Wenn Sie schon immer von solch einem Erlebnis geträumt haben, bleibt Ihnen noch eine Nacht zwischen Frankfurt 1 und Rio de Janeiro 2 für das schöne Gefühl, dass der Traum nun wahr wird. Es wird das Beste sein, sich dort, wo alle Erzählungen respektvoll das unvergleichliche Prickelgefühl betonen, einen Überblick zu verschaffen. Also auf, zum höchsten der Gefühle. Vermutlich hat der liebe Gott eigens zu diesem Zweck den mächtigen Glockenfelsen auf die Halbinsel Urca gesetzt und ihm die Form eines Zuckerhutes gegeben, denn wie anders sollte man die Aussicht von dort oben nennen als Zucker. Atemberaubend liegen unten der leuchtend blaue Atlantik, die viel besungenen Buchten und Strände von Rio, die Viertel Flamengo und Botafogo. Dass wir die Seilbahn nehmen, versteht sich von selbst, schließlich brauchen Sie noch etwas Kondition für zwei, drei Sundowner an der Copacabana oder bei den »Girls from Ipanema«. Glücklicherweise liegt Ihr Hotel Copa Sul so nah, dass Sie zur Not auf allen vieren nach Hause krabbeln können.
Blick vom Corcovado auf Rio de Janeiro (© Niko Vujevic, iStockphoto.com / Chamäleon)
Rio 3 hat das Glück, sich gleich mit zwei überragenden Ikonen der Schöpfungsgeschichte schmücken zu können. Und nachdem wir auf dem Zuckerhut schon waren, ist heute der Corcovado dran. 710 Meter hoch und on top Cristo Redentor, der allerdings nur während der Fußball-Weltmeisterschaft so fantastisch in allen Nationalfarben geleuchtet hat. Tief unten ist nicht nur Karneval zu Hause, da wohnen in den Favelas auch viele Menschen, die auf ein besseres Leben hoffen. »City of God« hieß das Armenviertel im Film. Cidade de Deus (CDD) nennen es die Brasilianer in der portugiesischen Landessprache. Und schon der Name ist eine Einladung, die Anstrengungen kennenzulernen, mit denen das Sozialprojekt Casa de Santa Ana hier unermüdlich versucht, den Menschen in der Favela Lebenskraft und Überlebensperspektiven zu geben. Berührende Eindrücke vom Leben in der CDD begleiten uns weit über den Tag hinaus.
Altstadt von Paraty (© Jeannette Lobert / Chamäleon)
Kneifen oder kräftig die Augen reiben muss schon sein, um Paraty 4 5 für real zu halten. Das sensationelle Panorama von der Meerseite war seit jeher den Piraten vorbehalten, und auf dem Meeresgrund sollen angeblich noch ein paar Schatzkisten liegen. Aber wir haben es auf die Altstadt abgesehen, ein kolonialer Traum und zu Recht mit Mann und Maus unter Denkmalschutz. Unglaublich schön, deshalb sollten Sie in den vielen bunten Künstlerläden einen Beweis dafür kaufen, dass Sie tatsächlich da waren. So vergehen wundervolle Stunden, bis gute Livemusik aus einem der kleinen Lokale Sie einlädt, den Tag romantisch ausklingen zu lassen. Was allerdings nicht ausschließen muss, im romantisch beleuchteten Pool der Pousada do Principe noch eine erfrischende Runde zur Nacht zu drehen. Wie auch immer, früh aufstehen lohnt sich, denn die stille Altstadt im Licht der Morgensonne hat beinahe schon therapeutischen Effekt. Abenteuerlich wird es sowieso wieder, wenn wir durch die Bucht von Paraty kreuzen zu lautlosen Stränden, wo ein beherzter Sprung über Bord die einzig unvernünftige Reaktion zu sein scheint. Warten Sie lieber, bis wir angelegt haben, und genießen Sie den Moment mit einem Caipirinha. Und der Rest des Tages? Siehe oben.
Regenwald am Amazonas im Luftbild (© Johnny Lye, iStockphoto.com / Chamäleon)
In der Sprache der Guarani bedeutet Iguaçu »großes Wasser«, was für die Kleinigkeit von 275 insgesamt 2,7 Kilometer breiten und bis zu 87 Meter frei stürzenden Wasserfällen eher als abgrundtiefe Untertreibung zu werten ist. Wir fliegen Sie ins Zentrum des Dramas, nach Foz do Iguaçu 6, und haben das Hotel San Martin ausgesucht, in dessen tropischem Garten mit fürstlichem Pool die beste mentale Vorbereitung sichergestellt ist. Solange Ihr Trommelfell noch auf zarte Stimmen reagiert, würde sich ein Ausflug in den Parque das Aves anbieten. Im größten Vogelterrain Lateinamerikas hangeln sich Aras, Tukane, geflügelte Raritäten, Zwergäffchen und farbenprächtige Schmetterlinge durch das tropische Blattwerk. Morgen wäre es zu spät, denn die Geräuschkulisse an den Iguaçu-Wasserfällen 7 ist ohrenbetäubend und hält eine Weile, damit sich der Besuch auch gelohnt hat. Wir wechseln auf die argentinische Seite des Dramas und fahren mit dem Elektrozug bis an den Teufelsrachen, wo das Wasser seine markerschütternde Show abzieht. Einzigartig eindrucksvoll, und falls Sie das Gefühl überfällt, es dürfte gerne noch etwas mehr sein: Der Heli steht bereit für einen optionalen Vogelflug über die Naturgewalten.
