Vom Flughafen, der Ihnen am liebsten ist, starten Sie morgens via Madrid nach Panama 1, und wo kommen Sie an? Am Eingang zum Panamakanal, wo sich vom Dachpool Ihres Hotels ein aufregender Blick auf die Stadt bis zu der Armada von Containergiganten bietet, die das 82 Kilometer lange Kanalabenteuer noch vor sich haben.
Panama City - Casco Viejo District (© Holger Mette, iStockphoto.com / Chamäleon)
Es bleibt nicht bei der Zuschauerperspektive, wir fahren mit in die teuerste Wasserstraße der Welt, wo die Passage eines mittleren Kreuzfahrtschiffes bescheidene 400.000 Dollar kostet. Aber wir wollen ja nicht ganz durch, sondern die halsbrecherischen Manöver der Riesenpötte an der Pedro-Miguel-Schleuse und besonders der Miraflores-Schleuse bestaunen, wo je nach Tonnage vier bis acht Zahnradlokomotiven ein Schiff »über den Berg« schleppen. Panama City 2 ist ein Paradebeispiel für die Nachbarschaft von gestern und morgen. Hier koloniale Stadtpaläste, dort die Bankentürme der Finanzmetropole. Und am Abend die beleuchtete Brücke Puente de las Américas, unter der alle durchmüssen, die rein- oder rauswollen.
Die Miraflores-Schleuse (© Alfredo Maiquez, iStockphoto.com / Chamäleon)
Vergleichsweise klein sind die Einbaumboote, die uns auf dem Río Chagres durch dichten Urwald zum indigenen Volk der Emberá 3 bringen. Etwa 7.000 der Ureinwohner haben in Panama die jahrtausendealte Kultur lebendig erhalten. Ein emberátypisches Mittagessen muss sein, dann wollen wir uns die Zuglokomotiven der Miraflores-Schleuse noch einmal aus der Nähe ansehen und im Kanalmuseum alles über die tragödienreiche Geschichte dieses Meisterwerkes erfahren. Ziehen Sie etwas Leichtes an, denn wir landen nach einem kurzen Flug in David 4, der wärmsten Stadt Panamas. Costa Rica liegt um die Ecke, im wörtlichen Sinn ein blühendes Land. Viel erklären muss man dazu nicht, denn bereits kurz hinter der Grenze beginnt unsere Bootstour durch das zweitgrößte Mangrovengebiet Zentralamerikas. Alles, was Sie sehen, ist grün. Und alles, was Sie hören, ist die Symphonie der Natur.
Faultier im Baum (© Antoine Weis / Chamäleon)
Man fragt sich, wozu Costa Rica Nationalparks braucht, wo doch das ganze Land ein einziger Nationalpark ist. Die Kombination macht’s: 100 Säugetierarten, 184 Vogelarten, dazu ein paar Traumstrände am warmen Meer, wo Kapuzineräffchen durch die Bäume schaukeln – das ist der Manuel-Antonio-Nationalpark 5. Da lässt man sich gern die Erfahrung gefallen, dass nichts so schön ist, dass es nicht noch schöner ginge. Aber sagen Sie es nicht zu früh, denn morgen fahren wir ein Stück der berühmten Traumstraße Panamericana. Andenfeeling überkommt Sie am 3.454 Meter hohen Cerro de la Muerte 6, was dafür spricht, den Rest des Tages hier zu bleiben, die Kammsümpfe zu erkunden und im zauberhaften Hochtal San Gerardo de Dota nach dem Heiligsten der Maya Ausschau zu halten, dem Göttervogel Quetzal. Göttlich wird Ihnen auch das Savegre Hotel & Spa vorkommen, wo Sie sich für einen Erlebnisspaziergang durch den Nebelwald oder eine Wohlfühltour durch den Wellnessbereich entscheiden können. Bestenfalls für beides.
