier, lässt man sich lieber nieder für ein Picknick? Sie haben hoffentlich Ihre Badehose griffbereit? Nicht fürs Picknick, aber sobald wir die leuchtend blaue Pazifikküste hinter uns haben, erwartet uns Manuel Antonio. Das ist nicht der Bademeister, sondern ein herrlicher Ort, wo man als Genießer verschmitzt lächelnd im warmen Sand liegt. Je länger, desto lieber.
Passionsblume (© Chamäleon)
Wo das 20 Millimeter große knallbunte Froschbündel Oophaga granulifera hockt, das ist der Kelch einer Bromelie. Wo die Bromelie wie Unkraut wächst, da ist der Regenwald. Wo der Regenwald geschützt und mit vereinten Kräften intakt gehalten wird, da sind wir. In der Esquinas Rainforest Lodge im Piedras-Blancas-Nationalpark 6 werden Sie das Gefühl nicht los, zum ersten Mal auf dieser Welt zu sein. Fühlen ist das eine, aber wissen, wie es um den Regenwald bestellt ist und welche regulierende Funktion er für das Weltklima hat, ist noch viel spannender. Die Forscher der Tropenstation geben uns einen beeindruckenden Tatsachenbericht. Tatsache ist auch, dass Trinkwasser, Elektrizität und ein einziges öffentliches Telefon schon als Fortschritt gelten: Oh wie schön ist das Landleben in La Gamba. Aber ein Bad im Naturpool des Nationalparks Piedras Blancas ist auch nicht zu verachten. Genießen Sie im Park ein paar freie Stunden nach Lust und Laune, mit Aussicht auf Affen, Agutis, Nasenbären und andere Vertreter der über 200 Säugetier- und Amphibienarten.
Musiker San Jose (© Ingo Lies / Chamäleon)
Traumstrand und Urwald ist eine sensationelle Mischung. Im Manuel-Antonio-Nationalpark 7 haben Sie einen Tag lang Zeit für diesen exotischen Genuss. Alle vier der in Costa Rica heimischen Affenarten turnen hier durch das Blattwerk. Nasenbären, Leguane und Faultiere lassen sich auch von Wanderern nicht aus der Ruhe bringen. Zur Nachahmung sehr empfohlen, denn vom Urwald sind es nur ein paar Schritte an den Stillen Ozean, wo kein Liegestuhl besetzt ist, weil man sich hier einfach in den warmen weißen Sand fallen lässt.
Irazu (© Amadeus Travel Agency / Chamäleon)
Einmal auf den Geschmack gekommen, zeigt sich, wie vorteilhaft die Lebensphilosophie der Faultiere ist. Die wundervollen Strände im Manuel-Antonio-Nationalpark 8 sind lang genug für verträumte Spaziergänge zwischen badewannenwarmen Brandungslagunen und dicht bewaldeten Felseninseln. Dazwischen leuchtet einladend das pazifische Türkis für einen erfrischenden Abstecher in die Fluten. Und wenn in Ihnen das Gefühl hochsteigt, nun seien Sie lange genug Faultier gewesen, sind es nur wenige Schritte zum Aktivurlaub: surfen, Kajak fahren, schnorcheln, einen Besuch bei Flipper buchen oder das Segelboot für einen Törn in den Sonnenuntergang klarmachen.
Frosch Bromelie (© Marion und Frank Stettler / Chamäleon)
Wasser ist Leben. Und wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte, hier ist er, in den Mangrovenwäldern des o Tárcoles 9. Massenweise Wasservögel unbekannter Provenienz, Reiher, Ibisse, Wasserhühner, Brüllaffen, Kapuzineräffchen, Leguane, Kaimane und so weiter dümpeln, hängen und schaukeln im Wirrwarr des Ökosystems herum. Wir schleichen uns mit dem Boot an und tun so, als wenn wir dazugehörten. Nur bei den Krokodilen, die gefräßig auf den Sandbänken herumlungern, belassen wir es bei einem freundlichen, aber unbeantworteten Kopfnicken. Es ist immer dasselbe: Je mehr man sieht, desto größer wird der Wunsch nach mehr. Sollen Sie haben. Am späten Nachmittag erreichen wir in den Bergen von Monteverde die Arco Iris Lodge, Start- und Endpunkt einer geheimnisvollen Wanderung ins Reich der nachtaktiven Tiere.
