Bei Scotty hieß das noch beamen, bei uns steigen Sie ganz normal in Frankfurt ein, und bei der Landung in Cancún 1 haben Sie ein paar Hundert Jahre zurückgelegt. Aber was für welche, das würde Ihnen im Traum nicht einfallen. Was allerdings nicht ausschließen soll, ein bisschen davon zu träumen, denn dafür haben wir das Hotel Club Akumal Caribe ausgesucht, wo der Blick über den Pool nahtlos in das Türkiswasser der Karibik übergeht. Palmenstrand, Buddha-Gardens, Hausriff, Spa, Strandrestaurant – das sollte zum Träumen reichen. Andererseits ist Tulum 2 nicht weit. Die einzigartige Mayastätte direkt am Meer mit dem »Tempel des herabsteigenden Gottes« und dem »Tempel der Winde« ist die »Werkstatt« des Maya-Kalenders. Immer noch zu erkennen: die kleinen Fensteröffnungen zur Bestimmung des Winteranfangs am 21. Dezember mit Hilfe der einfallenden Sonnenstrahlen.
Die Pyramide des Kukulcán in Chichén Itzá (© xavierarnau, iStockphoto / Chamäleon)
Das war zwar sehr beeindruckend, aber für Normalsterbliche noch nachvollziehbar. Allerdings nicht mehr lange, denn bereits mit dem heutigen Tag verlangt uns die urmythische Verklärung der Maya-Kultur viel Fantasie ab. Schlange und Jaguar, Bäume, Felsen, Tiere, die Erde und die Sterne – alles bekam spirituelle Dimensionen. Und zwischen Unterwelt und Himmel teilte sich die Welt der Maya in 13, 9, 7, 5 oder 3 Ebenen. Nachzuprüfen an ihren phänomenalen Bauwerken. Wir fangen vorsichtig an, bei der Stufenpyramide des Gottes der gefiederten Schlange. Chichén Itzá 3 war zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert ein Kulturzentrum von überregionaler Bedeutung. Mit dem Tempel des großen Opfertisches, dem Tempel der Jaguare, dem heiligen Brunnen, dem Hohepriestergrab, dem Schneckenturm – eben mit allem, dessen Grundrisse und bemerkenswert erhaltene Ruinen den hoch entwickelten Kulturstand des indigenen Volkes belegten. Große Kunst eingeschlossen, die Mauern, Pfeiler und Vasen ziert.
Zwei kleine Kinder mit Sombreros (© Tierra Maya Tours / Chamäleon)
An den Cenoten waren die Maya nicht beteiligt, aber die natürlichen Höhlenseen waren ihnen heilig, was Sie nicht irritieren muss, falls Sie in das klarste Wasser hüpfen möchten, in dem Sie jemals gebadet haben. So erfrischt, ziehen wir am Nachmittag in Mérida ein. Nicht nur unser Hotel Gran Real Yucatán ist ein koloniales Glanzstück, die ganze Stadt ist so, und die typischen Straßenrestaurants sind ein Paradebeispiel mexikanischer Lebensart. Der neue Morgen beginnt auf dem Pferdewagen. Einmal Präkolumbien und zurück. Klingt wie ein Höllenritt, aber auf der ehemaligen Agaven-Hacienda Sotuta de Peón sind die jahrhundertealten Verfahren der Henequén-Verarbeitung noch lebendig, und der alte Maya Don Antonio kann viel aus dieser Zeit erzählen. Dann kommt in Uxmal 4 die nächste geballte Ladung Weltkultur: der Gouverneurspalast, der doppelte Jaguar, die Pyramide des Zauberers, der Phallustempel und an jeder Ecke mindestens einmal die Rüsselnase von Chac, dem Gott, der Regen bringen soll.
Flamingos in der Lagune (© Tierra Maya Tours / Chamäleon)
Man kann in diesem Land kaum anders, als von einem Weltkulturerbe ins nächste zu stolpern, und das Hafenstädtchen Campeche, wo in der historischen Altstadt unser Hotel steht, ist bereits das nächste. Am Abend die wundervoll illuminierte Kathedrale und morgens das koloniale Stadtzentrum von Campeche 5 mit seinen quietschbunten Häuschen – wenn das keine Idealkombination ist. Nun aber genug von historisch wertvollen Steinen, denn die andere Seite Mexikos ist seine paradiesische Flora und Fauna. Unberührte Strände, Wasser aus fließender Jade und zwischendurch wie hingekleckst ein paar nostalgisch schöne Fischerdörfchen, diesen Weg nehmen wir nach Villahermosa. Damit Sie nicht hinter jeder Kurve »Halt« rufen, haben wir uns in Isla Aguada angemeldet. Weit weg vom touristischen Mainstream tapsen wir barfuß durch seichte Gewässer und nehmen dann doch noch das Boot, um in der Términos-Lagune der üppigen Vogelwelt und vielleicht auch einem Delfin näher zu kommen. Oder die uns.