Quetzal Männchen (© Angela Arenal, iStockphoto.com / Chamäleon)
Der heilige Piepmatz ist gerade mal 35 Zentimeter lang und bunt wie die Palette von August Macke, aber seine Schwanzfedern bringen es auf einen Meter. Lange vor unserem Frühstück schwingt er sich auf der Suche nach Früchten durch die wilden Avocadobäume des Savegre-Tals 7. Das ist unsere Chance, den seltenen Quetzal zu entdecken. Und wenn er nicht will, drehen wir den Spieß einfach um und lassen uns von einer Welt verzaubern, die dem Quetzal verborgen bleibt. Es ist die Mikrowelt des Farmers Leo, dem es das große Krabbeln angetan hat. Mit Unterstützung einer Ameisenkönigin hat er einen Staat gegründet, um die sozialen Strukturen und die Arbeitsteilung der Blattschneiderameisen zu erforschen. Schnipp, schnapp und das Blatt ist ab. Für den Rest muss man sagen: Ameisen sind auch nur Menschen. Regenten, Soldaten, Hofdamen, Kindermädchen, Nestputzerinnen, Faule und Fleißige – alles da.
Kaffeezubereitung (© Chamäleon)
Kleine Tische, kleine Stühle, das muss eine Schule sein. Auch wenn es bei den Jüngsten anders zugeht als bei uns. Wie das costa-ricanische Schulsystem aufgebaut ist, erfahren wir bei kollektivem Jubel und etwas seriöser vom Leiter der Schule. Nun haben wir auch das gelernt, doch statt Fleißkärtchen gibt es den zarten Schmelz der biologischen Station Tirimbina. Hier liegen die Geheimrezepte zur Herstellung feinster Schokolade aus sorgfältig kultivierten Kakaobohnen. Alles aufs Beste vorbereitet, nur probieren müssen Sie selbst. Und wenn wir schon dabei sind: Die Kaffeegenossenschaft Coope Sarapiquí pflegt noch die hohe Kunst vom Pflanzen bis hin zur röstfrischen Bohne. Da darf geschlürft werden, was das schwarze Gold hergibt. Ob der Arenal 8 auch so schön dampft, ist ungewiss, denn er zählt zwar zu den aktivsten Vulkanen, aber er macht, was er will. Wir fahren trotzdem hin, ins Hotel Lomas del Volcan, wo Sie ihn von der Terrasse Ihres Bungalows im Blick haben.
Hängebrücke in den Baumwipfeln (© Christine Voigtmann / Chamäleon)
Nebelwald ist Urwald, und im Urwald werden die Bäume 50 Meter hoch. Orchideen, Bromelien, Moose und Flechten wachsen auf ihren Stämmen, um ans Licht zu kommen. Wo sich sonst nur Kolibris, Papageien, Tukane und Affen durch die Äste schwingen, da turnen wir auf Augenhöhe mit: über ein Hängebrückensystem durch die Urwaldkronen nahe dem Arenal-Nationalpark 9. Und die ganz Mutigen machen noch eine optionale Canopytour nach dem Vorbild von Tarzan. Wird Zeit, dass wir den Rückzug aus Costa Rica antreten, der in Wirklichkeit ein Vorzug ist. Zum Abschied noch ein Törn durch die idyllische Flusslandschaft des Río Frío, dann lockt auf der anderen Seite des Grenze der Nicaragua-See. Affen, Faultiere, Flussschildkröten, Kaimane, Leguane und der Riesenstorch Jabiru kommen ohne Ticket rüber. Wir müssen einen Obulus entrichten und erhalten dafür freie Fahrt nach Granada 10. Das Hotel La Gran Francia aus dem 16. Jahrhundert ist eine Wohlfühloase kolonialer Kultur mit einem Pool im idyllischen Innenhof. Spanien zu seinen besten Zeiten.
Fröhliches Winken (© Ulf Jühdes / Chamäleon)
Granada ist eine Wucht. Älteste Kolonialstadt des Landes, farbenfroh, detailverliebt und prachtvoll, als hätte es nichts gekostet. Das »Haus der drei Welten«, Kirchen im Domformat und die Altstadt mit ihren Villen und historischen Preziosen – der Vormittag ist schnell rum, und wenn wir auf dem Nicaragua-See 11 wenigstens einige der über 350 Inseln im Naturparadies Las Isletas sehen wollen, wird es Zeit, ins Boot zu steigen.
