Was will man mehr? Ab München zurücklehnen, ein bisschen träumen, vorfreuen, und pünktlich zum Beginn des neuen Tages landen Sie in Delhi 1 2. Mit unverkennbar indischer Gastfreundschaft empfängt Sie im einzigartigen »Heritage of Hospitality« Maidens Hotel eine Reise durch die Epochen indischer Geschichte und schlägt die Brücke von der Vergangenheit zu unseren ersten Eindrücken der Gegenwart: Im alten Delhi das Ghandi Memorial Raj und Jama Masjid, das Gebetshaus des Großmuguls Shah Jahan und größte Moschee Indiens. Im neuen Delhi das Weltkulturerbe Qutub Minar und die königliche Promenade mit dem India Gate. Danach könnten Sie zum nächsten Frühstück theoretisch schon wieder zu Hause sein. Machen wir aber nicht. Ein Besuch bei der durch die Chamäleon Stiftung unterstützten Sanshil Foundation for Welfare gibt Ihnen Einblicke in die Sozialarbeit für Menschen ohne Hoffnung und lässt Sie mit der Erkenntnis zurück, dass selbst hier noch das Lachen zu Hause ist.
Näherinnen in der Sanshil Foundation for Welfare (© Chamäleon)
Die Gefühle machen keine Unterschied zwischen Alt und Neu. Auch nicht in Agra 3. Die Mogulkaiser sind abgetreten, doch ihr unermesslicher Kulturschatz ist geblieben: Die gewaltige Rote Festung mit ihren edelsteinbesetzten Marmorpalästen war über Jahrhunderte ihr Machtzentrum. Das Taj Mahal, mit dem der Großmogul Shan Jahan die Bitte seiner Lieblingsfrau erfüllte, ihr das größte Grabmal der Welt zu bauen. Die Kinder von Kachpura, die Ihnen die Kunst der traditionellen Körperbemalung mit Hennatattoos zeigen, und schließlich ein Spaziergang auf dem Mughal Heritage Walk. Sie sind in der Seele des Landes angekommen, und es bleibt für heute noch die moderne Interpretation der indischen Kultur: Ein genussvoller Abend im »Hotel with a View« Double Tree, Refugium für Leib und Seele.
Das Taj Mahal im Morgenlicht (© Chamäleon)
Aus der Bitte der Lieblingsfrau wurde das schönste Bauwerk der Menschheit und Wahrzeichen Indiens. Die weichen Farben des Marmors im Sonnenaufgang sind Zauber in Reinform. Trotzdem müssen wir uns losreißen. Fatehpur Sikri 4, das Weltkulturerbe des Moguls Akbar, empfängt uns mit einem 54 Meter hohen Eingangsportal von sagenhafter Pracht und ist dennoch nur die Haustür einer Palastanlage, in der jeder Sandstein Kunst ist. Während unserer Zugfahrt nach Sawai Madhopur können Sie noch lange darüber nachdenken, wie viel Gold das Sikri verschlungen haben mag. Dann freut sich der Inhaber des Hotels Dev Vilas, dass er uns in seinem kleinen Reich willkommen heißen kann.
Dorfleben in Rajasthan (© Anne-Katrin Neumann / Chamäleon)
Am Fuß der gewaltigen Berge liegt einsam das Dorf Khilchipur. Unser Besuch im Alltag der Menschen wird mit Freude erwartet, denn es passiert nicht so oft, dass sich fremde Menschen für die Arbeit und das Leben in der Abgeschiedenheit interessieren. Umso herzlicher und vielleicht auch neugieriger ist der Empfang – auf beiden Seiten. Und manchmal werden aus Fremden auch Freunde. Ganz besonders dort, wo wir in Vertretung der Chamäleon Stiftung kommen, wie in der Schule Adarsh Manovikas Sansthan, die für behinderte Kinder und Jugendliche einen Platz in der Gesellschaft frei hält. Die Begrüßung im Ranthambore-Nationalpark 5 ist hingegen einseitiger, denn es bedarf der Erfahrung unseres Wildhüters, den offenen Geländewagen in die Richtung zu steuern, wo sich Panther, Leoparden, Krokodile, Schakale, Axis-Hirsche und unzählige Vogelarten versteckt halten. Aber er findet sie doch, denn er kennt ihre Lieblingsplätze und kann ihre Spuren im Sand lesen. Mit etwas Fortune auch die des Bengalischen Tigers.
Sambar-Hirsch im Ranthambore-Nationalpark (© Mathias Conze / Chamäleon)
Und wenn wider Erwarten nicht, gibt es eine zweite Chance. Am nächsten Morgen, wenn der Park mit seinen versteckten Seen und verfallenen Palästen ein gänzlich anderes, fast schon märchenhaft verwunschenes Bild abgibt. Tiger gesehen, es kann weitergehen. Wo sich am Heiligen See von Pushkar 6 Pilger aus der ganzen Welt einfinden, um sich reinzuwaschen, liegt das märchenhafte Aaram Baagh Hotel. Schon die Stimmung, wenn auf dem spiegelglatten Wasser geweihte Rosenblätter tanzen, wäscht Staub von der Seele, aber man darf nicht gehen, ohne dem Hauptgott Brahma gehuldigt zu haben. Auf einem Kamelkarren erweisen wir seinem Tempel die Reverenz und beschließen den spirituellen Teil unserer Reise mit einer abendlichen Feuerzeremonie.
Gottheiten am Ufer in Pushkar (© Marie Böhm / Chamäleon)