Brüllaffen im Amazonasgebiet (© Bernd Thüer / Chamäleon)
Die brasilianische Seite profitiert gewissermaßen von den rund sieben Millionen Litern Wasser, die sich pro Sekunde in Tonnen von Gischtschwaden verwandeln und einen strammen Nebelwald wachsen lassen. Im Iguaçu-Nationalpark erwarten uns die entsprechend spektakulären Auswirkungen: Mit dem Minibus durch den subtropischen Urwald, Aussichts-Hopping von Plattform zu Plattform, nicht selten begleitet von neugierigen Nasenbären und bei passender Witterung im wahrsten Sinne des Wortes gekrönt von überwältigenden Regenbögen in mehreren Akten. Dann wird es Zeit, das Farbenspektakel mit einem monochromen Abenteuer zu tauschen, und es kann nur eine Farbe geben, die dafür infrage kommt: Grün. Wir steigen um in den Flieger, denn es gibt tatsächlich Städte, die man nur mit dem Flugzeug oder per Boot erreicht. Manaus 8 gehört dazu.
Gespiegelter Amazonas-Wald (© Ulrike Lindner / Chamäleon)
Wir stellen unser Gepäck im Stadtbüro ab und drehen noch eine kleine Runde um die Häuser. Für ein paar Tage wird das der letzte feste Boden unter Ihren Füßen sein. Wir steigen um ins Boot, denn anders kommen Sie in den Amazonas-Regenwald 9 nicht hinein. Wozu auch, es gibt keine spannendere Option, als die gute Stube von Mutter Natur von der Flussmitte aus zu erleben. Flussdelfine werden hoffentlich unsere Fahrt begleiten und Flora und Fauna eine Schatzkiste nach der anderen für Sie öffnen. Zwei Stunden geht das so, dann erreichen wir die sensationelle Tariri Amazon Lodge, die nach jahrhundertealter Tradition auf Stelzen im Acajatuba-See steht. Gemeinsam mit Ihnen turnen gerne auch ein paar Affen über die Stege in den Baumkronen, und das Schönste können Sie sich vermutlich selbst ausmalen: In dieser erhabenen Position leben Sie praktisch Tür an Tür mit der fantastischen Vogelwelt des Dschungels, und der Blick hindurch auf den See ist von jedem Platz ein grandioses Erlebnis: im Restaurant, in der Hängematte und an der Dschungelbar.
Tukan am Amazonas (© Jana Hadam / Chamäleon)
Der Regenwald 10 ist randvoll. Na klar, mit Wald, aber wer ein bisschen genauer hinsieht, entdeckt das Leben im Wasser, in den Sümpfen, in den Bäumen und Lüften. Schon am Abend des Vortages haben wir auf nächtlicher Bootstour die leuchtenden Augen der Kaimane verfolgt, heute zeigt sich die Gesellschaft der oberen Ränge: Affen, Leguane, Faultiere und so manche Vogelart, die Sie noch nicht kannten. Das dürfte auch auf den nächsten Programmpunkt zutreffen, denn Piranhas angeln zählt eher zu den ausgefallenen Sportarten. Und um sicherzugehen, dass von der Beißertruppe kein Angriff mehr zu befürchten ist, wird sie in der Lodge zu Appetithappen verarbeitet. Reichlich Stoff für Fischerlatein, spätabends, wenn der Barkeeper mit breitem Lächeln einen Piranha mixt. Oder war es ein Caipirinha?
Brasilianischer Vacero mit seinem Büffel (© Sigrun Fritsche / Chamäleon)
Als wäre all dies nicht schon fantastisch genug, geht es nun ans Eingemachte. Zu Fuß durch den Regenwald 11 klären wir die Fragen, welche Pflanzen Krankheiten heilen, welche Durst löschen oder Hunger stillen, welche Pflanzen von welchen Tieren abhängig sind bzw. umgekehrt und welche Überlebenstechniken elementar sind, falls Sie noch einmal ohne Chamäleon hierher kommen sollten. Der Dschungel schläft nicht. Die Geräusche des Amazonas begleiten Sie durch die letzte Nacht, dann bringt Sie das Boot zurück nach Manaus. Hier steht nicht nur Ihr Gepäck, hier steht auch das wunderschöne Teatro Amazonas. Viel Vergnügen auf unserer Rundfahrt und tschüss, denn wir vollziehen einen fliegenden Wechsel nach Afrika. Salvador da Bahía 12 ist Kultmetropole par excellence, strotzt vor Musik und Farbe, und wie zur Bestätigung dürfen Sie Ihr Haupt in der Pousada do Pilar hinter einer gelben Fassade mit blauer Tür und rot umrandeten Balkons betten.
Bahianas in typischer Tracht in Salvador (© Markus Friedrich, Vision 21 / Chamäleon)
Einerseits gilt Salvador 13 als die größte »afrikanische Stadt« außerhalb Afrikas, andererseits war sie die erste Hauptstadt der portugiesischen Kolonie, das »Lissabon der Tropen«. Alles zusammen ergibt einen irren Kulturmix, dem der auf Hochglanz polierte Stadtteil Pelourinho die Krone aufsetzt. 70 Meter thront die Altstadt über der Hafencity, und wie in Lissabon bringt ein Aufzug Sie senkrecht runter. Aber bitte auch wieder hoch, denn in einem reizvollen Restaurant in der Altstadt erwartet Sie ein besonderes Abschiedsessen. Erfinden Sie am Vormittag noch ein paar Namen für Farben, die Sie nicht kannten, naschen Sie aus den Töpfen der Straßenküchen und folgen Sie ein letztes Mal dem virtuosen Lockruf der Steeldrummer, bevor Ihr Flieger über São Paulo 14 nach Frankfurt 15 geht, wo Sie ohne Übertreibung erzählen können, Sie hätten eine unvergessliche Weltreise gemacht. Durch die Welt der Gefühle.
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