Unter einem dicken Ende kann sich jeder etwas vorstellen, aber hatten Sie schon mal einen dicken Anfang? Geht so: Sie steigen in Frankfurt 1 in den Flieger und mit einer Zwischenlandung in Johannesburg in Port Elizabeth 2 wieder aus. Dann noch die wildromantische Küste entlang bis in das bekannteste Reservat an der Garden Route, den Addo-Elephant-Nationalpark. Ist der Groschen gefallen? Dicker kann ein Anfang nicht sein, und das gleich 650 Mal, denn der Addo ist das am dichtesten besiedelte Elefantenschutzgebiet Afrikas. Aber zuvor beschützen wir Sie ein bisschen. Mit Felsenpool, Zimmer mit privater Terrasse und einer wundervollen Atmosphäre in der Elephants Footprint Lodge.
Familientreffen (© Barbara Panzer / Chamäleon)
Wenn die Löwen von ihrer nächtlichen Beutetour zurück sind, ist die Luft rein und die Gefahrenlage überschaubar. Dann trauen sich im Addo-Elephant-Nationalpark 3 auch Eland, Impala, Kudu, Blesbok & Co. dorthin, wo es genug zu trinken gibt. Und bis wir unser stärkendes Frühstück aufgegessen haben, haben auch die Dickhäuter schon den einen oder anderen Busch verspeist und sind zum Baden angetreten. In gebührendem Abstand streifen Spitzmaulnashörner, Kapbüffel, Steppenzebras und Kuhantilopen durch das Dickicht. Da sind wir furchtloser und genießen einen ganzen Tag lang die Abenteuer eines Gleichen unter Gleichen.
Safari im Kariega Game Reserve (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Fortsetzung im Kariega Game Reserve 4 5. Nicht ohne eine kurze Traumzeit an den goldschimmernden Sandstränden in Kenton-on-Sea. Dann aber gehört nur das Glück der Stunde dazu und die Big Five sind Ihnen sicher. Elefant, Nashorn, Leopard, Büffel, Löwe und rund 20 weitere große Säugetierarten sind im 9.000 Hektar großen Kariega-Reservat zu Hause. Sie im offenen Safariwagen zu entdecken, ist ungefähr so schwierig, wie Ostern das Ei hinter dem Sofakissen. Und was das Glück angeht, dem helfen wir ein bisschen nach und haben für den nächsten Tag einen Ranger engagiert, der Sie auf Geländewagen- und Bootssafaris zu den verschwiegenen Plätzen der Tierwelt führt. Der verschwiegenste wird allerdings der Patio Ihres Kariega Homestead sein, wo Sie in vollkommener Ruhe und einem unbeschreiblichen Blick in den Naturpark Ihrem abendlichen Bomadinner entgegenträumen können.
 
Storms River Hängebrücke im Tsitsikamma Nationalpark (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Durch den letzten nahezu unberührten Urwald Südafrikas mit riesigen Gelbholzbäumen, wuchernden Farnen und seltenen Orchideen erreichen wir Tsitsikamma 6, den schönsten Nationalpark der Garden Route. Aber mit Fahren ist es nicht getan. Die spektakuläre Steilküste, den schaudernden Blick in die Schlucht des Storms River, die wütende Brandung am Traumstrand müssen wir uns erlaufen, aber es wird der aufregendste Spaziergang sein, seit Sie auf eigenen Beinen stehen können. Gutes Stichwort, denn genau darum geht es in der Township Qolweni, wo Kindern und Jugendlichen in der Field Band Foundation durch Musizieren und Tanzen die Grundlagen für ein gutes, selbstbestimmtes Leben vermittelt werden. Mit einem Erfolg, der Mut macht.
In Plettenberg Bay (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Am Ende der Plettenberg Bay 7 beginnt das Wohnzimmer der Robbenkolonie. Wären Sie eine Robbe, würden Sie nirgendwo lieber liegen als hier. Bis zu diesen feinsandigen, sonnenwarmen Buchten geht es im Robberg-Naturschutzpark mit aufregenden Bildern über Stock und Stein. Ein neidischer Blick auf das paradiesische Robbenleben wäre verständlich, aber verfrüht. Am Nachmittag, im Sand der wundervoll trödeligen Plettenberg Bay, können Sie sich mit Hochgefühl so lange in der Sonne drehen und wenden, bis Ihr Schatten die Form einer Robbe hat.
Strasse durch die Karoo Wüste (© Dirk Bleyer / Chamäleon)
Es ist nun nicht mehr weit bis Knysna, und falls der kleine Hunger kommt: Die Waterfront bebt von lebendfrischen Austern, da fällt der Verlust von einem halben Dutzend kaum auf. Können Sie nachprüfen, mit einem fantastischen Blick vom Eastern Head auf das austernfreundliche Badewasser der grandiosen Lagunenlandschaft. Nicht ganz so freundlich, eher misstrauisch beleidigt, gucken Strauße. Nicht wegen uns, sondern grundsätzlich. So auch in Oudtshoorn 8 9, der Straußenstadt schlechthin, wo Sie im The Thorntree Country House gut achtgeben sollten, welches Ei Sie sich zum Frühstück bestellen. Die Halbwüste der Karoo bedeckt etwa ein Drittel Südafrikas. Wir geben uns mit der Kleinen zufrieden, wo uns ein Zauberland aus Wildblumen, Echsen, Fröschen und bunten Libellen den Weg zum Rust-en-Vrede-Wasserfall weist. 74 Meter, das plätschert. Aber da sind noch ein paar Fragen zu den flugunfähigen Vögeln offen. Was wiegt so ein Straußenei? Wie lange wird es bebrütet? Kann man auf Straußen reiten? In welchem Alter sind Straußensteaks am saftigsten? Auf der Zuchtfarm erfahren Sie alles aus erster Hand. Nur bei der letzten Frage sollten Sie aufpassen, dass kein Strauß zuhört.