Bootsfahrt auf dem Río Grijalva (© Tierra Maya Tours / Chamäleon)
Villahermosa 6 kommt. Die La-Venta-Kultur mit ihren Altären und den 3.000 Jahre alten kolossalen Köpfen der Olmeken liegt mitten im Wildwuchs tropischer Vegetation und schweigt sich aus. Das kann man von den Wasserfällen im Cañón del Sumidero nicht behaupten. Scharen von Pelikanen und Kormoranen begleiten unsere Bootsfahrt auf dem Río Grijalva, und manchmal ist auch ein Krokodil dabei. Keine Sorge, wir bringen Sie heil zurück nach Chiapa de Corzo, wo in der Kirche Santo Domingo die ältesten Glocken Lateinamerikas läuten. Noch ein kontinental geprägtes Frühstück, dann wird es auch für Sie Zeit, wie ein Mexikaner zu leben, fast jedenfalls. Die kurvenreiche Bergstraße bringt uns in das Hochland von Chiapas 7 nach Zinacantán, wo 99 Prozent der Bevölkerung Ureinwohner und direkte Nachfahren der Maya sind. Farbige Tücher weben, Blusen besticken, frische Tortillas backen und ein feuriger Schluck Posh dazu. Solch ein Tagesablauf würde Ihnen mehr zusagen? Vielleicht in einem späteren Leben. Der Dorfschamane kann Ihnen dazu bestimmt mehr verraten.
Die Kathedrale in San Christobal de las Casas (© Tierra Maya Tours / Chamäleon)
Wenn Sie auf Pastelltöne fliegen, etwa wie Himbeereis mit Sahne, dann ist heute Ihr Tag. Mit kolonialer Vergangenheit und indigener Gegenwart ist aus dem historischen Zentrum von San Cristóbal de las Casas 8 eine farbenfröhliche Puppenstube geworden und mittendrin ihr schönstes Bauwerk, die Iglesia del Convento Santo Domingo. Manch einer steht 30 Minuten vor solchen Preziosen, andere können sich auch nach Stunden noch nicht von den Indianermärkten trennen. Da ist es das Beste, den Nachmittag frei zu geben, damit jeder auf seine Art glücklich werden kann. Irgendwann sind wir wieder komplett für die wohl schönste Ruinenstadt: das Weltkulturerbe Palenque 9, Machtzentrum der Maya. Der Palast mit dem viergeschossigen Turm, der Tempel der Inschriften, der Sonnentempel, die Gruppe des Kreuzes – was soll man anderes tun als immer wieder ungläubig staunen? Besonders dann, wenn man erkennt, dass manche Traditionen die Zeit seit 900 v. Chr. unbeschadet überdauert haben.
Mexikanische Puppen auf Indianermarkt (© Tierra Maya Tours / Chamäleon)
Die Lacandonen sind unter den Nachkommen das letzte indigene Volk, das so lebt wie zur Blütezeit der Maya. »Wahre Menschen« nannten sie sich, fast schon eine Ironie, denn es gibt nur noch 700 von ihnen, und es scheint absehbar, dass die wahren Menschen bald Menschen waren. In ihrem Gebiet liegt die Mayastätte Bonampak 10 mit den einzigartigen Wandmalereien im Templo de las Pinturas. Tauchen Sie ein. Tief in die Vergangenheit im Dorf der Lacandonen und noch ein bisschen tiefer in den Regenwald bis unter einen erfrischenden Wasserfall, wo vor Ihnen womöglich der letzte Gottkönig gebadet hat. Der Río Usumacinta zieht unser Boot bis in die Regenwälder Guatemalas. Dann führen uns unbefestigte Straßen in die Region, wo sich der Dschungel über Hunderte Jahre hinweg eine der bedeutendsten Stätten der klassischen Maya-Periode einverleibt hat. Tikal wirft seine Schatten voraus, morgen früh geht’s los. Wir beziehen in den Regenwäldern von El Petén 11 derweil die erholsame Jungle Lodge, unmittelbar vor den Toren jener Herrscherdynastie, die mit Gigantonomie und unvorstellbarem Gespür für Kunst und Götzenkult ihre Macht demonstrierte.
