Zwar versprechen wir Ihnen, in San José 1 zu landen, aber ganz unten sind Sie deshalb nicht. Auf tausend Metern ist Schluss, was den unschätzbaren Vorteil hat, dass Sie von Ihrem Hotel aus einen tiefen Blick in das umliegende Valle Central werfen können. Schon deshalb, weil Sie gar nicht früh genug damit beginnen können, Ihre Augen an das unverschämt viele Grün zu gewöhnen.
Bin ich nicht schön ? (© Katrin Baumgarten / Chamäleon)
Es wird nicht beim Grün bleiben. Die Farbtupfer einer unerschöpflichen Palette warten darauf, zugeordnet zu werden. Das fällt auf dem Bauernmarkt Zapote noch vergleichsweise leicht, denn wie die undefinierbare Knolle von gelb bis violett heißt, können Sie zur Not noch fragen. Der Göttervogel Quetzal, der sich in den wilden Avocadobäumen des Savegre-Tals 2 versteckt hält, sagt nichts. Er, der wegen seiner fantastischen Schwanzfedern lange unter Lebensgefahr gejagt wurde, ist ein Meister der Tarnung. Aber er macht die Rechnung ohne uns. Kein Geheimnis ist, dass hinter der höchsten befahrbaren Spitze Costa Ricas, dem Todesberg, der königsblaue Pazifik liegt. Da wollen wir hin. Nach Dominical, um es genau zu sagen.
Was der Pazifik an Wildheit aufbietet, ist der Río Sierpe 3 an Trägheit. Gerade richtig, um mit dem Boot durch das zweitgrößte Mangrovengebiet Zentralamerikas zu gleiten. Interessiert beobachtet von allen, die durch das Blätterwerk fliegen, hüpfen und springen. Nur die Krokodile liegen wie immer faul rum und warten, bis der kleine Hunger kommt. Alles, was Sie hier sehen, ist grün. Und alles, was Sie hören, ist die Symphonie der Natur.
Relaxen im Nationalpark Manuel Antonio (© Beate Pomper / Chamäleon)
Man fragt sich, wozu Costa Rica Nationalparks braucht, wo doch das ganze Land ein einziger Nationalpark ist. Die Kombination macht’s: 100 Säugetierarten, 184 Vogelarten, dazu ein paar Traumstrände am warmen Meer, wo Kapuzineräffchen durch die Bäume schaukeln – das ist der Manuel-Antonio-Nationalpark 4. Da lässt man sich einen traumverlorenen Tag lang gern die Erfahrung gefallen, dass nichts so schön ist, dass es nicht noch schöner ginge.
Costa Ricas Gold - Kaffee (© Marlies Schöne / Chamäleon)
Kaffee, von der Bohne bis zum duftenden Schwarzgold – für diese Erfahrung muss man im Café Brumas del Zurquí gewesen sein. Es darf geschlürft werden. Wer aber einen Kakao nach costa-ricanischem Reinheitsgebot vorzieht, wartet bis zur biologischen Station Tirimbina in Sarapiquí 5. Köstliche Zugabe: die Geheimrezepte zur Herstellung feinster Schokolade aus liebevoll kultivierten Kakaobohnen. Alles aufs Beste vorbereitet, nur probieren müssen Sie selbst. Der Farmer Leo hat eine andere Leidenschaft. Mit Unterstützung einer Ameisenkönigin hat er einen Staat gegründet, um die sozialen Strukturen und die Arbeitsteilung der Blattschneiderameisen zu erforschen. Schnipp, schnapp und das Blatt ist ab. Für den Rest muss man sagen: Ameisen sind auch nur Menschen. Regenten, Soldaten, Hofdamen, Kindermädchen, Nestputzerinnen, Faule und Fleißige – alles da.
Tukan (© Andreas Lindner / Chamäleon)
Kleine Tische, kleine Stühle, das muss eine Schule sein. Auch wenn es bei den Jüngsten anders zugeht als bei uns. Wie das costa-ricanische Schulsystem aufgebaut ist, erfahren wir bei kollektivem Jubel und etwas seriöser vom Leiter der Schule. Und weil man ein Leben lang lernt, sind wir jetzt im Fach Fauna dran. Unser Schulzimmer ist die idyllische Flusslandschaft des Río Frío im Nationalpark Caño Negro 6. Affen, Faultiere, Flussschildkröten, Kaimane und Leguane schaffen Sie vielleicht noch. Aber dieser riesige Schreitvogel in Weiß, Schwarz und Rot mit zweieinhalb Meter Spannweite, da müssen Sie passen, oder? Jabiru mycteria, der Riesenstorch.
Blick über die Baumwipfel auf den Vulkan Arenal (© Pierre Chouinard, iStockphoto.com / Chamäleon)
Nebelwald ist Urwald, und im Urwald werden die Bäume 50 Meter hoch. Orchideen, Bromelien, Moose und Flechten wachsen auf ihren Stämmen, um ans Licht zu kommen. Wo sich sonst nur Kolibris, Papageien, Tukane und Affen durch die Äste schwingen, da turnen wir auf Augenhöhe mit: über ein Hängebrückensystem durch die Urwaldkronen nahe dem Arenal-Nationalpark 7. Und die ganz Mutigen machen noch eine optionale Canopy-Tour nach dem Vorbild von Tarzan.