Baden Wasserbecken (© Amadeus Travel Agency / Chamäleon)
Steigerbar oder nicht, das ist hier die Frage. Und das Nebelwaldreservat Monteverde 10 liefert die Antwort: Eindeutig ja. Wie ein Vogel schweben wir im Kronendach des Nebelwaldes von Baumriese zu Baumriese. Hängebrücken hoch oben im Geäst ermöglichen eine Sichtweise auf die Natur, die Menschen normalerweise verborgen bleibt. Wundervoll und voller Wunder. Etwas Mut brauchen Sie für die optionale Variante, mit der Sie tarzanmäßig in einem Sitzgurt durch den Blätterwald rauschen. In dieser Orgie in Grün gibt es unglaubliche Farbtupfer: Tukane, Kolibris, Baumsteigerfrösche, Tangaren, Trogone und handtellergroße Edelfalter wie der strahlend blaue Morpho. Doch soll auch Ihr Ohr auf seine Kosten kommen. Am Riesenhörtrichter im Fledermausmuseum, mit beeindruckenden Erkenntnissen über ein natürliches Navigationssystem, das jede Technik in den Schatten stellt.
Affe (© Udo Lenz / Chamäleon)
Der Kaffee ist fertig. Oma Bello hat ihn gekocht und zelebriert ihn für uns mit traditionellen Spezialitäten auf der Veranda von Familie Bellos Kaffeeplantage. Von hier kommt der Fair-Trade-Kaffee in dritter Generation und liebevoller Handarbeit gepflegt. Drehen Sie sich mal um, was sehen Sie dann, egal wo Sie in Costa Rica sind? Señor Arenal 11, einer der aktivsten Vulkane der Welt, hält derzeit Siesta, aber lassen Sie sich nicht täuschen: Kleine Rauchsäulen verraten, dass er lediglich durchatmet, um Kraft für seine nächste Show zu sammeln. Von Ihrem Logenplatz im Garten des Hotels Arenal Manoa können Sie diese Entwicklung gelassen verfolgen.
Pazifikkueste (© Chamäleon)
Der Stamm der Maleku 12 ist eine indigene Minderheit, die in ihrem kleinen Dorf längst vergessene Traditionen und eine eigene Sprache pflegt. Die Chamäleon Stiftung unterstützt den Erhalt ihrer Kultur, und die Maleku bedanken sich auf ihre Weise: Sie servieren uns auf dem traditionellen Versammlungsplatz ein Mittagessen auf Bananenblättern, und von der Familie des Dorflehrers erfahren wir alles über das Leben, die Bräuche und Feste der Maleku. Vielleicht wünschen Sie sich nach dieser Erfahrung etwas Zeit zum Setzenlassen der überwältigenden Eindrücke aus fast zwei Wochen. Ein Spa, eine Massage, ein Thermalbad in La Fortuna sind unsere Antwort auf solche Gefühle.
Wassertropfen (© Fritz Fucik, Amadeus Travel Agency  / Chamäleon)
Wie bekämpft man Schädlinge biologisch mit Kräutern? Wie entsteht Zuckerrohrsaft? Wie werden in der Zigarrenmanufaktur von Don Tuto aus Tabakblättern ordentliche Stumpen? All diese lebensnahen Fragen des costa-ricanischen Alltags werden wir in San Ramón 13 auf unserer Fahrt zurück nach San José noch klären. Dann verabschiedet sich Ihr Reiseleiter mit einem gemeinsamen Abendessen, bevor Sie im eleganten Studio Hotel Ihr Haupt zur Ruhe betten. Für ein paar Stunden gehört San José 14 noch Ihnen, dann wird es Zeit für den Rückflug via Madrid nach Deutschland 15, erfüllt von der Gewissheit, dass Sie nicht geträumt haben. Es war alles wahr.

Noch mehr Gänsehaut

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