An den Ghats, den Badestellen des Heiligen Sees, haben sich die ersten Gläubigen schon zur Waschung versammelt, wenn wir aufbrechen, um unser blaues Wunder zu erleben: Jodhpur 7, die ganze Altstadt in strahlendem Königsblau, was ursprünglich als Merkmal der obersten Kaste, der Brahmanen, gedacht war, aber nach und nach auch von weniger bevorrechtigten Einwohnern übernommen wurde, weil es einfach schön aussah. 123 Meter über der Stadt, wo der Blick auf das blaue Häusermeer am eindrucksvollsten ist, thront das gewaltige Mehrangarh Fort. Was soll man dazu sagen? Unfassbar, unglaublich, unmöglich? Und dennoch handelt es sich um ein von Menschen geschaffenes Werk von unvorstellbarem architektonischen Reichtum, das sich noch heute im Besitz der Nachfahren von Roa Jodha befindet, der diese Kultur gewordene Gigantomanie 1459 in Auftrag gegeben hat. Etliche Nummern kleiner, filigraner, weißer, liegt zu Füßen der Festung Jaswant Thada das Grabmal des Maharadschas von Jodhpur. Und nach indischen Maßstäben muss man sich das Grabmal eines Großfürsten etwas üppiger vorstellen, ein Palast eben. Apropos Palast: Hätten Sie für möglich gehalten, dass selbst ein Wüstenzelt den Charme von Tausendundeiner Nacht versprühen kann? Ab heute werden Sie es wissen, denn ein unvergessliches Abenteuer kündigt sich an.

Mann mit Kamel in der Wüste (© Chamäleon)

Nicht der Sand ist es, der die Wüste Thar 8 kennzeichnet. Es ist das Licht. Bereits bei Sonnenaufgang stehen die Kamele bereit, um Sie die große Sanddüne hinauf in ein Meer von Pastellfarben zu bringen. Danach ist die Reihenfolge der Ereignisse entscheidend: zuerst das Wüstenfrühstück im Manvar Desert Camp mit einem atemberaubenden Blick aus dem erhöht gelegenen offenen Speisezelt über die morgendliche Wüstenlandschaft. Dann ab ins Manvar Resort, vor allem ab in den Pool und irgendwann zur indischen Fußmassage wieder auftauchen. So lebt es sich in der Wüste. Zugegeben mit partiellen Unterschieden, wie uns eine Geländewagentour in abgelegene Wüstendörfer zeigt, wo Zeit und Eile keine Bedeutung haben. Aber zurück zum Sand. Dass man Burgen damit bauen kann, weiß jedes Kind, aber eine ganze Stadt, eine goldene dazu und in der unbeschreiblichen hinduistischen Tempelarchitektur, dafür müssen wir nach Jaisalmer 9. Die 1156 erbaute Festung thront 100 Meter über der Stadt. Sie allein macht schon sprachlos, aber werfen Sie erst mal einen Blick hinter die Mauern, auf den berühmten Palast Raj Mahal, den Lakshminath-Tempel und die Jain-Tempel. In diesen Momenten werden Sie Ihr Herz schlagen fühlen.