Alltag (© Hannah Fraune / Chamäleon)
Wird Zeit, dass wir den Rückzug aus Costa Rica antreten, der in Wirklichkeit ein Vorzug ist. Wir müssen den Landweg nehmen und erhalten freie Fahrt nach Granada 8. Diese Stadt ist eine Wucht. Älteste Kolonialresidenz des Landes, farbenfroh, detailverliebt und prachtvoll, als hätte es nichts gekostet. Das »Haus der drei Welten«, Kirchen im Domformat und die Altstadt mit ihren Villen und historischen Preziosen – der Vormittag ist schnell rum, und wenn wir auf dem Nicaragua-See 9 wenigstens einige der über 350 Inseln im Naturparadies Las Isletas sehen wollen, wird es Zeit, ins Boot zu steigen.
Im Masaya-Nationalpark (© Fritz Fucik, Amadeus Travel Agency / Chamäleon)
Schön wäre es, man könnte sitzen bleiben und am Ende vom einen in den anderen, den Managuasee, fahren. Aber ein Fitzelchen Land liegt dazwischen, also nehmen wir den Bus in die von Erdbeben gebeutelte und immer wieder neu aufgebaute Hauptstadt Managua, was den seltenen Vergleich zwischen alter Kathedrale und neuer Kathedrale ermöglicht. Wo im versteinerten Schlamm die Fußabdrücke fliehender Menschen so deutlich zu sehen sind, als wären sie von gestern, lohnt kein Vergleich. Dieses Zeugnis vulkanischer Aktivität in der Ausgrabungsstätte Acahualinca ist 2.000 Jahre alt. Sehr wahrscheinlich hatte sich der Vulkan Masaya 10 Luft gemacht, denn schon die indigene Bevölkerung nannte ihn Brennender Berg, dessen Eruptionen als Zeichen verärgerter Götter gewertet wurden. Die spanischen Eroberer nannten ihn kurzerhand Höllenschlund und stellten ein Kreuz an den Rand des Kraters, um den Teufel abzuwehren.
Strassenszene in Nicaragua (© Fritz Fucik, Amadeus Travel Agency / Chamäleon)
Rincón de la Vieja 11 12 ist ein Zauberwort in Costa Rica. Der wandelbarste Nationalpark, vom ewig feuchten Regenwald bis zum tropischen Trockenwald, wo der Goldbaum seine Blätter abwirft, damit die verbleibende Energie für seine fantastische Blütenpracht reicht. Und mittendrin im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt. 1.916 Meter hoch und seit Menschengedenken stinkig, wahlweise sauer, das kommt auf Ihren Standpunkt an. Berüchtigt für seine andauernde Aktivität, versorgt der gleichnamige Vulkan sein Umfeld mit schwefelhaltigen Thermalquellen und kräuselnden Fumarolen, während sein Krater mit einem 90 Grad heißen Säuresee gefüllt ist. Nichts für Freischwimmer. Von der Panamericana, die 45.000 Kilometer lang Alaska mit Feuerland verbindet, reicht uns ein Stückchen bis in die Nähe des Dorfes auf der Hochebene, das 1824 dem Regierungssitz Cartago den Rang abgelaufen hat und Hauptstadt wurde: San José.
Panama City (© Hannes Schleicher / Chamäleon)
Der Kreis hat sich geschlossen. Wir sind zurück am Anfang, um gleich wieder wegzufliegen. Panama City 13 ist ein Paradebeispiel für die Nachbarschaft von gestern und morgen. Hier koloniale Stadtpaläste, dort die Bankentürme der Finanzmetropole. Und am Abend die beleuchtete Brücke Puente de las Américas, unter der alle durchmüssen, die rein- oder rauswollen. Vergleichsweise klein sind die Einbaumboote, die uns auf dem Río Chagres durch dichten Urwald zum indigenen Volk der Emberá bringen. Etwa 7.000 der Ureinwohner haben in Panama die jahrtausendealte Kultur lebendig erhalten. Ein emberátypisches Mittagessen muss sein, dann werden wir im Museum des weltberühmten Panamakanals 14 alles über die tragödienreiche Geschichte dieses Meisterwerkes erfahren.
Abendstimmung am Panamakanal (© Kirsten Vogt / Chamäleon)
Es bleibt nicht bei den Erzählungen. Von Gamboa bis zum Flamenco-Hafen begleiten wir die Schiffsgiganten durch die Wasserstraße, die 22.000 Arbeitern das Leben gekostet hat. Gänsehaut-Finale in der teuersten Wasserstraße der Welt, wo die Passage eines Kreuzfahrtschiffes bescheidene 400.000 Dollar kostet. Aber wir wollen ja nicht ganz durch, sondern die halsbrecherischen Manöver der Riesenpötte an der Miraflores-Schleuse 15 bestaunen, wo je nach Tonnage vier bis acht Zahnradlokomotiven ein Schiff »über den Berg« schleppen.
Panama City (© Hannes Schleicher / Chamäleon)
Dann gibt es kein Zurück vom Zurück, es sei denn, Sie haben ein Anschlussprogramm an den Traumstränden gebucht. Am späten Nachmittag startet Ihr Flug von Panama City 16 Richtung Heimat 17. Im Gepäck alles, wovon Sie jemals geträumt haben.
Miraflores - 17 Tage Wunderwelten-Reise
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