Weinanbau am Kap (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Von dem Wein, der zum Straußensteak gereicht wurde, gibt’s noch jede Menge. Die sagenumwobenen Cape Winelands liegen nämlich vor der Tür. Über die Route 62 kommen wir hin, ins historische Montagu. Ein kapholländischer Traum in Weiß mit Grün. Und ein Genuss, wie wir in den Kellern des Mimosa-Boutiqueweingutes bestätigt finden. Für Nelson Mandela war er unerreichbar, auch wenn das Victor-Verster-Gefängnis nicht weit von hier die letzte Station seines 27 Jahre dauernden »Weges zur Freiheit« war. Teil 2 der Rebensause ist in der Auberge Rozendal 10, wo Sie auf dem prämierten Weinessiggut nicht nur die Fasskeller, sondern ein himmelblauer Gartenpool und die Seligkeit einer Öchsle-Nacht erwarten.
In Stellenbosch (© Klaus Hansen / Chamäleon)
Wo in Stellenbosch 11 seit mindestens 100 Jahren alles unverändert schön geblieben ist, da hält im Haus Nummer 84 der Dorp Street – korrekt heißt sie Dorpsstraat – Oom Samie se Winkel hof. Tante-Emma-Laden trifft es nicht ganz, denn Oom bedeutet Onkel, also besser Onkel-Emma-Laden. Wer Samie nicht besucht hat, der hat Stellenbosch nicht gesehen. Bitte eintreten und niederknien. Wenn Sie wieder hochgekommen sind, werden Sie ihn schon bald nicht mehr übersehen können. Über der Stadt, die sich gern als die schönste der Welt bezeichnet, thront er seit 450 Millionen Jahren und offenbart einen fantastischen Blick auf die wilde Schönheit des Kaps. Diese phänomenale Aussicht steht unter dem witterungsbedingten Vorbehalt, dass uns die Seilbahn auf den Tafelberg bringt. Aber wenn, und die Chancen stehen gut, dann müssten Sie es von unten rufen hören: Komm und lass dich von Kapstadt 12 gefangen nehmen. Unten liegen Company’s Garden, der Gemüsegarten der früheren Holländisch-Ostindischen Handelskompanie, der zum unsterblich schönen Blumen- und Pflanzenparadies geworden ist. Da ist das quietschbunte Viertel der Kap-Malaien, die ihrem Leben nach der Entlassung aus der Sklaverei mehr Farbe gegeben haben als ein gewöhnliches Auge verkraften kann. Da ist der District Six, der wie ein Mahnmal der Apartheidsperiode Stück für Stück zu seinen multikulturellen Wurzeln zurückfindet. Da ist der Signal Hill, der zu alten Zeiten den Schiffen ein Zeitsignal schickte. Und da ist der Rummel- und Tummelplatz der Armen und Reichen, die Victoria & Alfred Waterfront, wo das Leben und die Cocktails so bunt sind wie das Malaienviertel. Ist das nicht verrückt? 1652 gründete der Niederländer Jan van Riebeeck am Westkap eine Siedlung, die den Seefahrern als »Tankstelle« auf ihrem Weg von Europa nach Indien dienen sollte. Und heute sind Sie schon da. Kleine Holzbucht nannte er den Flecken, Hout Bay. Die Robbeninsel Duiker Island ist vorgelagert und hier beginnen die 114 lebensmüden Kurven des Chapman’s Peak Drive, der spektakulärsten Küstenstraße der Welt. Am Ende aller heutigen Abenteuer steht Cape Point, das Kliff mit dem Leuchtturm, das die Spitze am Kap der Guten Hoffnung ist.
Schön stillhalten (© Simone Steinberg / Chamäleon)
Manches, das in Kapstadt 13 wie im Film an Ihnen vorbeigerauscht ist, will noch einmal gesehen und tief in Ihren Gefühlen verankert sein, damit es lange dort wohnt. Diesem Wunsch ist der letzte Vormittag gewidmet. Riechen Sie an den Blumen in den schönsten Gärten dieser Erde. Schnuppern Sie an der Waterfront, wie aufregend das Leben sein kann, und saugen Sie noch einmal die Luft am Kap ein, die sauberste der Welt. Möglichst viel, denn was Sie in Frankfurt 14 erwartet, ist vergleichsweise … na, vergessen wir’s. Von den letzten zwei Wochen aber – so viel steht fest – werden Sie keine einzige Stunde vergessen.
Garden Route 2 - 14 Tage Wunderwelten-Reise
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