Stufentempel in Tikal (© Hans-Peter Roggetin-Haag / Chamäleon)
Das Jadeporträt des Königs, der Große Platz von Tikal, die Nordakropolis, die Tempel I bis IV, die Monumente – sie alle stehen im wahrsten Sinne des Wortes im Wald. Und wir werden am Morgen die Ersten sein, die das Königreich Tikal 12 betreten. Lange bevor die Besucher Schlange stehen, steigen Sie die Pyramidenstufen des 70 Meter hohen Tempels IV hinauf und können aus der Vogelperspektive das Werk der Natur bewundern. Ein Blätterdach wölbt sich schützend und zugleich verklärend über die Geschichte von Kriegen, Siegen, Aufstieg und Niedergang. Wir aber steigen auf. Zum Cahal Pech Village Resort auf einem Hügel im ehemaligen Britisch-Honduras, das heute auf den Namen Belize hört. Englisch ist aber immer noch Amtssprache, obwohl Sie das in keinem der drei Pools wirklich brauchen.
Grüner Leguan (© Chamäleon)
Den grünen Leguanen geht es ähnlich wie den Lacandonen. Und die, die es bis heute geschafft haben, zu überleben, turnen in San Ignacio 13 durch die Baumwipfel am Macal-Fluss, damit sie nach Möglichkeit keiner findet. Aber da kennen sie uns schlecht, schließlich führen wir nichts Böses im Schilde, sondern lassen uns im Schutzgebiet über ihre Chancen unterrichten, der Welt erhalten zu bleiben. Die Brüllaffen im Baboon Sanctuary sind mit 2.500 verbliebenen Exemplaren vergleichsweise besser dran. Ob’s am nervtötenden Geschrei liegt? Jedenfalls scheint das ihre Lieblingsbeschäftigung zu sein und hallt uns noch ein Weilchen in den Ohren, wenn wir bereits Richtung mexikanische Grenze unterwegs sind. Dort liegt in Chetumal 14, nicht weit von der gleichnamigen Bucht, das Fiesta Inn Chetumal mit einem Pool, in dem Sie gaaaaaaaanz lange schwimmen können.
Karibik-Landschaft mit Wasserschildkröte (© iStockphoto / Chamäleon)
Der Pool hatte nur eine Farbe, Blau eben, aber die Cenote Azul bei Bacalar und die »Lagune der sieben Farben« haben eine ganze Menge davon und falls Sie in einem der unwiderstehlichen Naturpools abtauchen möchten, werden Sie ein Fisch unter vielen sein. Wir vermuten, das hat Ihnen gefallen, warum also keine Steigerung versuchen? Wie Sie bereits wissen, verfügt das Hotel Club Akumal Caribe an der Riviera Maya 15 über ein Hausriff und die dazu passende Tauchschule. Aber was erzählen wir, schließlich hat Ihre Reise an diesem wundervollen Ort begonnen, und wahrscheinlich haben Sie sich längst überlegt, was Sie hier in den letzten Stunden anstellen wollen. Machen Sie das Beste draus. Von Palmen beschatten lassen, mit den Wasserschildkröten um die Wette schwimmen (haben Sie schon so gut wie gewonnen) oder das beliebte Karibikprogramm Fifty-Fifty, bei dem Sie mit der oberen Körperhälfte im warmen weißen Sand und mit der unteren im wohltemperierten, glasklaren Karibikwasser liegen.
Orchideen in Xico (© Chamäleon)
Der Flieger geht erst am Abend und das Meer ist immer noch da. Viel mehr brauchen wir wohl nicht zu sagen. Genießen Sie die letzten Wonnestunden im Club Akumal Caribe, dann geht es unwiderruflich von Cancún ein paar Hundert Jahre vorwärts nach Frankfurt 16. Unwiderruflich? Werfen Sie noch schnell einen Blick auf unsere Anschlussprogramme. Es könnte nämlich sein, dass sich der schmerzliche Gedanke an den Abflug sehr schnell in ein Lächeln verwandelt.
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