Alte Kathedrale Santiago in Managua (© Britta Jedzik / Chamäleon)
Schön wäre es, man könnte sitzen bleiben und am Ende vom einen in den anderen, den Managua-See, fahren. Aber ein Fitzelchen Land liegt dazwischen, also nehmen wir den Bus in die von Erdbeben gebeutelte und immer wieder neu aufgebaute Hauptstadt Managua 12, was den seltenen Vergleich zwischen alter Kathedrale und neuer Kathedrale ermöglicht. Wo im versteinerten Schlamm die Fußabdrücke fliehender Menschen so deutlich zu sehen sind, als wären sie von gestern, lohnt kein Vergleich. Dieses Zeugnis vulkanischer Aktivität in der Ausgrabungsstätte Acahualinca ist 2.000 Jahre alt. Sehr wahrscheinlich hatte sich der Vulkan Masaya Luft gemacht, denn schon die indigene Bevölkerung nannte ihn Brennender Berg, dessen Eruptionen als Zeichen verärgerter Götter gewertet wurden. Die spanischen Eroberer nannten ihn kurzerhand Höllenschlund und stellten ein Kreuz an den Rand des Kraters, um den Teufel abzuwehren.
Im Rincón-de-la-Vieja-Nationalpark (© Scheuermair Manuela / Chamäleon)
Rincón de la Vieja 13 ist ein Zauberwort in Costa Rica. Der wandelbarste Nationalpark, vom ewig feuchten Regenwald bis zum tropischen Trockenwald, wo der Goldbaum seine Blätter abwirft, damit die verbleibende Energie für seine fantastische Blütenpracht reicht. Und mittendrin im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt. 1.916 Meter hoch und seit Menschengedenken stinkig, wahlweise sauer, das kommt auf Ihren Standpunkt an. Berüchtigt für seine andauernde Aktivität, versorgt der gleichnamige Vulkan sein Umfeld mit schwefelhaltigen Thermalquellen und kräuselnden Fumarolen, während sein Krater mit einem 90 Grad heißen Säuresee gefüllt ist. Nichts für Freischwimmer. Die Therme allerdings ist eine wahre Wohltat.
Caballeros (© Christian Neumeister / Chamäleon)
Von der Panamericana, die 48.000 Kilometer lang Alaska mit Feuerland verbindet, reicht uns ein Stückchen bis zu dem Dorf auf der Hochebene, das 1824 dem Regierungssitz Cartago den Rang abgelaufen hat und Hauptstadt wurde: San José 14. Und weil wir schon am frühen Abend ankommen, liegen ein paar Stunden nach Lust und Laune vor Ihnen. Wenn Sie das Gefühl haben, in den letzten Tagen genug gelaufen zu sein, kommt Ihnen der Dachterrassen-Pool im Studio Hotel bestimmt entgegen. Zumal das Panorama des Valle Central auch nicht zu verachten ist. Andererseits: Was wollen Sie zu Hause sagen, wenn Sie nach San José gefragt werden und nur das Hotel gesehen haben? Das unterirdische Goldmuseum könnte Sie aus der Klemme befreien.
Auf dem Markt von San José (© Heike Rommel / Chamäleon)
Wissen Sie noch, was daheim im Kühlschrank liegen geblieben ist? Ungeachtet der Frage, was davon noch brauchbar wäre, werden ein paar Anregungen für Ihre Zeit nach Costa Rica nicht schaden. Der Mercado Central, San Josés 15 Megamarkt, könnte die Lösung sein. Und wenn Sie sich auch keinen schlachtfrischen Gallo in den Koffer packen, finden Sie vielleicht doch ein Andenken, an dem Sie länger Freude haben. Dann gibt es kein Zurück vom Zurück, es sein denn, Sie haben ein Anschlussprogramm an einem der »whispering« Traumstrände gebucht. Am späten Nachmittag startet Ihr Flug via Madrid Richtung Heimat 16. Im Gepäck alles, wovon Sie jemals geträumt haben.
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