Lächelnde Schwestern (© Margrit Wullschleger / Chamäleon)

War in Jaisalmer die Welt noch sandsteingelb, präsentiert sich die uralte Handelsstadt Bikaner 10 in dominierendem Rot. Zumindest äußerlich, wenn Sie aber die Rajputen-Paläste der Stadt betreten, wird Ihnen schwindelig vor lauter Marmor, Gold, Indigo, Glanzlack, Spiegelkunst und Wandmalereien, zu denen es nichts Vergleichbares gibt. Der Deshnok-Karni-Mata-Tempel macht da eine Ausnahme, bei ihm zählen nicht Gold und Edelsteine, sondern das Glück, unter Tausenden possierlichen Ratten die wenigen Albinos zu entdecken, die Ihrem Leben ein gutes Karma verheißen. Zutraulichkeit ist oberstes Gebot im Rattentempel, also nur keine Berührungsängste, das Hosenbein sollten Sie allerdings gut zuhalten, weil Ratten prima klettern können. Nach gutem Karma ist ein gutes Bett auch nicht zu verachten, und das steht heute im Gajner Palace in einem privaten Naturschutzgebiet. Wo der Maharadscha einst rauschende Ballnächte feierte, liegt heute die Terrasse des Restaurants und davor die zauberhafte Stille des Gajner-Sees.

Das Junagarh Fort in Bikaner (© Mathias Conze / Chamäleon)

Der schönste aller Rajputen-Paläste, Fort Junagarh, beherbergt innenhalb seiner Mauern Tempel und Paläste, von denen jeder für sich das Zeug zum Kulturerbe hätte. Unter Maharadschas ist das total normal. Nach so viel Rot und Gold und anderen edlen Zutaten fehlt noch etwas Pink, immerhin die Farbe der indischen Gastfreundschaft. Kommt gleich und nicht zu knapp in Jaipur 11, das der Fürst zum Besuch von Kronprinz Albert 1876 mit Mann und Maus in Rosarot streichen ließ. Pink City. Und richtig: Hier steht auch der berühmte Palast der Winde, den Sie bestimmt schon vermisst haben. Aber der ist erst morgen dran, heute haben wir noch eine Einladung nach Hause, ins Wohnzimmer respektive auf den Fußboden einer indischen Familie. Sie merken schon: Es wird familiär, und neben einem köstlichen Abendessen gibt es interessante Einblicke in die Gewohnheiten des indischen Alltags.

Blaue Stunde in Jaipur (© Rüdiger Kleinevoß / Chamäleon)

Nordic Walking kennt in Jaipur 12 keiner, aber Yoga, und zwar mit Lehrer, wäre eine sehr indische und überdies kraftspendende Art, den Tag zu beginnen. Können Sie auch brauchen, denn heute kommt es knüppeldick: der prachtvolle Stadtpalast, das sekundengenaue Observatorium Jantar Mantar, das der Maharadscha Jai Singh II. aus einem einzigen Stein hauen ließ, und schließlich der bildschöne Palast der Winde mit seinen bengalischen Dächern und den 953 Fensterchen, damit die Haremsdamen einen unerkannten Blick auf die religiösen Prozessionen vor der Haustür werfen konnten. Danach können Sie sich erschöpft in einen Sessel fallen lassen, aber die Show ist noch nicht zu Ende. Der Sessel steht im populärsten Filmtheater der Stadt, wo sich die Einheimischen an Bollywoodschinken mit einer Überdosis Action und Herzschmerz ergötzen. Sitzkategorien gibt es keine, hier gehört jeder Sessel zur Mitkämpferloge.

Saal im Fort Amber (© Frank Kleinbrahm / Chamäleon)

Sofern es überhaupt noch der Bestätigung bedarf, was Prunk ist, setzt die Festung der alten Hauptstadt Amber 13 allen Erlebnissen eine glitzernde Krone auf. Im Sheesh Mahal füllen so viele Spiegel die Wand- und Deckenornamente, dass eine einzige Lampe ausreicht, um den ganzen Saal zu fluten. Ein Licht, das noch lange in Ihren Erinnerungen leuchten wird. Zurück in Delhi, wird das Le Méridien Gurgaon Central Park nichts unversucht lassen, Ihnen mit kulinarischen Grüßen aus der Küche den Abschied schwer zu machen. Vielleicht auch als Einladung, wiederzukommen. Ein Gedanke, der den Rückflug von Delhi nach Hause 14 bestimmt leichter ertragen lässt.

Noch mehr Gänsehaut

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